Kriminalität

Siegen: Kriminelle Anrufer erbeuten Geld und Kontodaten

Warnung vor Spoofing: Weder Sparkasse noch Volksbank fragen am Telefon vor Kontodaten.

Warnung vor Spoofing: Weder Sparkasse noch Volksbank fragen am Telefon vor Kontodaten.

Foto: Hendrik Schulz / WP

Siegen-Wittgenstein.  Wenn am Telefon gar nicht die Sparkasse oder die Polizei ist, sondern ein Betrüger: So sollten Betroffene regieren.

Polizei, Sparkasse Siegen und Volksbank in Südwestfalen warnen vor einer neuen Betrugsmasche: „Spoofing“. Der Begriff „Spoofing“ leitet sich vom englischen Wort „spoof“ ab, was so viel bedeutet wie „vortäuschen“ oder auch „fälschen“. Kriminelle versuchen beim „Spoofing“, den Angerufenen persönliche Daten zu entlocken, indem sie einen Anruf der Polizei, einer Behörde oder zum Beispiel einer Volksbank oder Sparkasse vortäuschen.

Deutsche Telekommunikations-Unternehmen ermöglichen es nicht, Anrufe mit verfälschten Rufnummern zu tätigen, einige ausländische Unternehmen aber schon. Das bedeutet, dass es möglich ist, aus dem Ausland eine Verbindung nach Deutschland aufzubauen, bei der das Telefon die Nummer der Polizei oder der Hausbank anzeigt. Damit soll beim Angerufenen ein Gefühl der Sicherheit erzeugt werden. „Leider funktioniert das auch oft“, heißt es in der Pressemitteilung.

Beispiel Polizeitrick

So gehen die Täter vor: Das „Spoofing“ wird zum Beispiel im Rahmen des so genannten „Polizeitricks“ genutzt. Die Täter rufen an und versuchen die Angerufenen davon zu überzeugen, dass sie Opfer einer Straftat geworden sind oder bei der Aufklärung einer solchen helfen müssen. Zum Beispiel heißt es dann, dass es notwendig sei, eine hohe Geldsumme bei der Bank abzuheben und an die – vermeintliche-- Polizei auszuhändigen. Tatsächlich nehmen nicht Polizeibeamte das Geld in Empfang, sondern die Täter.

So sollten die Betroffenen reagieren: „Die Polizei oder die Rettungsdienste werden Sie nie unter der Nummer 110 oder 112 anrufen. Beides sind reine Notruf-Telefonnummern, die nicht genutzt werden, um jemanden anzurufen. Auch nicht in Notfällen“, erläutert Kriminalhauptkommissarin Susanne Otto von der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein. Gibt sich der Anrufer als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter aus, sollte sich der Angerufene den Namen nennen lassen, auflegen und die Polizei informieren – natürlich nicht unter der von den Anrufern angegebenen Nummer. Die Telefonnummer der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein lautet: 0271/7099-0.

Beispiel Sparkasse oder Bank

So gehen die Täter vor: Eine weitere Masche ist, mit der Nummer eines Kreditinstitutes wie Volksbank oder Sparkasse anzurufen und unter verschiedenen Vorwänden Zugangsdaten zum Online-Banking zu erfragen oder das Opfer zu überreden, einen Zahlungsauftrag mit einer TAN (Transaktionsnummer) freizugeben. Zum Beispiel , um einen angeblich falsch verbuchten Betrag zurück zu überweisen.

So sollten die Betroffenen reagieren: Bei einem Anruf von der Bank sollten Kunden immer dann misstrauisch werden, wenn persönliche Daten oder Daten für das Online-Banking erfragt werden. Dazu Dr. Nadine Uebe-Emden, Vorstandsmitglied der Sparkasse Siegen: „Wer Kundin oder Kunde einer Volksbank oder Sparkasse ist, kann sicher sein, dass dort alle notwendigen Informationen vorliegen und sicher gespeichert sind. Es gibt daher keinen Grund, unsere Kunden am Telefon nach persönlichen Daten oder Zugangsdaten zu fragen.“

Ebenso verhalte es beim Online-Banking. Niemals sollte jemals Anmeldenamen oder Online-Banking-PIN am Telefon preisgeben. Dem schließt sich auch Jens Brinkmann, Vorstandsmitglied der Volksbank in Südwestfalen an und bekräftigt: „Es gibt auch überhaupt keinen vernünftigen Grund, weshalb Sie Ihr Kreditinstitut bitten sollte, eine Rücküberweisung, Stornobuchung oder ähnliches durchzuführen.“

Auch hier die Empfehlung: auflegen und zurückrufen. Die Telefonnummer der Sparkasse Siegen lautet 0271/596-111 und die der Volksbank in Südwestfalen 0271/2300-0. Wer einen Anruf erhalten hat, der ihm im Nachhinein verdächtigt vorkommt und in so einem Gespräch persönliche Daten zum Konto oder zum Online-Banking an die Anrufer weitergegeben hat, sollte sicherheitshalber die Kontokarten und den Online-Banking-Zugang sperren lassen. Dazu steht für Kunden aller Banken der 24-Stunden-Sperrnotruf unter der Telefonnummer 116 116 zur Verfügung.

Abschließend appelliert Susanne Otto von der Kreispolizeibehörde: „Grundsätzlich kann natürlich jeder Opfer eines Spoofing-Angriffs werden und auf die Masche der Betrüger hereinfallen. Leider haben sich Tätergruppen zum Teil auf Senioren als Opfer spezialisiert, so dass auch besonders ältere Menschen den immer perfideren Methoden auf den Leim gehen.“

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