Stickstoffoxid-Werte

Remmel nimmt Behörden und Hersteller in die Pflicht

Die in Siegen gemessenen Stickstoffoxid-Werte waren im Jahr 2016 an vielen Stellen zu hoch.

Die in Siegen gemessenen Stickstoffoxid-Werte waren im Jahr 2016 an vielen Stellen zu hoch.

Foto: Hendrik Schulz

Siegen/Düsseldorf.   NRW-Umweltminister Johannes Remmel hat Automobilhersteller und Behörden dazu aufgefordert, etwas gegen die zu hohen Stickstoffoxid-Werte zu tun.

Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid NO2 ist in den Städten in NRW unverändert hoch, auch in Siegen. Das zeigen die Ergebnisse der Messungen zur Luftqualität 2016, die das Umweltministerium und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) vorgestellt haben: An 60 von 127 Messstellen wird der EU-Grenzwert für die mittlere Jahresbelastung nicht eingehalten.

Besonders hoch belastet ist die Luft laut Mitteilung an stark befahrenen Straßen in Ballungsräumen. In Siegen ist das die Sandstraße, wo sich die Messstation befindet. An diesen Stellen „wird die Einhaltung des Grenzwerts ohne weitere einschneidende Maßnahmen nicht möglich sein“, so das Ministerium.

Hauptverursacher der hohen NO2-Belastung sei nach wie vor der Straßenverkehr, besonders Diesel-Fahrzeuge. Umweltminister Johannes Remmel: „Wir müssen alles tun, um die Gesundheitsbelastungen der Menschen in den betroffenen Städten deutlich zu reduzieren.“

Erfolge beim Feinstaub

Um die Luft in Nordrhein-Westfalen weiter zu verbessern, fordert Minister Remmel nicht nur weitere Anstrengungen und Maßnahmen der Städte und Gemeinden. „Automobilhersteller und Behörden auf Bundes- und EU-Ebene sind jetzt in der Pflicht“, sagte er. Die Europäische Kommission hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen der seit 2010 anhaltenden Stickstoffdioxid-Grenzwertüberschreitungen eingeleitet.

Beim Feinstaub allerdings gebe es Erfolge zu vermelden: 2016 ist das dritte Jahr in Folge, in dem an allen 65 Messstellen in NRW die Grenzwerte für Feinstaub eingehalten wurden. Die gesundheitsschädliche Wirkung von Feinstaubpartikeln besteht allerdings auch unterhalb des Grenzwerts.

Um die Luft weiter zu verbessern müssten Autos mit den geltenden Vorschriften in Einklang gebracht, Zulassungsverfahren verbessert und überwacht werden. Nachhaltige Verbesserungen der Luftqualität in Städten seien nur mit emissionsarmen bzw. -freien Antrieben, einem verbesserten ÖPNV und mehr Rad- und Fußverkehr zu erreichen.

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