Gesundheit

Siegen: Keine Lust auf Krebsvorsorge – Experten mit Appell

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„Wir appellieren dringend an Frauen und Männer gleichermaßen, die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser zu nutzen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider. (Symbolbild)

„Wir appellieren dringend an Frauen und Männer gleichermaßen, die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser zu nutzen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider. (Symbolbild)

Foto: Shutterstock

Siegen.  Nicht mal jeder fünfte Mann über 45 Jahren in Siegen-Wittgenstein war bei der Krebsvorsorge. Aus Sicht von Fachleuten unverständlich.

Immer noch viel zu wenig Menschen in Siegen-Wittgenstein nutzen die Angebote zur Krebs-Früherkennung. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK hervor.

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Danach war im vergangenen Jahr nicht einmal jeder fünfte Mann über 45 Jahren (18,8 Prozent) bei der Krebsvorsorge. Die Inanspruchnahme ist immerhin im Vergleich zum Vorjahr mit 18,7 Prozent leicht gestiegen, liegt aber immer noch auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre.

Bei den Frauen ist die Inanspruchnahme sogar weiter gesunken. In 2022 nutzten 37 Prozent der Frauen ab dem Alter von 20 Jahren die Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung, im Vergleich zum Vorjahr mit 38,2 Prozent. „Wir appellieren dringend an Frauen und Männer gleichermaßen, die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser zu nutzen. Früherkennung verschafft wertvolle Zeit“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider. „Je früher ein Tumor oder seine Vorstufen erkannt und behandelt werden, desto größer sind die Heilungschancen.”

Häufigste Todesursache nach Herz-Kreislauferkrankungen

Krebs sei bei Männern und Frauen im Kreis Siegen-Wittgenstein nach den Herz-Kreislauferkrankungen unverändert die häufigste Todesursache. Umso verwunderlicher sei es, dass die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen so wenig genutzt würden. „Durch die Krebsvorsorge ist es möglich, bereits Frühstadien von Krebs zu erkennen. Deshalb sollte die Chance der frühen Diagnostik unbedingt genutzt werden“, so Schneider.

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Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters NRW wurden im Jahr 2019 insgesamt 149.222 Krebs-Neuerkrankungen erfasst. Gestorben an einer Krebserkrankung sind in 2021 laut IT.NRW insgesamt 50.867 Menschen.

Die hohe Zahl der Neuerkrankungen zeige, so die AOK weiter, wie wichtig es sei, auf Warnzeichen des Körpers zu achten und Risiken nicht zu ignorieren. Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge jedenfalls scheiden aus. „Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, sagt Schneider.

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