Verkehr

Siegens Autofahrer müssen sich auf neue Baustelle einstellen

Meist auf Rot stehen die Ampeln vor der Sandstraße: Autofahrer sollen andere Wege wählen. Wenn die Eintrachtrampe gesperrt ist, soll vermieden werden, dass hier die Stickoxidbelastung wieder steigt.

Meist auf Rot stehen die Ampeln vor der Sandstraße: Autofahrer sollen andere Wege wählen. Wenn die Eintrachtrampe gesperrt ist, soll vermieden werden, dass hier die Stickoxidbelastung wieder steigt.

Foto: Florian Adam

Siegen.   Ab Juni steht die Eintrachtrampe samt HTS-Abfahrt für zwei Jahre nicht zur Verfügung. Verkehr kommt über die Eiserfelder Straße in die Stadt

Es wird nicht leichter für Autofahrer in Siegen. Kaum ist die Umwandlung der Sandstraße zum stickoxidreduzierten Nadelöhr verkraftet, nimmt der Landesbetrieb Straßenbau die nächste, allerdings auch schon lange angekündigte Großbaustelle in Angriff: In den nächsten zwei Jahren steht die Eintrachtrampe und damit die HTS-Abfahrt aus dem Siegener Süden nicht zur Verfügung. Das ist der Stand der Dinge:

Eintrachtrampe

So wird gebaut: Spätestens Ende Juni beginnen die Arbeiten zur „Notverstärkung“ des ältesten HTS-Bauwerks, über das seit 1977 Autos fahren. 35 Tonnen Betonstahl, 125 Kubikmeter Beton, 250 vertikale Spanndrähte und vier Spannglieder über die gesamten 550 Meter Länge werden verbaut, um die Hohlkästen unter der Fahrbahn zu stabilisieren. Die Y-Brücke, so Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr beim Landesbetrieb Straßenbau, sei „nicht tragfähig“. Alternative zur Sanierung: die „Ablastung“, also: Tonnagebeschränkung, oder die Sperrung.

Auf ein Jahr „Notverstärkung“ (Kosten: 3 Millionen Euro) folgen sechs Monate „Ertüchtigung“ (5 Millionen). Das Zeitfenster für diesen zweiten Bauabschnitt ab Juni 2019 wird eng — der Winter könnte schneller sein, und dann werden die Arbeiten erst im Frühjahr 2020 abgeschlossen: „Wir müssen der Wahrheit ins Gesicht sehen“, sagte Zimmerschied am Dienstag dem Siegener Verkehrsausschuss. Immerhin: Es geht auch wirklich los – Angebote von Baufirmen liegen vor, anders als für die B 508 in Ferndorf, wo der Landesbetrieb seinen Ausbauplan verschieben musste.

Das bedeutet das für den Verkehr: Umgeleitet wird ab der Abfahrt Rinsenau über die Eiserfelder Straße. Dazu wird die Abfahrt für Rechtsabbieger ampelfrei gemacht und die Einmündung in die Eiserfelder Straße als provisorischer Kreisel mit 28 Metern Durchmesser umgestaltet. Für den Kreiselbau Anfang Juni wird der Autobahnzubringer bis zum HTS-Anschluss gesperrt. Die HTS selbst wird während der Bauzeit in Richtung Eiserfeld auf eine Fahrspur eingeengt. Wohl unter allen Umständen vermeiden werden soll, dass der Verkehr sich über die Abfahrt Freudenberger Straße den Weg in die Sandstraße bahnt.

Sandstraße

„Wir ziehen eigentlich ein positives Fazit“, sagt Stadtbaurat Hendrik Schumann, „wissend, dass es nicht für alle positiv ist.“ Nämlich für die, die vor der Einfahrt in die Sandstraße mit ihrer NO2-Messdose Schlange stehen müssen. „Alle anderen lernen von Woche zu Woche dazu.“ Mitte Juli werden die Ergebnisse vom Mai vorliegen, dann sind die drei Monate komplett, die der Versuch mit den veränderten Ampelschaltung dauern soll. Auf die 38 Mikrogramm im März will Stefan Wied, Arbeitsgruppenleiter Straßen- und Verkehrplanung, noch nicht so viel geben: Auch wenn das zehn Mikrogramm weniger sind als im Vormonat, muss das nicht an dem Eingriff in den Verkehr gelegen haben. In der Frankfurter Straße ist die Belastung nämlich ebenfalls zurückgegangen, und dort wurde nichts verändert.

Andreas Haßler (SPD) verwies auf Mehrbelastungen durch Schleichverkehr in Giersbergstraße und Hohlem Weg, Günther Langer (UWG) auf Einbußen des Handels: „Siegen wird gemieden.“ Stadtbaurat Schumann sah das anders. Die beklagten Verkehrszunahmen von fünf Prozent in anderen Straßen seien „minimal“. Und: „Ich empfinde es nicht so, dass unsere Innenstadt unattraktiver geworden ist.“

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