ZDF-Sendung

Siegen: Eine Eskalation der Gewalt auf der Hindenburstraße

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Ausschnitt aus Aktenzeichen XY (nachgestellte Szene): Zeuginnen beobachten, wie die Männer niedergeschlagen und auf die am Boden Liegenden eingetreten wird.

Ausschnitt aus Aktenzeichen XY (nachgestellte Szene): Zeuginnen beobachten, wie die Männer niedergeschlagen und auf die am Boden Liegenden eingetreten wird.

Foto: ZDF

Siegen/München.  „Aktenzeichen XY“ berichtet über brutalen Angriff auf drei Fußballfans auf Hindenburgstraße in Siegen. Polizei erhält vielversprechende Hinweise.

Nach der Ausstrahlung von „Aktenzeichen XY“ sind sowohl im Studio in München als auch bei der Kreispolizeibehörde in Siegen Hinweise auf mögliche Täter eingegangen: Die ZDF-Sendung hatte am Mittwochabend über den Fall aus dem Sommer 2020 berichtet, als drei befreundete Fußballfans von einer etwa 15-köpfigen Gruppe Männer zusammengeschlagen worden war.

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Man sei vorsichtig optimistisch, dass durch einige der neuen Hinweise Erkenntnisse gewonnen werden können, die den bestehenden Tatverdacht der Ermittler erhärten, so Stefan Pusch, Pressesprecher der Polizei.

Lustiger Fußballabend in Siegen endet mit brutalem Angriff

Es sollte ein lustiger Fußballabend werden, der Samstag, 20. Juni 2020. Die drei Freunde Peter Lang, Christian Hoffmann und Robert Schenk sahen sich in einer Kneipe den vorletzten Bundesliga-Spieltag der Saison an – für die Fans des 1. FSV Mainz ging es um den Abstieg ihres Lieblingsvereins. Mainz gewann 3:1 gegen Werder Bremen, entsprechend ausgelassen war am späten Abend, weit nach 1 Uhr, die Stimmung, als sie die Kneipe verließen. Sie gingen auf der Hindenburgstraße in Richtung eines Döner-Imbisses; vor der Shisha-Bar begegneten sie den rund 15 Männern, die dort herumstanden. Einer der drei war vorher nach Feuer gefragt worden und fiel etwas zurück, beobachtete noch aus der Entfernung, dass seine Freunde aus der Gruppe im Vorbeigehen bepöbelt, nach ihnen getreten wurde – die beiden bemerkten das indes kaum. Der Nachzügler rief den jungen Männern zu, das zu lassen, sonst würde er die Polizei rufen. Unvermittelt schlug ihn einer aus der Gruppe, mutmaßlicher Haupttäter nieder, trat auf den am Boden Liegenden ein.

Seine beiden Freunde bemerkten den Angriff, eilten zurück, einer wurde ebenfalls unvermittelt brutal niedergeschlagen, mehrfach heftig getreten. Der dritte konnte fliehen, rief die Polizei, ebenso zwei junge Frauen, die den Tumult beobachteten. Die Leitstelle schickte alle in der Innenstadt verfügbaren Streifen zur Hindenburgstraße und bevor die Angreifer das Weite suchten, raubte der Haupttäter dem Bewusstlosen das Portemonnaie (siehe Infobox). Die sofort eingeleitete Fahndung blieb erfolglos.

Peter Lang lag schwer verletzt bewusstlos am Boden, er erlitt zahlreiche Hämatome und Prellungen an Kopf und Körper; Christian Hoffmanns Augennerv wurde empfindlich verletzt – wohl ein bleibender Schaden. Für eine detaillierte Täterbeschreibung geschah diese Eskalation der Gewalt, mitten in der Siegener Innenstadt, zu schnell.

Kripo Siegen appelliert an Umfeld der Täter: Nicht aus Angst weiter schweigen

„Aktenzeichen XY“ hatte über den Fall berichtet, da die Siegener Kripo sich neue Hinweise erhoffte. Es lägen diverse Zeugenaussagen vor, die aber unterschiedliche Angaben machten und teils recht vage seien, berichtete Kriminaloberkommissar Patrique Schwarzer im ZDF. Über den Haupttäter, jenen Mann, der Christian Hoffmann niedergeschlagen, den am Boden Liegenden drei Mal gegen den Kopf getreten und sein Portemonnaie gestohlen hatte, gebe es Informationen – unter anderem die Beschreibung Anfang bis Mitte 20, normale Statur, vom äußeren Eindruck her wohl mit Migrationshintergrund, eventuell marokkanischer Abstammung. Der Mann trug weiße Oberbekleidung und eine schwarze Schirmmütze.

„Wir hoffen auf Zeugen, die der Polizei noch nicht bekannt sind“, hatte Kommissar Schwarzer Moderator Rudi Cerne gesagt; nicht alle Personen, die in der Tatnacht im Bereich rund um die Hindenburgstraße zwischen Reichwalds Ecke und Bahnhof unterwegs gewesen seien, habe man polizeilich erfassen können. Einen Appell, sich zu melden, richten die Ermittler zudem auch an das Umfeld des Täters, die womöglich bisher aus Angst geschwiegen hätten und Angaben machen könnten.

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Wer Angaben machen kann, wendet sich an die Siegener Ermittler unter 0271/7099-7099. Die Wiederholung der Sendung ist bis Mittwoch, 19. Januar, in der ZDF-Mediathek zu finden.

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