Leserfotografen

Mit einer Zeiss Ikon fing für Heidemarie Kraft alles an

Heidemarie Kraft mit Hund Luigi und ihren Kameras in ihrem Garten. Hier fotografiert sie Vögel, Kleintiere und Pflanzen.

Heidemarie Kraft mit Hund Luigi und ihren Kameras in ihrem Garten. Hier fotografiert sie Vögel, Kleintiere und Pflanzen.

Foto: Wolfgang Leipold

Fellinghausen.   Heidemarie Kraft fotografiert seit frühester Jugend und ihre Kameras sind  immer auf dem neuesten Stand: „Fotografieren begleitet mein Leben.“

Es ist nicht ganz einfach, Heidemarie Kraft zu finden. Ihr Haus im Kreuztaler Stadtteil Fellinghausen liegt hinter Hecken gut versteckt. Nach dem Klingeln antwortet Luigi, ein zwölf Jahre alter Golden Retriever mit freundlichem Bellen. Beim Blick aus dem Wohnzimmer sieht man ein Naturparadies. Heidemarie Kraft: „Ein wilder Garten. Hier mache ich die meisten meiner Fotos.“

Foto-Gene vom Vater

Die Foto-Gene hat sie von ihrem Vater. Der hat viel fotografiert: „Das waren Alltagsfotografien aus der Umgebung Kreuztals. Mein Vater war Lokführer. Da sind wir nicht so viel in Urlaub gefahren.“ Mit der Kamera ihres Vaters hat Heidemarie Kraft als 14-Jährige ihre ersten eigenen Fotos gemacht: Einer Zeiss Ikon, 6x9-Format mit separatem Belichtungsmesser und natürlich in Schwarz-Weiß.

Nach ihrer Schulzeit am Gymnasium Stift Keppel – die Schulleiterin war damals die legendäre Frau Giesekus – studierte sie Geografie an der Uni Gießen. Zum Studium gehörten Exkursionen. Mal zum Braunkohleabbau, mal in die Weingebiete der Mosel und dann neun Wochen nach Indien. Das war 1979.

Mit im Reisegepäck: 30 Dia-Filme mit je 36 Bildern und eine neue Kamera, Marke Karina: „Die Filme habe ich dann zum Entwickeln ins Fotogeschäft gebracht und war dann supergespannt auf die Ergebnisse.“ Mithilfe eines speziellen Projektors hat sie Bild für Bild begutachtet und dann selbst gerahmt. Tausende Dias sind so zusammengekommen: „Ich bin dabei, sie auszumisten. Die besten digitalisiere ich auf CD.“ Darunter ihr absolutes Lieblingsbild: Drei Frauen und ein Kind in Indien, die in ihre Kamera blicken.

Während des Studiums lernte Heidemarie Kraft ihren Mann kennen, der auch Geografie studierte. Gemeinsam gingen sie dann zum Aufbaustudium Ökologie nach Essen. Beide fanden zügig eine Stelle: Sie in Marl, er in St. Augustin: „Umweltbeauftragte wurden von den Kommunen dringend gesucht.“ Die Folge: eine Wochenendbeziehung.

Olympus 40 läuft immer noch

Als Bernhard Kraft Leiter des Umweltamtes bei der Stadt Siegen wurde, gab seine Frau die Stelle in Marl auf, stellte fortan die Familie in den Vordergrund. Und konnte sich daneben ihrer Fotoleidenschaft widmen. Mit einer neuen Kamera: einer Olympus 40. „Das Schätzchen läuft immer noch.“ Inzwischen hat Heidemarie Kraft nachgerüstet: Eine Nikon-Spiegelreflexkamera: „Die ist leicht und lässt sich prima mitnehmen. Man kann alles machen. Auch ohne Wechselobjektive.“

Und das tut Heidemarie Kraft mit großer Freude und auf hohem Niveau. Die meisten Motive findet sie auf ihrem Grundstück: Vögel, Kleintiere und Pflanzen. Nicht weit weg von ihrem Haus liegt als besondere fotografische Attraktion der Historische Hauberg Fellinghausen, zu dem sie auch eine spezielle Beziehung hat: Ihr Mann ist Haubergsvorsteher. Viele ihrer Fotos zeigen typische Tätigkeiten im Hauberg: Schanzenbinden, Lohe schälen („Die Lohe geht ans Freilichtmuseum Hagen. Die haben eine Lohmühle“) und Einrichtung eines Kohlenmeilers.

Kaminholz aus dem Hauberg