Pendleratlas

Siegen-Wittgenstein: Magnetwirkung für Berufspendler

Pendeln bedeutet leider oft auch Stau.

Pendeln bedeutet leider oft auch Stau.

Foto: Hendrik Schulz

Siegen-Wittgenstein.  Überschuss: Zum Arbeiten fahren mehr Menschen nach Siegen-Wittgenstein als aus dem Kreis heraus und nehmen dabei teils weite Strecken auf sich.

Es gibt ein Pendlerplus für Siegen-Wittgenstein. Im Kreisgebiet gibt es mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze als Arbeitnehmer. Ein Viertel aller Jobs wird von Menschen erledigt, die ihren Wohnsitz außerhalb des Kreises haben. Das geht aus dem gerade veröffentlichten Pendleratlas der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Die Arbeitnehmer

Aus der Untersuchung ergibt sich für Siegen-Wittgenstein ein interessantes Zahlenbild: 111.569 Menschen im Kreisgebiet sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Von ihnen pendeln 23.395 oder 21 Prozent zur Arbeit in einen anderen Kreis. Gleichzeitig pendeln 28.544 Beschäftigte, die in einem anderen Kreis wohnen, zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in den Kreis Siegen-Wittgenstein.

Die Verkehrsströme

Die stärksten Pendelbeziehungen gibt es zwischen den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, Siegen-Wittgenstein und Altenkirchen und Siegen-Wittgenstein und Lahn-Dill-Kreis. Aus und nach Olpe halten sich die Pendler mit knapp 5000 in etwa die Waage, ähnliches gilt für den Lahn-Dill-Kreis mit gut 3100 Aus- und 2700 Einpendlern. Aus Altenkirchen fahren deutlich mehr Menschen nach Siegen-Wittgenstein als umgekehrt: 8300 Ein- stehen knapp 3000 Auspendlern gegenüber.

Ebenfalls auffällig: Arbeitnehmer kommen nicht nur aus den Nachbarkreisen – auch aus Köln oder dem Märkischen Kreis. Dieser Strom führt auch in die andere Richtung: Immerhin 803 Personen fahren die rund 80 Kilometer nach Köln zur Arbeit, knapp 600 immerhin nach Frankfurt am Main. Vorteil dürfte dabei die günstige Lage am überregionalen Verkehrsnetz sein: Über die Autobahnen A4 und A45 ist die Fahrtzeit in die Metropolregionen trotz der Entfernung vergleichsweise kurz.

Das Verhältnis

Der Saldo von Aus- und Einpendlern beläuft sich auf +5.149 (Pendlersaldo). Ihren Arbeitsort in der Region Siegen-Wittgenstein haben damit 116.718 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, von ihnen sind 24,5 Prozent Einpendler. Bei dieser Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort handelt es sich um ein rechnerisches Ergebnis aus den Beschäftigten am Wohnort, den Einpendlern und den Auspendlern. Die tatsächliche, an anderen Stellen veröffentlichte Zahl kann leicht höher sein, weil es Beschäftigte gibt, für die nur die Arbeitsort- aber nicht die Wohnortinformation vorliegt. Diese fließen nicht in die Analyse ein.

Die Kommunen

Die aktuellsten Zahlen für die einzelnen Städte und Gemeinden hat das statistische Landesamt Information und Technik im Jahr 2017 erhoben. Aufgeschlüsselt sind dort lediglich Ein- und Aus- bzw. innergemeindliche Pendler.

Bad Berleburg: 3327 (Einpendler), 4063 (Auspendler), 5679 (innergemeindliche Pendler)

Bad Laasphe: 2010, 4105, 3191

Burbach: 6046, 4381, 3422

Freudenberg: 4921, 6578, 3051

Erndtebrück: 3188, 2112, 1921

Hilchenbach: 3396, 5064, 2815

Kreuztal: 6042, 9707, 6042

Netphen: 5790, 8797, 4114

Neunkirchen: 4929, 4059, 2764

Siegen: 35.540, 22.038, 31.022

Wilnsdorf: 5222, 7796, 3107

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