Grundschulen

Siegen: Jung-Stilling-Schule nicht rechtzeitig fertig?

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So wird der Erweiterungsbau der Jung-Stilling-Schule aussehen, wenn er fertig ist. Sollte das nicht bis zu den Sommerferien klappen, werden 30 angemeldete Kinder abgewiesen werden müssen.

So wird der Erweiterungsbau der Jung-Stilling-Schule aussehen, wenn er fertig ist. Sollte das nicht bis zu den Sommerferien klappen, werden 30 angemeldete Kinder abgewiesen werden müssen.

Foto: Almasi + Stein Planungsgruppe

Siegen .  Wenn noch etwas schiefgeht, müssen 30 Kinder an einer anderen Grundschule eingeschult werden. Sorgen macht zudem ein ganzer Stadtteil.

Die größten Schul-Baustellen werden für die Kleinsten eingerichtet: Jung-Stilling-Schule in Weidenau und Diesterwegschule in Siegen werden erweitert, die Spandauer Schule übersiedelt ins größere Gebäude der ehemaligen Realschule auf dem Häusling, die Albert-Schweitzer-Schule hat einen Containerbau bekommen, der die Jahre überbrücken soll, bis Geld und Personalkapazität für einen massiven Erweiterungsbau oder den Teil-Rückumzug ins ehemalige Schulgebäude am Rüsterweg da sind. Mit allen Vorhaben für die Grundschulen sind Ungewissheiten verbunden.

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Geisweid

Heiko Thimm (SPD) spricht das Thema im Schulausschuss als Erster an. Von den 46 Kindern aus dem Siegener Stadtgebiet, die an der – neuen – Grundschule An der Weiß des christlichen Schulvereins eingeschult werden, kommen allein zwölf aus dem Einzugsbereich der Albert-Schweitzer-Schule. „Das macht mir Sorgen.“ Vor allem Kinder aus Sohlbach und Buchen werden in Siegen-Mitte angemeldet, wie auch aus anderen „ländlichen“ Stadtteilen.

Grund könne die Größe der Albert-Schweitzer-Schule sein, die vierzügig wird und als zentrale Geisweider Grundschule ausgebaut wird, sagt Monika Becker. Sie vertritt die Grundschulen im Schulausschuss und leitet die Birlenbacher Schule – die, so ihre Einschätzung, nach dem Wegfall der Dependance im Hüttental auch eher wieder dörflich geprägt ist. Das schnelle Wachstum der Albert-Schweitzer-Schule, die in weniger als zwei Jahren ihre Schülerzahl verdoppele, sei „für eine Grundschule nicht gut“.

Herausfordernd sei zudem der große Migrantenanteil, sagt Momika Becker. Und der kleine Anteil „bildungsnaher Eltern“, deren Engagement aber in der Schulgemeinschaft gebraucht werde: „Die gehen uns verloren.“ Erschwert werde die Arbeit dadurch, dass der Containerbau noch nicht voll funktionsfähig sei. Verstärkt werden müsse die Sozialarbeit – die beiden anderen Geisweider Schulen hätten bereits Kapazitäten zugunsten der Albert-Schweitzer-Schule abgegeben.

„Die Befürchtungen bestätigen sich“, erinnert Kevin Lee Hörnberger (FDP) an die Diskussion über den Standort der christlichen Schule, die durchaus wachsen könne. „In das Gebäude passen vier Züge. Wir wissen ja gar nicht, wie viele Kinder da täglich von außerhalb angefahren werden.“

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Joachim Pfeifer (SPD) regt an, das Geisweid-Thema im Arbeitskreis für Schulentwicklung zu besprechen. Mit dem privaten Angebot werde ein „Selektionsmechanismus“ verstärkt. Man könne darin aber auch eine Entlastung der zu vollen Geisweider Schulen sehen, erwidert Schuldezernent Andree Schmidt, der aus seiner grundsätzlichen Haltung keinen Hehl macht: „Ich halte nichts von Schulen in privater Trägerschaft.“ Womit er nicht gegen die konkret genannte Schule an der Weiß spricht: „Das ist eine gute Schule. Wir haben ein gutes Miteinander.“

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Jung-Stilling-Schule

„Wir stellen das Gebäude bis zu den Sommerferien fertig“, sagt Peter Meyer, Leiter der Zentralen Gebäudewirtschaft. Es sei denn, der Estrich-Auftrag muss neu vergeben werden – da gibt es einen Konflikt mit der Firma. Dann aber wird es nichts mit den drei 1. Klassen, stellt Christina Uhr, Leiterin der Schulabteilung klar. Dann werden nicht sechs von angemeldeten 86 Kindern abgelehnt, sondern 30. „Mehr als eine ganze Klasse.“ Wobei der Zulauf in die Dautenbach sowieso irritiert. 36 der angemeldeten Kinder könnten auch eine näher gelegene Grundschule besuchen, sagt Ulrich Schloos (Linke).

Mit knapp 6,1 Millionen Euro sind Erweiterungsbau und Umbau und Sanierung des Schul-Altbaus im Haushalt veranschlagt. In weiteren Bauabschnitten kommen ab 2024 die Sanierung der Turnhalle und die Außenanlagen hinzu. Dafür werden weitere 1,2 Millionen Euro eingeplant.

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Diesterwegschule

Neben der Spandauer Schule, die auf den Häusling zieht, bekommt auch die Diesterwegschule mehr Platz. Aber „sicher nicht 2024“, rückt Schuldezernent Andree Schmidt von der bisherigen Zeitplanung ab. Und bei den 2,1 Millionen Euro Investitonkosten werde es auch nicht bleiben. Schmidt verweist darauf, dass sich die Kosten für die Spandauer Schule von 2,5 auf 9,1 Millionen Euro fast vervierfacht haben. „Das wird bei der Diesterwegschule auch so sein.“

Hammerhütter Schule

Joachim Pfeifer (SPD) will wissen, wo die Schülerinnen und Schüler der Hammerhütter Schule wohnen. „Das wird uns seit Jahren mit windigen Argumenten vorenthalten.“ Formell hat die Schule keinen eigenen Einzugsbereich, weil sie als katholische Bekenntnisschule Angebot für das ganze Stadtgebiet ist. Zuletzt vor gut einem Jahr hatte die SPD sich dafür ausgesprochen, der Schule den von den Bewohnern des Wohngebietes anscheinend nicht akzeptierten Bekenntnisstatus zu nehmen und sie so zur Stadtteilschule für den Fischbacherberg zu machen. Pfeifer: „Wir gehen das Thema an.“ Schuldezernent Schmidt: „Wenn Sie das politisch lösen wollen, steht Ihnen die Verwaltung nicht im Wege.“

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