Ärzteausbildung

Siegener Krankenhäuser als Verbund für Medizinerausbildung

Die Vertreter der Kliniken, der Stadt und der Uni bei der Unterzeichnung der Vereinbarung.

Die Vertreter der Kliniken, der Stadt und der Uni bei der Unterzeichnung der Vereinbarung.

Foto: Uni Siegen

Siegen.   Grundsatzvereinbarung zum Siegener Modell im Projekt „Medizin neu denken“ der Uni Siegen unterzeichnet. Spezialisierungen weiterentwickeln.

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Die vier Siegener Krankenhäuser und die Universität Siegen haben die Grundsatzvereinbarung zum „Siegener Modell“ unterzeichnet: Damit wird die Ausbildung angehender Ärzte an der Hochschule weiter festgezurrt. Die Kliniken – Jung-Stilling (Diakonie), Kinderklinik (DRK), St. Marien-Krankenhaus und Kreisklinikum – schließen sich in einem Verbund für Forschung und Lehre zusammen, konzentrieren sich in diesem Kontext auf ihre medizinischen Spezialgebiete. Dazu kooperieren sie eng mit der Universität Bonn bzw. dem dortigen Universitätsklinikum.

Die Vereinbarung

Im Rahmen des Projekts „Medizin neu denken“, das als wesentlichen Schwerpunkt die ärztliche Versorgung von Menschen im ländlichen Raum hat, sollen bekanntermaßen Medizinstudenten an der Uni Siegen ausgebildet werden. Mit der Erklärung verpflichten sich Uni und Kliniken, für deren Ausbildung entsprechende Infrastruktur in Siegen aufzubauen, umzusetzen und nachhaltig sicherzustellen. Geplant ist, dass Medizinstudierende aus Bonn – und später auch aus Mainz – in Siegen die praktische Phase ihres Studiums absolvieren. Die erste Kohorte Medizinstudierende soll im Oktober 2018 in Siegen anfangen.

Die Ärzteausbildung

Die Betreuung von Medizinstudierenden sei damit auf qualitativ hohem Niveau sichergestellt, so Rektor Prof. Holger Burckhart – zumal in Siegen ein interessanter inhaltlicher Schwerpunkt angeboten wird: „Im Mittelpunkt steht die allgemeinmedizinische Grundversorgung des ländlichen Raums mit Hilfe ‚digitaler Medizin‘“ – ein internationales Alleinstellungsmerkmal. Mit „Medizin neu denken“ wollen Wissenschaftler und Mediziner erforschen, wie mit Hilfe digitaler Technologien eine hochmoderne Gesundheitsversorgung auf dem Land aufgebaut werden kann. Südwestfalen könnte damit zu einer Modellregion für ganz Deutschland werden.

Die Reaktionen

„Die Siegener Kliniken decken als Verbund nahezu das komplette medizinische Fächerspektrum ab“, so Rektor Prof. Holger Burckhart, zudem sei durch die Zusammenarbeit auch die für die Medizinerausbildung notwendige Größenordnung vorhanden. Die Grundsatzvereinbarung sei eine wichtige Grundlage für die künftige enge Zusammenarbeit im Rahmen des Medizinstudiums. „Die Kooperationsvereinbarung ist das Fundament, auf dem wir die Medizinerausbildung in Siegen bauen“, so Prof. Jaap Verweij, Gründungsdekan der Siegener Lebenswissenschaftlichen Fakultät (LWF) und Vize-Dekan des Erasmus University Medical Center Rotterdam (ebenfalls Kooperationspartner).

Die Kliniken betonen, dass sie die Partnerschaft als Initiative verstehen, die Entwicklung der Medizinerausbildung entscheidend voranzubringen. „Das Projekt ist für die Region elementar wichtig und bedarf einer engen Verzahnung der Kliniken untereinander“, so Bertram Müller, Geschäftsführer des Kreisklinikums Siegen. In der Medizinerausbildung stecke eine einmalige und zukunftsweisende Chance für die Entwicklung von Stadt und Region, die letztlich vor allem den Menschen dienen werde, so die Geschäftsführer des Diakonie-Klinikums Jung Stilling, Dr. Josef Rosenbauer und Hubert Becher. Für die Kliniken bedeute das eine große Verantwortung.

„Die vier Siegener Krankenhäuser bieten in ihren Kernfeldern Hochleistungsmedizin und sind gute, verlässliche und erfahrene Kooperationspartner, wenn es um die Medizinerausbildung geht“, so Hans-Jürgen Winkelmann, Geschäftsführer St. Marien-Krankenhaus. Die Kliniken würden sich dabei als lernende Organisationen verstehen, die von den Universitäten Bonn, Rotterdam und Siegen entsprechend auf ihre neue Verantwortung vorbereitet werden müssen.

Ziel der Partner sei ebenfalls ein Ausbau der medizinischen Strukturen zur Verbesserung der Versorgung in der Region, sagte Stefanie Wied, Geschäftsführerin DRK-Kinderklinik: Grund- und Regelversorgung würden nicht an einem Standort zentralisiert, sondern die über Jahrzehnte entwickelten Spezialisierungen an den einzelnen Standorten sinnvoll weiterentwickelt.

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