Medizin

Roboter-Chirurgie: Das St. Marien-Krankenhaus zieht Bilanz

Leistenbruch-OP mit Roboter im Marien-Krankenhaus

Das Marien-Krankenhaus in Siegen verfügt über das modernste Assistenzsystem für Operationen in Deutschland: Der Arzt nimmt den Eingriff per Steuerkonsole vor. Video: Hendrik Schulz.
Hendrik Schulz

Das Marien-Krankenhaus in Siegen verfügt über das modernste Assistenzsystem für Operationen in Deutschland: Der Arzt nimmt den Eingriff per Steuerkonsole vor. Video: Hendrik Schulz.

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Siegen.   Vor einem Jahr gelang den Ärzten am St. Marien-Krankenhaus die erste Operation mit Roboter-Unterstützung. Chirurgen ziehen ein Zwischenfazit.

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200 Operationen in zwölf Monaten – alle Eingriffe mit einem zufriedenstellenden Ergebnis. Das ist die erste Bilanz, die Dr. Dietmar Stephan ein Jahr nach der Einführung der neuen Roboter-Technologie ziehen kann. Er ist Leiter der minimalinvasiven Chirurgie am St. Marien-Krankenhaus und seit einem Jahr auch Leiter des Robotic-Systems.

Zahlreiche Leisten-, aber auch komplizierte Darm- und Magenoperationen wurden durchgeführt. Dr. Stephan war bei jedem der 200 Eingriffe dabei. „Man hat immer ein stabiles, wackelfreies Bild, das ist faszinierend“, beschreibt er seine Erfahrungen an der OP-Konsole. Die herausragende Übersicht während eines Eingriffs sei aber nicht der einzige Vorteil des Systems.

Ein enormer Vorteil sei die ergonomische Situation für den Chirurgen. Im Vergleich: Steht der Chirurg stundenlang am OP-Tisch, bleiben Verspannungen von Schultern und Nacken nicht aus. An der Konsole, mit der die Roboterarme gesteuert werden, nimmt der Operateur aber eine bequeme Sitzposition ein.

Langwieriges Operieren sei so körperlich weniger belastend für den Arzt. „Was gut für den Chirurgen ist, ist auch gut für den Patienten“, so Chirurgie-Chefarzt Prof. Dr. Frank Willeke. Durch den Roboter sei aber nicht nur die Ergonomie verbessert worden, sondern auch ein anderer wichtiger Faktor: die Zeit.

Die Statistik spricht für sich

Die Statistik zeige, dass Roboter -Operationen vom Zeitaufwand her deutlich kürzer ausfallen. Teilweise beanspruche ein Eingriff nur die Hälfte der üblichen Dauer. Der Patient könne somit eher aus der Narkose geholt werden.

Hinzu kommt, dass die Operationen mit einer hoher Präzision durchgeführt werden könne, „wodurch sich der Blutverlust des Patienten im Minimal-Bereich bewegt“, wie Chefarzt Willeke ebenfalls anhand der Statistik erklärt. Das wirke sich positiv auf die Erholungszeit des Patientenaus. Außerdem entstehe nur wenig Narbengewebe.

„Unser Anspruch ist es, nicht nur regional, sondern auch international vorne dabei zu sein“, sagt Dr. Stephan. Deswegen stehe in den nächsten Monaten die Weiterentwicklung der Robotischen Chirurgie im Blickpunkt.

St. Marien-Krankenhaus als Pionier

Als erstes Krankenhaus weltweit bekomme das St. Marien-Krankenhaus in Kürze sogenannte Drei-Millimeter-Instrumente: Mit diesem „Miniatur-Besteck“ sollen Narbenbildung und postoperative Schmerzen beim Patienten nochmals reduziert werden. Erweitert werde dadurch der Einsatzbereich der Robotischen Chirurgie, so würden Eingriffe an Galle und Oberbauch möglich sein, so Stephan.

Außerdem werde Mitte des Jahres auch die moderne Ultraschalltechnologie in das Robotik-System integriert, womit das sichere Durchtrennen und Verschweißen von Gewebe möglich sein wird. Dann könne der Operationsroboter auch in der Leberchirurgie eingesetzt werden.

Persönliche Zuwendung erhalten

„Jedes moderne System ist nur so gut wie die Mitarbeiter um den Patienten herum“, betont Prof. Willeke. Daher kümmere sich ein speziell geschultes und motiviertes Team aus Narkoseärzten, Schwestern und Pflegern neben den verantwortlichen Chirurgen um den Patienten – vor, während und nach dem Eingriff. Die Resonanz der Patienten sei bislang durchweg positiv. Und das solle auch in Zukunft so bleiben.

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