Kunst

Sebastian Weber aus Kreuztal: Debüt-Ausstellung in Hamburg

Sebastian Weber, Lehrer an der Realschule Wilnsdorf, bereitet seine erste eigene Ausstellung vor. Die findet in Hamburg statt: Die Anfrage erreichte ihn über seinen Instagram-Account.

Sebastian Weber, Lehrer an der Realschule Wilnsdorf, bereitet seine erste eigene Ausstellung vor. Die findet in Hamburg statt: Die Anfrage erreichte ihn über seinen Instagram-Account.

Foto: Florian Adam / WP

Kredenbach/Hamburg.  Sebastian Weber aus Kredenbach zeigt seine erste Ausstellung „Liquid Fascination“ in Hamburg. Der Kontakt entstand über seinen Instagram-Account.

Ein paar hundert Kilometer trennen Sebastian Weber vom Ort seiner ersten Ausstellung. Das Team von „Golden Ground“ in Hamburg wurde über seinen Instagram-Account auf den 35-jährigen Lehrer, der an der Realschule Wilnsdorf unterrichtet, aufmerksam. Am Montag, 19. Oktober, wird „Liquid Fascination“ eröffnet.

Vorbereitung in Kredenbach, Ausstellung in Hamburg: „Liquid Fascination“

„Ich gehe schon den umgekehrten Weg“, sagt Sebastian Weber. Normalerweise zeigen Menschen, die künstlerisch tätig sind, ihre Werke zunächst in der Nähe ihres Wohn- und Arbeitsortes – Weber arbeitet in Wilnsdorf und lebt in Kredenbach. Dass die Anfrage für seine Debüt-Ausstellung aus Hamburg kam, habe ihn selbst überrascht – aber auch sehr gefreut. „Golden Ground“ ist eine Tanz- und Ballettschule mit großzügigen, lichtdurchfluteten Räumen in zentraler Lage, „fußläufig zur Elbphilharmonie“. Die Auswahl der Bilder ist getroffen, am Samstag bringt Sebastian Weber sie an den Ort des Geschehens. „Es ist meine erste Ausstellung. Deshalb ist das schon eine große Sache für mich.“

Sebastian Weber aus Kredenbach hatte schon immer einen Draht zur Kunst

Künstlerisch betätigt habe er sich schon immer. Sein Großvater war Künstler, „da standen überall Leinwände und Staffeleien. Ich bin damit groß geworden.“ Als Jugendlicher war er „in der Graffiti-Szene unterwegs“, sagt er, danach trat das Thema aber etwas in den Hintergrund. Nach dem Studium an der Universität Siegen wurde er Lehrer für Deutsch, Geschichte und Kunst. Lange habe der Schwerpunkt auf den beiden ersteren Fächern gelegen. Seit er wieder mehr Kunstunterricht gibt, drängt es ihn aber auch privat wieder stärker an die Leinwand. „Wenn man den Schülern die ganze Zeit zuguckt, wie sie arbeiten: da kann man irgendwann nicht mehr ruhig halten.“

Instagram-Account eröffnet Sebastian Weber viele Möglichkeiten

Vor etwa einem Jahr wandte er sich der Malerei in seiner Freizeit wieder verstärkt zu. Eine Ausstellungstätigkeit habe er damals nicht geplant, „ich habe das für mich gemacht“. Vor ungefähr drei Monaten startete er dann seine Instagram-Seite, mittlerweile hat er rund 1600 Abonnenten – beachtlich für einen Account, der noch recht jung ist, für den keine Werbung läuft und der sich mit einem Kunstthema befasst. Aber Sebastian Weber nutzt die möglichen Darstellungsformen optimal, um den Nutzern mehr als „nur“ ein zweidimensionales Erlebnis zu bieten.

Sebastian Webers Arbeiten: Bilder mit einer dritten Dimension

„Liquid Fascination“ ist nämlich nicht nur ein Ausstellungstitel, sondern erfasst die Quintessenz von Sebastian Webers Stilistik und Arbeitsweise. Der 35-Jährige verwendet Strukturpaste gemischt mit Sand, Farbe und Arcylbinder, um flüssige Masse über die grundierte Leinwand fließen zu lassen. Das gibt den Bildern eine reliefartige Oberfläche und die Anmutung eingefrorener Fließbewegungen.

Die plastische Struktur erweitert die Bilder deutlich in die dritte Dimension. Und der Einsatz von Metallic-Sprühlack ergänzt das Ganze um Glanz und Lichtreflexionen, die für zusätzliche Tiefe sorgen. Fotos der Bilder in der Totalen allein könnten das auf Instagram kaum vermitteln – darum postet Sebastian Weber dort auch Kurzclips mit Kamerafahrten dicht entlang der Bildoberflächen, die dabei wie zerklüftete Landschaften erscheinen, außerdem Making-ofs im Zeitraffer und jede Menge Detailaufnahmen, die die Tiefe einzelner Bildausschnitte erahnen lassen.

Das Feedback auf die Kunst aus Kredenbach

Die Resonanz der User ist gut, einzelne Bilder haben bis zu 600 Likes, „und das Feedback in den persönlichen Nachrichten spornt mich an“, sagt Sebastian Weber. Und nicht nur das Team von Golden Ground aus Hamburg entdeckte ihn über diese Online-Präsenz. Vergangene Woche folgte der 35-Jährige der Einladung einer Galeristin aus Thüringen, mit der eine intensivere Zusammenarbeit vorgesehen ist. Doch nach den bisherigen Erfahrungen hat er noch ein anderes Ziel vor Augen: „Ich würde gerne weitere Ausstellungen machen. Auch in der heimischen Region.“

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