Kardiologie

Siegen: Herzkrankheiten nach modernstem Stand behandeln

| Lesedauer: 4 Minuten
Professor Dr. Dursun Gündüz (links) und Privatdozent Dr. Damir Erkapic sind Chefärzte der Medizinischen Klinik II am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Das Krankenhaus hat damit eine eigene Fachabteilung für Kardiologie, Angiologie und Rhythmologie.

Professor Dr. Dursun Gündüz (links) und Privatdozent Dr. Damir Erkapic sind Chefärzte der Medizinischen Klinik II am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Das Krankenhaus hat damit eine eigene Fachabteilung für Kardiologie, Angiologie und Rhythmologie.

Foto: Diakonie in Südwestfalen gGmbH

Siegen.  Das Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen verspricht bei Herzproblemen eine Behandlung auf Uni-Klinik-Niveau. Was die Patienten davon haben.

Lange Zeit bleiben Herzprobleme symptomlos. Werden sie dann diagnostiziert, ist schnelle Hilfe gefragt. Moderne Therapiemethoden beleuchteten die beiden Chefärzte der Medizinischen Klinik II am Diakonie Klinikum Jung-Stilling, Professor Dr. Dursun Gündüz (Kardiologie und Angiologie) und Privatdozent Dr. Damir Erkapic (Kardiologie und Rhythmologie), nun beim Siegener Forum Gesundheit.

+++Mehr Nachrichten aus Siegen und dem Siegerland finden Sie hier!+++

Die Organisation der Veranstaltung hatte die Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen übernommen. Prof. Dursun Gündüz rückte in seinem Vortrag die minimalinvasive Herzklappentherapie in den Fokus. Unregelmäßiger Herzschlag, Luftnot oder übermäßige Wassereinlagerungen: Diese Symptome treten auf, wenn die so genannte Mitralklappe (zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer) oder die Trikuspidalklappe (zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer) nicht mehr richtig arbeiten. Sind die Klappen undicht, helfe oft nur eine aufwändige Operation. „Doch für offene Eingriffe sind viele Patienten oftmals schon zu schwach“, erklärte der Chefarzt.

Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen: Kardiologie mit besonderer Auszeichnung

Eine Alternative böten Clip-Verfahren für die Herzklappen. Minimalinvasiv könne mit deren Hilfe die Schlussfähigkeit der Klappen wieder hergestellt werden. 56 von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ausgezeichnete Zentren, die das Verfahren anbieten, gibt es nach Angaben der Diakonie in Südwestfalen in Deutschland; eines davon befindet sich am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen, „im Umkreis von 100 Kilometern das einzige dieser Art“.

+++ Mehr zum Thema: Neue Kardiologie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling Siegen +++

Dursun Gündüz ging zudem auf die Aortenklappenstenose ein, „den häufigsten Herzklappenfehler in Nordamerika und Europa“. Von dieser durch Kalkablagerungen bedingten Verengung sind insbesondere ältere Patienten betroffen. „Für sie sind offene Operationen mit einem großen Risiko verbunden“, erläuterte der Mediziner. Deshalb biete sich ein sogenannter TAVI an, ein biologischer Aortenklappenersatz, der minimalinvasiv über einen Katheter angebracht werden kann.

Kardiologie in Siegen: Herzschrittmacher, eingesetzte Defibrillatoren Ablation

Der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen nahm sich Privatdozent Dr. Damir Erkapic beim Siegener Forum Gesundheit an. Nach gestellter Diagnose gibt es ihm zufolge mehrere Behandlungsoptionen. Dazu zählen etwa der Einsatz eines Herzschrittmachers oder auch Defibrillators, die Gabe von Medikamenten oder die so genannte Ablation, also Verödung.

+++ Passend dazu: Siegen: MVZ am Jung-Stilling hilft bei Herzbeschwerden +++

Rhythmusstörungen können verschiedene Ursachen haben. Dahinter könne sich beispielsweise ein erkrankter Sinusknoten verbergen: „Der Sinusknoten ist Hauptgeber für den Herzschlag“, führte Damir Erkapic aus. Sei seine Funktion gestört, sei der Einsatz eines Herzschrittmachers oftmals angezeigt.

Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen: Minimalinvasive Eingriffe am Herzen

Als „Pförtner“ des Herzens gilt der Artioventrikular (AV)-Knoten. Entzündungen, Infektionen, die Gabe bestimmter Medikamente oder auch ein höheres Lebensalter des Patienten können zur Funktionsschwäche führen. Leistungsschwäche, Schwindel oder Müdigkeit gelten als Symptome. Ist die Störung nicht mehr umkehrbar, bedarf es ebenfalls einer Herzschrittmacher-OP, wie der Fachmann erläuterte.

+++ Lesen Sie hier: Auszeichnung für die Kardiologie am Jung-Stilling +++

Als häufigste Form der Herzrhythmusstörung gelte indes das Vorhofflimmern. Mehr als zwei Millionen Betroffene gebe es in Deutschland: „Bedingt durch das steigende Lebensalter ist ein weiterer Anstieg der Zahlen auch zu erwarten“, so der Privatdozent. Körperliche Leistungsschwäche, Herzklopfen, Luftnot, Schwitzen, innere Unruhe oder auch Schwindel treten hierbei als Symptomatik in Erscheinung. Doch die Krankheit sei, so der Chefarzt, mittels minimalinvasiver Katheterablation gut behandelbar – sofern sie frühzeitig erkannt werde.

Siegen: Kardiologie am Jung-Stilling-Krankenhaus bietet Vielzahl von Eingriffen

„Das Behandlungsspektrum der Medizinischen Klinik II am Diakonie Klinikum Jung-Stilling umfasst alle Eingriffe der noninvasiven und invasiven Kardiologie, vergleichbar mit der Bandbreite einer Uni-Klinik“, schreibt die Diakonie weiter. „Dazu zählen Herzkatheteruntersuchungen und -eingriffe mit sämtlichen Interventionstechniken inklusive Bildgebungsverfahren, Herz-Szintigraphien sowie Herzultraschall, Schluckecho und die Untersuchungen aller Gefäße“. Als zertifiziertes kardiales Großbildzentrum biete das Haus zudem Cardio-CT und –MRT an. Die Klinik ist von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung als „Stätte der Zusatzqualifikation für spezielle Rhythmologie und Interventionelle Kardiologie“ ausgezeichnet. Darüber hinaus ist ein „Cardiac Arrest Center“ Teil des Diakonie Klinikums Jung-Stilling. „Patienten, die das Klinikum aufgrund eines Herz-Kreislauf-Stillstandes reanimiert erreichen, können hier optimal versorgt werden“, heißt es abschließend.

+++Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook!+++

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Siegen und Umland

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER