Medizin

Registerdatenbank bringt medizinische Forschung voran

Ein Arzt misst Blutdruck (Symbolbild).

Ein Arzt misst Blutdruck (Symbolbild).

Foto: Bernd Weissbrod/DPA

Siegen.   Das Siegener St.- Marien-Krankenhaus ist im Anästhesie-Netzwerk – Analyse von Patientendaten zur Klärung wichtiger Fragestellungen der Anästhesie.

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Die Klinik für Anästhesiologie des St.-Marien-Krankenhauses Siegen ist als einzige Anästhesieabteilung aus der Region Mitglied im Netzwerk zur Sicherheit in der Regionalanästhesie. Die Abteilung von Chefarzt Prof. Dr. Werner Hering zieht nun positive Bilanz unter zehn Jahren Netzwerkarbeit: Mit Daten von fast 8000 Patienten habe die Abteilung einen wichtigen Beitrag zur Klärung von Fragestellungen rund um die Katheterverfahren zur Regionalanästhesie leisten können.

„Registerdaten gewinnen zunehmend an Bedeutung, um für den klinischen Alltag relevante Fragestellungen zu analysieren“, heißt es in einer Mitteilung des Krankenhauses. Randomisierte kontrollierte Studien stellten weiterhin den Goldstandard medizinischer Forschung dar, aber selbst Metaanalysen lieferten für spezifische Fragestellungen häufig nicht die erforderlichen Patientenzahlen.

„Das Netzwerk zur Sicherheit in der Regionalanästhesie in Deutschland unterhält nun schon seit über zehn Jahren eine Registerdatenbank, die mittlerweile mehr als 170 000 Fälle umfasst“, so Prof. Hering. Gespeichert würden jedoch nur anonymisierte Daten unter anderem zur Epidemiologie, Anlage von Regionalanästhesien, Verordnungen, Visitendaten, Komplikationen und Erfolgsmarker wie Schmerzwerte, Mobilisierungsgrad und Patientenzufriedenheit.

Mit Preisen ausgezeichnet

„Mit Analysen aus dem Register konnten bereits einige Hypothesen zur Infektionsentstehung im Rahmen von Regionalanästhesie-Katheterverfahren belegt werden“, sagt der Chefarzt. Die Relevanz der Registeranalysen für die Praxis zeige sich auch darin, dass Publikationen, die auf der Basis der Daten entstanden sind, nun schon mehrmals mit Preisen ausgezeichnet wurden.

Das System sei bis heute und für die Zukunft ein wichtiges Instrument zur Dokumentation und Qualitätssicherung bei der Behandlung von Patienten mit invasiven Verfahren der Schmerztherapie. Deshalb begrüße man die Erneuerung der Programmoberfläche des Netzwerks: „Effektivität, Sicherheit und Hygiene der invasiven Verfahren zur Schmerztherapie können so noch besser weiterentwickelt werden.“

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