Nahverkehr

Siegerländer Bürgermeister kämpfen um ihre Schulbusse

Auch dieser Linienbus in Deuz fährt vor allem für Schulkinder. Die Stadt wünscht, dass der Bus nach der vierten, fünften und sechsten Schulstunde kommt.

Auch dieser Linienbus in Deuz fährt vor allem für Schulkinder. Die Stadt wünscht, dass der Bus nach der vierten, fünften und sechsten Schulstunde kommt.

Foto: Steffen Schwab

Siegerland.   VWS wollen Angebot nach den Sommerferien auf „Mindestleistung“ mit Rückfahrten nur nach vierter und sechster Stunde reduzieren

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Nur noch eine Hinfahrt zur ersten Stunde und zwei Rückfahrten nach der vierten und sechsten räumen die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) jeder Schule zusätzlich zum Linienverkehr kostenlos ein — was darüber hinaus geht, muss extra bezahlt werden.

Von den Schulen und aus den Rathäusern gibt es dagegen Widerspruch: Die Stadt Hilchenbach verlangt zwei Hin- und fünf Rückfahrten für Grund- und Realschule auf dem Schulberg sowie zwei Hin- und drei Rückfahrten für die Grundschule in Müsen. Die Stadt Netphen braucht Busse zu ihren Grundschulen nach den vierten, fünften und sechsten Unterrichtsstunde. Auch der Stadt Kreuztal genügt das Angebot für die Grundschulen nicht. Mit dem Thema befasst sich inzwischen die Bürgermeisterkonferenz.

„Sehr kurzfristig und sehr nassforsch“ habe der Zweckverband Personennahverkehr (ZWS) über die nach den Sommerferien anstehende Veränderung im März informiert, sagt Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß, der auch Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz ist. Dabei habe der ZWS seinem Beirat, in dem die Kommunen vertreten ist, noch einen „Staus Quo“ für den bisher gültigen Fahrplan zugesagt — verbunden mit der Aufforderung, künftige Veränderungen von Schulorganisation und Stundenplänen auf den öffentlichen Nahverkehr abzustimmen. Immerhin habe Kreuztal ja auch der noch vor zehn Jahren heftig bekämpften Schulzeitenstaffelung zugestimmt, damit dieselben Busse nacheinander mehrere Schulen andienen können: „Da waren wir kooperativ.“

Markus Stirnberg, stellvertretender Geschäftsführer des ZWS, weist darauf hin, dass die Schulbus-Regelung als „Mindestleistung“ nicht erst im Nahverkehrsplan 2016, sondern auch schon in dem davor stand.

Für eine einheitliche Regelung

In den nun auslaufenden Linienkonzessionen seien zusätzliche Fahrten vorgesehen gewesen, die die VWS für das Linienbündel Mitte nun wohl nicht mehr beantragt hätten — immer vor dem Hintergrund, dass die VWS sich um Konzessionen ohne Subventionen beworben haben. Stirnberg: „Da werden die Schulträger nun mit den VWS schauen müssen, ob da was geht.“

Walter Kiß als Sprecher der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister hat zunächst einmal „viele offene Fragen“ und fordert eine Bestandsaufnahme des bisherigen Schulbusverkehrs. Denn unter den gestrichenen Fahrten könnten durchaus auch solche sein, für die die Städte und Gemeinden längst extra bezahlen. Ziel müsse eine einheitliche Regelung im Kernraum Siegen sein. „Das ist derzeit von Kommune zu Kommune unterschiedlich geregelt.“ Kiß verweist auf Gemeinden, die ländlicher als Siegen und Kreuztal strukturiert sind. Kinder aus abgelegenen Dörfern hätten ohne Schulbus „überhaupt keine Chance“, ihren Schulweg zurückzulegen. Er sehe „eigentlich eher nicht“, dass schon direkt nach den Sommerferien Kinder vergeblich auf den Bus warten werden, sagt Walter Kiß, „aber ich kann es auch nicht ausschließen.“

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