Weihnachten

Zauberhafte Überraschung: Nikolaus und Ponys besuchen Kinder

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Nikolaus-Tag in der Kinderinsel der DRK-Kinderklinik. Daniel streichelt gern das kleine Pony. Das freut auch den Nikolaus. 

Nikolaus-Tag in der Kinderinsel der DRK-Kinderklinik. Daniel streichelt gern das kleine Pony. Das freut auch den Nikolaus. 

Foto: Claudia Irle-Utsch

Siegen.  Der Nikolaus und die zwei Ponys Molly und Wally haben die die Kinderinsel der DRK-Kinderklinik besucht und die Kindern in Siegen sehr begeistert.

Wer stapft da nur den Flur entlang mit hoch geschnürten Stiefeln und rotem Gewand? Wer trappelt mit den Hufen über das Linoleum? Wer schlägt die Handglocke, und wer schnaubt und schüttelt sich? Das ist weder Mama noch Papa noch die kleine Schwester. Das ist der Nikolaus! Und der hat tierische Gefährten dabei: Molly und Wally, zwei Shetlandponys aus dem Stall des Reit- und Fahrvereins Eiserfeld. Bei den zurzeit 17 Kindern und Jugendlichen, die in der Kinderinsel der DRK-Kinderklinik Siegen wohnen und hier, weil dauerhaft beatmet, mit allem Überlebenswichtigen versorgt werden, sind die Pferdchen regelmäßig zu Gast. Der Nikolaus allerdings kommt nur einmal im Jahr zu Besuch und wird besonders freundlich willkommen geheißen.

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„Sei gegrüßt, lieber Nikolaus“, sangen am Sonntagnachmittag die erwachsenen Begleiter mit den jungen Patientinnen und Patienten. Erst im oberen Bereich der Kinderinsel, später dann auch im zweiten, unteren Teil dieser Intensivstation, die den betreuten Kids ein Zuhause für eine Weile oder auf Dauer bietet. Natürlich hatte der Nikolaus einen gut gefüllten Sack dabei und einen Helfer auch. So gab es nach dem „Von drauß‘ vom Walde …“ und einer kleinen Geschichte die Bescherung: warme Socken und eine Hörbuch-CD und damit Wertvolles für die Winterzeit. Gesponsert hat die Geschenke der Bezirks-Reiter- und Fahrerverband Siegen, Olpe, Wittgenstein; Sabrina und Annette Gerhards aus dem Vorstand freuten sich mit Nikolaus und Co. darüber, wie gut diese Fuß- und Seelenwärmer bei den „Insulanern“ ankamen.

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Und die beiden Ponys? Die trotteten treu von einem Kind zum anderen, ließen sich ganz leise streicheln, zauberten zart ein Lächeln auf die Lippen, sorgten für strahlende Augen und auch für Applaus. „Wir beobachten, dass sich die Kinder bei der Begegnung mit Molly und Wally spürbar entspannen“, sagt Katharina Berg. Sie ist die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Eiserfeld und arbeitet als Hygienefachkraft in der DRK-Kinderklinik. Während des ersten heftigen Corona-Lockdowns entstand die Idee, die Insel-Kinder mit den beiden Shettys zu besuchen. Aufregend für Mensch und Tier, aber viel mehr als diesen einen Versuch wert. Längst sind die beiden Ponys Stammgäste auf dem Wellersberg, und wird nicht gerade Nikolaus gefeiert, dann gibt es noch mehr Zeit und Ruhe, um das weiche Fell, den Geruch und die Wärme der Tiere zu spüren. Überraschungen inklusive. Denn manchmal, so Katharina Berg, „äppeln die Ponys auch“.

Kinderinsel Siegen: „Wir möchten die Welt von draußen zu den Kindern holen“

„Wir möchten die Welt von draußen zu den Kindern holen“, erläutert Anne Schmitt aus dem Kinderinsel-Leitungsteam das Ansinnen, den Patientinnen und Patienten auf recht breiter Ebene Erlebnisse zu ermöglichen. Ziemlich spektakulär geriet das zum Beispiel am Martinstag – mit einem Martinszug auf dem Platz vor der Kinderinsel. Im Rollstuhl oder im nach draußen gerollten Bett folgten die Kinder St. Martin und seinem großen Pferd im Lichterschein.

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Neben größtmöglicher Selbstständigkeit soll den schwer erkrankten Kindern auch Normalität ermöglicht werden. Das ist neben allem medizinisch und pflegerisch Notwendigen ein pädagogisch-therapeutischer Anspruch, dem sich das Team der Kinderinsel konzeptionell stellt. St. Martin, Nikolaus, die beiden Ponys und ihre Hintermänner und -frauen helfen dabei. Übrigens auch das Christkind, denn das wird an Weihnachten in der Kinderinsel erwartet. Alle Jahre wieder!

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