Krebsvorsorge

Tour führt auch nach Siegen: 4400 Kilometer gegen den Krebs

Doris und Reinhard Kappes fahren 4400 km mit dem Rad durch Deutschland. Sie klären in Sachen Krebsvorsorge auf.

Doris und Reinhard Kappes fahren 4400 km mit dem Rad durch Deutschland. Sie klären in Sachen Krebsvorsorge auf.

Foto: Leandra Stampoulis

Siegen.  Doris und Reinhard Kappes sind mit dem Fahrrad auf Deutschlandtour – auch durch Siegen, um auf Brust- und Prostatakrebs aufmerksam zu machen.

Die Fahrräder sind mit insgesamt 65 Kilo Gepäck beladen. Doris und Reinhard Kappes haben die Nacht auf Mittwoch in Eiserfeld verbracht, hinter ihnen liegen rund 2800 Kilometer gefahrene Strecke. Das Ehepaar sammelt Kilometer für einen guten Zweck.

„Pink Ribbon“ und „Blue Ribbon“ in Siegen

„Pink Ribbon“ und „Blue Ribbon“, pinke Schleife und blaue Schleife, sind Kampagnen der gemeinnützigen Organisation „World Wide Awareness“. Das Ziel ist es, auf Brust- und Prostatakrebs aufmerksam zu machen und eine Sensibilisierung für die Krankheiten zu schaffen.

Die Kampagnen machen vor allem auf die Chancen der Früherkennung von Krebs aufmerksam und informieren über die Krankheiten. Außerdem stellen „Pink Ribbon“ und „Blue Ribbon“ den wichtigen Aspekt des Sports für die Gesundheit heraus: Denn regelmäßige Bewegung lässt das Risiko einer Krebserkrankung um 25 Prozent sinken, heißt es auf der Homepage.

Fahrradtour mit einer Botschaft

Kilometer sammeln für den guten Zweck: Es sollen im Zeitraum von Juli bis Oktober 88.000 Kilometer in Deutschland und der Schweiz gesammelt werden. Jeder kann mitmachen und einen Teil der Route laufen, spazieren, reiten, radeln oder auch mit dem Kanu fahren.

Die Kilometer können dann auf der Webseite eingetragen werden, so kann man Teil einer großen Aktion werden und auf der Strecke über die Schleifenroute und die Beweggründe mit anderen Menschen reden. Seit neun Jahren gibt es die Schleifenroute schon.

Sie soll für Aufmerksamkeit und Aufklärung sorgen. „Pink Ribbon“ veranstaltet einmal im Jahr die Charity- Radtour durch Deutschland. In diesem Jahr macht „Blue Ribbon“ zusätzlich auf Prostatakrebs aufmerksam. Da die Schleifenroute durch andere internationale Organisationen unterstützt wird, sammeln viele Länder Kilometer.

Schleifenroute führt durch Siegen

Die 4400 km lange Strecke durch Deutschland führt in Form einer Schleife von Konstanz bis nach Berlin, über Hamburg nach Münster und wieder Richtung Süden bis nach Passau. Doris und Reinhard Kappes entschieden sich, die Tour an einem Stück zu fahren. Das gab es vorher noch nie.

Für die beiden war dieses Jahr genau der richtige Zeitpunkt: „Durch Corona bleiben viele Menschen in Deutschland. Also haben wir die Chance, mehr Menschen mit unserer Botschaft zu erreichen“, sagt Doris Kappes.

Die 60-jährige hat eine ganz persönliche Motivation: „Ich hatte mit 49 Jahren selbst Brustkrebs. Damals konnte es früh behandelt werden, weil ich es durch selbstständiges Abtasten frühzeitig bemerkt habe.“

Siegener Etappe steht fest in der Route

Am 6. Juli fuhren sie in Konstanz los. Auf der Strecke haben sie viele Termine mit anderen Organisationen, Ärzten oder Botschaftern der Kampagne – alles im Zeichen der Aufklärung. Das Ehepaar hat einen Internet-Blog, wo sie ihre Erfahrungen, Stopps und Interviews teilen. „Wir sehen, wie bunt, hilfsbereit, vielfältig und offen unser Land ist“, sagt Doris Kappes lächelnd.

Sie fahren am Tag zwischen 60 und 90 Kilometer, das sei abhängig von ihrer Tagesform, sagt Reinhard Kappes. Die Etappen stehen fest, da haben sie dann schließlich in den meisten Fällen Termine, aber wann sie an den Stopps ankommen entscheidet das Paar selbst.

„Außerdem machen wir ab und zu Pausentage, die sind sehr wichtig für den Körper“, fügt Doris Kappes hinzu. Geschlafen wird mal hier und da: Bei Kanuvereinen, auf Bauernhöfen, im Zelt auf dem Campingplatz oder in einer Gaststätte. Die Kosten werden durch Sponsoren der Organisation übernommen.

Fahrradfahren bei Wind und Wetter

Die Anschaffung der Ausrüstung wurde ebenfalls finanziert. „Nach der Tour bekommen das Equipment Krebspatienten, die mal eine Radtour mit der Familie oder alleine unternehmen wollen“, sagt Doris Kappes. Ihr Ziel ist es, so viele Gespräche wie möglich zu führen und ihre Botschaft an möglichst viele Menschen weiterzugeben.

Es gibt Tage, an denen die Stimmung nicht so gut ist, erzählt Reinhard Kappes. „Es kann sein, dass man einfach mal schlechte Laune hat. Das Wetter ist aber meistens ausschlaggebend. Bei Regen und viel Gegenwind zu fahren, ist nicht schön“, sagt er. Außerdem sei es wichtig, immer seine Bedürfnisse dem anderen gegenüber zu äußern, sagt Doris Kappes.

Ihre nächste Etappe führt sie 54,4 Kilometer nach Bad Berleburg. Infos: www.schleifenroute.de/blog

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