Lesermeinung

Scheindebatte um Fißmer-Anlage

Die Fißmer-Anlage, benannt nach dem früheren Siegener Oberbürgermeister Alfred Fißmer.

Die Fißmer-Anlage, benannt nach dem früheren Siegener Oberbürgermeister Alfred Fißmer.

Foto: Hendrik Schulz

  Die Diskussion um die Umbenennung der Fißmer-Anlage reißt nicht ab. Dazu eine Lesermeinung aus Siegen.

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Lesermeinung: „Wie viele andere Bürger betrachte ich die Diskussion um die Namensgebung der Fißmer-Anlage, besser um deren Namensgeber, als vom eigentlichen Problem ablenkende Scheindebatte.

Die von NS-Zeit und Krieg betroffenen Siegener Bürger werden schon wissen, warum sie Bürgermeister Fißmer diese Ehrungen haben zukommen lassen.


Das eigentliche Problem ist doch die Finanzierung der von vielen Bürgern als unnötig bewerteten Umgestaltung der Anlage. „Auf Schuldenbergen können keine Kinder spielen“, das weiß auch unser zitatenreicher Kämmerer Cavelius, der sich gemäß seiner Etatrede zum Haushalt 2018 selbst zu Recht als „das schlechte Gewissen der Stadt“ bezeichnet: „Es ist kein Geld da.“


Rechtfertigung für Millionenbauten

Angesichts dessen fragen sich die Bürger immer wieder nach einer Rechtfertigung für die millionenschweren baulichen Maßnahmen in der Oberstadt Siegen. Gerade die beschlossene aufwändige Neugestaltung der doch bestens angenommenen Fißmer-Anlage trifft auf völliges Unverständnis angesichts der Überschuldung unserer Stadt.


Gemäß Kämmerer belaufen sich die Kassenkredite in diesem Jahr auf rund 250 Millionen Euro; Kassenkredite, die keine Vermögenswerte schaffen, sondern nur die Kosten für politische (oft fragwürdige?) Entscheidungen vor dem Bürger verstecken und in die Zukunft verschieben. Tendenz: weiter steigend. Hohe Landeszuschüsse verleiten immer wieder zu Investitionen, die unsere Stadtkasse teuer zu stehen kommen und deren zukünftige Folgekosten unsere finanziellen Möglichkeiten dauerhaft überfordern.

Auch in der Landeskasse NRW ist dieses Geld keineswegs vorhanden, sondern wird aus wuchernden Krediten finanziert (circa 180 Milliarden Euro pro Jahr). Unser Kämmerer warnt mit Recht vor dem Zuschussunwesen, ein Fass ohne Boden. Müssen die historischen Mauern der Fißmer-Anlage wirklich „geschliffen“ werden, während jeder Bürger vor seiner Haustüre sieht, wie die Straßen unserer Stadt zerfallen und wir große finanzielle Probleme haben, unsere Schwimmbäder zu erhalten?

Auf den Schuldenbergen des Siegberges werden unsere Kinder sitzen. Ob ihnen nach Spielen zumute sein wird, wage ich zu bezweifeln.“

Uwe Krakau, Siegen

Hinweis: Die hier geäußerten Meinungen müssen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln. Die Redaktion behält sich bei Leserbriefen das Recht auf Kürzungen vor. Die Redaktion veröffentlicht gerne Ihre Zuschriften. Bitte geben Sie Name, Adresse, Telefonnummer für Rückfragen an. Wir behalten uns das Recht auf Kürzungen vor. Schreiben Sie an: E-Mail: siegen@westfalenpost.de, Fax: 0271/2 32 37 32, per Post: Koblenzer Straße 5, 57072 Siegen.

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