Wohltätigkeit

Siegener Tuningtreffen Rolling Deep ist ein Publikumsmagnet

Murat Kececi als Superheld „Deadpool“ auf seinem Mini im „Mu-Rat-Style“. Der Wagen ist sein Alltagsfahrzeug, er fährt damit auch zum Einakufen.

Murat Kececi als Superheld „Deadpool“ auf seinem Mini im „Mu-Rat-Style“. Der Wagen ist sein Alltagsfahrzeug, er fährt damit auch zum Einakufen.

Foto: Hendrik Schulz

Siegen.   Allein 1100 Gäste sind mit Auto zum Ikea-Parkplatz auf den Siegener Heidenberg gekommen. Kompletter Gewinn der Großveranstaltung wird gespendet.

Autos sind offensichtlich ein Publikumsmagnet, erst recht in Kombination mit Wohltätigkeit: Die Erwartungen der Veranstalter von Rolling Deep, die am Sonntag, 16. Juni, das siebte Siegener Tuning-Treffen auf dem Ikea-Parkplatz am Heidenberg organisiert hatten, wurden mehr als übertroffen: Allein rund 1100 Gäste mit Fahrzeug fanden den Weg aufs Gelände. Plus tausende Besucher, die sich die getunten und restaurierten Fahrzeuge anschauen wollten. Die Gästezahlen haben die des Vorjahres deutlich übertroffen.

Enorme Bandbreite auf dem Platz

Von einem Volksfest zu sprechen, wie es Landrat Andreas Müller tat, ist da durchaus angebracht. Autofans aller Altersklassen, von Senioren bis zu Jugendlichen, kamen zu Rolling Deep. Vor allem Familien mit Kindern waren auf dem ebenso weitläufigen wie gut besuchten Areal unterwegs – ein weiterer Schwerpunkt der Veranstalter, die mit dem Tuning-Treffen einen Familientag anbieten wollten. Das ist ihnen gelungen.

Die Bandbreite der 1100 Gästefahrzeuge reichte von originalgetreu restaurierten Youngtimern über chromblitzende Nobelkarossen bis hin zu hochgezüchteten Sportboliden. Oder Autos, die in keine Kategorie mehr zu passen scheinen, wie der Mini von Murat Kececi und Sandra Mischke aus Lüdenscheid. Der englische Flitzer ist nach der intensiven wochenlangen Arbeit der beiden kaum noch wiederzuerkennen; „Superhelden“ ist das Thema. „Eine Mischung aus Cosplay und Rat-Thema“, sagt Kececi. Als „Rat Cars“ werden Autos bezeichnet, die absichtlich aussehen wie jahrzehntealt, benutzt und verrostet, die aber meist über hochmoderne Technik verfügen.

Susanne Laschet ist begeistert

„Das ist unser Alltagsauto, wir fahren damit auch zum Einkaufen“, sagt Sandra Mischke, während Murat Kececi im Kostüm des Marvel-Superhelden Deadpool auf dem Dach des archaischen Gefährts für die Kinder posiert. Die beiden finden vor allem die Stimmung auf dem Platz toll, die vielen Kinder, die begeistert die Autos bestaunen oder die Vorführungen der Feuerwehr, der HipHop-Tanzgruppe „Synergy“, den Auftritt der Band „Gleis 7“.

Begeistert zeigt sich auch Susanne Laschet, Gattin des NRW-Ministerpräsidenten und Schirmherrin der Aktion Lichtblicke, für die die Veranstalter im vergangenen Jahr den Rekorderlös von 26.000 Euro gespendet hatten – die größte Einzelspende in NRW. Auch in diesem Jahr wird der gesamte Gewinn wieder an „Lichtblicke“ gespendet. „Wegen Tom Höfer bin ich heute überhaupt hier“, sagt Laschet. „Was hier heute los ist – nicht zu fassen“, freut sie sich über die gute Stimmung, „ein toller Tag, toll, dass Sie alle ihre Lebensfreude miteinander teilen!“

Das Auto als Kulturgut

Auch Bürgermeister Steffen Mues findet es „bemerkenswert, was hier auf die Beine gestellt wurde.“ Mit einem so großen Andrang habe wohl niemand gerechnet; mit tausenden Besuchern, teils aus dem Ausland – „das muss man erstmal managen können“, lobt er die Veranstalter Tom Höfer und Marcel Groß. Und wenn das Thema Klimaschutz immer wichtiger werde – die hier gezeigten Autos seien es als Kulturgut in allen Farben, Formen, Größen und Ausstattungsvarianten wert, ausgestellt zu werden. „Ein Tuner ist keiner, der ein Auto tieferlegt, um damit herumzurasen, sondern ein Liebhaber. Jemand, der etwas dafür tut, dass sein Fahrzeug auch anderen gefällt“, so Mues.

Begegnung und Verständigung über die Tuner-Szene hinaus sei bei einer so vielfältigen Veranstaltung wie dieser sicher ein wichtiger Aspekt, meine auch Landrat Andreas Müller. Erst zwei Treffen mit Rolling Deep als Veranstalter und schon das größte NRW – „Sie haben hier richtig was vorzuweisen.“

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