Gesundheit

Siegen: Nach Corona-Lockdown mehr Kinder krank zu Hause

In der Phase der Ausgangsbeschränkungen in April bis Mai sank die Anzahl der Fälle, in denen Mütter und Väter Kinderpflege-Krankengeld für die Betreuung ihres kranken Kindes im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um rund 70 Prozent von 192 auf 57. (Symbolbild)

In der Phase der Ausgangsbeschränkungen in April bis Mai sank die Anzahl der Fälle, in denen Mütter und Väter Kinderpflege-Krankengeld für die Betreuung ihres kranken Kindes im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um rund 70 Prozent von 192 auf 57. (Symbolbild)

Foto: max belchenko / Shutterstock

Siegen-Wittgenstein.  In der heißen Phase des Corona-Lockdowns haben weniger Eltern ihre kranken Kinder zu Hause betreut. Nach den Lockerungen stiegen die Fallzahlen.

Im Kreis Siegen-Wittgenstein haben im ersten Halbjahr 2020 weniger berufstätige Eltern Kinderpflege-Krankengeld in Anspruch genommen als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Das belegt eine aktuelle Auswertung der Krankenkasse AOK. Demnach erhielten insgesamt 682 Mütter und Väter Kinderpflege-Krankengeld für die Betreuung ihres kranken Kindes. Im Vorjahreszeitraum waren es 767.

Besonders auffällig aus Sicht der Experten: In der Phase der Corona-Ausgangsbeschränkungen in den Monaten April bis Mai sank die Anzahl der Fälle im Vergleich zu den beiden Monaten in 2019 um rund 70 Prozent von 192 auf 57.

Siegen-Wittgenstein: Nicht mehr mit Erkältung zur Schule

Mit den einsetzenden Lockerungen und der sukzessiven Rückkehr an den Arbeitsplatz sowie der Öffnung der Schulen und Kindertagesstätten in Siegen-Wittgenstein im Juni stiegen die Fallzahlen vor den Sommerferien jedoch dann wieder deutlich an.

Während Kinder früher auch mit einer leichten Erkältung zur Schule oder in die Kita gehen konnten, müssen sie jetzt nach den Regelungen des Infektionsschutzes zu Hause bleiben. Denn niemand möchte, dass sich andere Kinder, Eltern, Erzieher oder Lehrer mit dem Coronavirus anstecken, so die Krankenkasse.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Kinderpflege-Krankengeld, wenn der Arbeitgeber keine Entgeltfortzahlung leistet. Pro Jahr haben gesetzlich Versicherte bisher Anspruch auf zehn freie Arbeitstage je Elternteil, Alleinerziehende bis zu 20 Arbeitstage.

Bis Jahresende will die Große Koalition die Dauer auf 15 freie Arbeitstage je Elternteil und 30 Arbeitstage für Alleinerziehende erhöhen. Voraussetzung ist, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind pflegen kann.

Außerdem muss der Arzt bescheinigen, dass das Kind betreut werden muss.

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