Kooperation

Siegener Krankenhäuser: Rückzug aus Großküchen-Projekt

Auf dem anvisierten Grundstück im Gewerbepark Hüppcherhammer entsteht nun doch keine Großküche – zumindest nicht mit Siegener Beteiligung.

Foto: Josef Schmidt

Auf dem anvisierten Grundstück im Gewerbepark Hüppcherhammer entsteht nun doch keine Großküche – zumindest nicht mit Siegener Beteiligung.

Siegen/Olpe.   St. Marien-Krankenhaus und Kreisklinikum Siegen erteilen Katholischer Hospitalgesellschaft Olpe Absage: Wirtschaftlichere Alternative in Siegen.

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Die geplante gemeinsame Großküche im interkommunalen Gewerbegebiet Hüppcherhammer, die die Katholische Hospitalgesellschaft Südwestfalen mit dem Kreisklinikum Siegen und dem St. Marien-Krankenhaus betreiben wollte, wird nicht zustandekommen. Das bestätigten die Geschäftsführer der drei beteiligten Krankenhäuser: Für das Großprojekt haben die Siegener Kliniken eine wirtschaftlichere Alternative gefunden.

Bei der neuen Immobilie soll es sich um die zentral gelegene frühere Back-Fabrik Harr an der Daimlerstraße handeln. Dort wollen die Siegener Gesellschaften wohl das rund 5800 Quadratmeter große Grundstück ebenso nutzen wie das vorhandene Gebäude mit knapp 4000 Quadratmetern Fläche. So erwarte man eine erhebliche Ersparnis. Im Gewerbegebiet Hüppcherhammer sollte ein externer Investor die Küche neu bauen, die drei Gesellschaften wollten sie dann anmieten.

Enttäuschung in Olpe

Johannes Schmitz, Geschäftsführer der Hospitalgesellschaft zeigte sich überrascht und enttäuscht von der Entscheidung. Ärgerlich sei, dass die Gespräche mit Investoren für das 10-Millionen-Euro-Projekt auf der Stadtgrenze von Olpe weit gediehen seien. „Auch das anvisierte Grundstück war für uns bereits reserviert“, so Schmitz. Sich an das Projekt im Siegener Zentrum anzuhängen, dafür spreche für die Olper Hospitalgesellschaft derzeit nichts. Die weitere Zusammenarbeit zwischen den Kliniken auf anderen Themenfeldern – insbesondere medizinischen – sei durch das Scheitern dieses Großprojekts aber nicht gefährdet, betonen die drei Geschäftsführer einmütig.

Insgesamt sorge der wirtschaftliche Druck dafür, in einzelnen Bereichen immer größere Einheiten zu entwickeln. Der alleinige Blick auf die Kosten dürfe jedoch nicht alleinbestimmend sein, vielmehr müssten Qualität der Versorgung und Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden bei allen Planungen miteinbezogen werden.

Laut Bertram Müller vom Siegener Kreisklinikum sei der Hüppcherhammer von vornherein nur zweite Wahl gewesen, nachdem ein zentraler gelegenes Grundstück im nördlichen Siegerland (Krombacher Höhe) nicht klappte, habe man den Standort im Kreis Olpe ins Auge gefasst. Zur Stimmungslage seines Olper Kollegen sagte Müller: „Für uns ist das ideal, für ihn natürlich nicht.“

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