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Siegen: Schulausschuss bestätigt Aus für das PPR-Gymnasium

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Schülerinnen und Schüler haben im Juni  vor der Sitzung des Siegener Schulausschusses gegen die geplante Schließung des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums auf dem Rosterberg protestiert.

Schülerinnen und Schüler haben im Juni vor der Sitzung des Siegener Schulausschusses gegen die geplante Schließung des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums auf dem Rosterberg protestiert.

Foto: Steffen Schwab (Archiv) / WP

Siegen.  Mit seinem Brandbrief zieht sich der Direktor des Peter-Paul-Rubens-Gymnasium den Zorn seiner Kollegen und der Kommunalpolitik zu.

Das Peter-Paul-Rubens-Gymnasium (PPR) nimmt im nächsten Sommer keine Fünfklässler mehr auf und wird somit jahrgangsweise aufgelöst. Das hat der Schulausschuss am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen. Je eine Gegenstimme kam von UWG und FDP, Volt enthielt sich der Stimme.

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Vorwurf: „Störung des Schulfriedens in Siegen“

Durchweg verärgert gingen Politik und Vertretungen der anderen Schulen auf den Brief ein, den PPR-Leiter Dieter Fischbach an alle Stadtverordneten gerichtet hatte. Darin hatte er Gesamtschulen den Auftrag abgesprochen, gymnasiale Bildung zu vermitteln, und den drei anderen städtischen (Halbtags-)Gymnasien zugeschrieben, sie seien – ohne ein Ganztagsangebot wie auf dem Rosterberg – „Paukschulen“. „Ich hätte mir von einem Landesbeamten ein bisschen mehr Redlichkeit gewünscht“, sagte Martin Heilmann (Grüne) und wies unter anderem darauf hin, dass das PPR seine Klassen mit abgelehnten Gesamtschulkindern auffülle: „Da spielte der Elternwille keine Rolle mehr.“ Das PPR sei seit dem Schuljahr 2015/16 „der kranke Mann“ in Siegen, seitdem werde dort selbst in den beiden verbliebenen Klassen des eigentlich dreizügigen Gymnasiums die Richtzahl von 25 Kindern je Klasse nicht mehr erreicht.

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„Ich würde mal nachdenken, wenn nach fünf Jahren im Amt meine Schülerzahl so weit nach unten geht“, sagte Werner Jüngst, Leiter der Gesamtschule Eiserfeld, der seinem Amtskollegen vom Rosterberg eine „Störung des Schulfriedens in Siegen“ vorwarf. Es sei nachvollziehbar, dass Dieter Fischbach sich „mit Händen und Füßen“ gegen die Schließung der von ihm geleiteten Schule wehre. „Aber es gibt Grenzen, die darf man nicht überschreiten. Das geht so nicht, Herr Fischbach.“

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Joachim Pfeifer (SPD) sprach von „peinlichen Phantasien“ und warf dem PPR-Direktor „totalen Realitätsverlust“ vor. Damit stehe er selbst in der eigenen Schulgemeinde isoliert, „Sie ziehen Ihre eigene Schule runter.“ Rüdiger Käuser, Leiter des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums, widersprach der Zuschreibung „Paukschule“: Was individuelle Förderung angehe, „haben sich gerade die Gymnasien ganz massiv auf den Weg gemacht“, keine Schule wolle schließlich Schüler verlieren.

Keine Einigkeit über vierte Gesamtschule für Siegen

Martin Heilmann (Grüne) stellte klar, dass die Errichtung einer vierten Gesamtschule in Siegen „polischer Wille“ gewesen sei, bevor das PPR Thema wurde – es sei die Schulaufsicht gewesen, die nach dem letzten Anmeldeverfahren „schulorganisatorische Maßnahmen“ von der Stadt gefordert habe. Susanne Langemeyer (CDU) widersprach: Die vierte Gesamtschule sei nicht „politisch erklärter Wille“; SPD und CDU hätten lediglich einen „Prüfauftrag“ verabredet.

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