Forschung

Siegerland ist nun die am besten erforschte Eisen-Region

Das Rennofen-Experiment im Freilichtmuseum Hagen geht jetzt in die zweite Runde. Forscher wollen herausfinden, wie im Siegerland der Eisenzeit Stahl erzeugt wurde.

Foto: Steffen Schwab

Das Rennofen-Experiment im Freilichtmuseum Hagen geht jetzt in die zweite Runde. Forscher wollen herausfinden, wie im Siegerland der Eisenzeit Stahl erzeugt wurde.

Siegen/Münster.  Landschaftsverband zeichnet Latenezeit-Expertin Stephanie Menic aus, die das Rennofen-Experiment mit erarbeitet hat

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Stephanie Menic hat am Donnerstag aus den Händen von LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger den Karl-Zuhorn-Preis für westfälische Landesforschung entgegengenommen. Die Nachwuchswissenschaftlerin aus Herten, die am Deutschen Bergbaumuseum Bochum arbeitet, erhält den alle drei Jahre verliehenen Preis für ihre Arbeiten zur Eisenproduktion im Siegerland vor über 2000 Jahren. Seinen mit 5000 Euro dotierten Wissenschaftspreis verleiht der LWL seit 1979 alle drei Jahre.

„Stephanie Menic zeigt vorbildlich, wie eine respektvolle Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Heimatforschern bestmöglich funktionieren kann: Sie integriert private Forschungsinitiativen in ihre Projekte, bündelt damit enormes Wissen und verankert gleichzeitig ihre eigene Forschung im öffentlichen Bewusstsein“, sagte Rüschoff-Parzinger in Münster.

Fachfrau für Montangeschichte

„Sie ist eine sehr strukturiert arbeitende und engagierte Wissenschaftlerin, die sich voll und ganz einem einmal ins Auge gefassten Projekt widmet. Sie hat die Fähigkeit, große Fundkomplexe oder Altgrabungen mit teils schwer zu verstehender Dokumentation in kurzer Zeit zu bearbeiten. Ihre Dissertation lieferte grundlegende, wichtige Erkenntnisse zur Eisenzeitarchäologie in Westfalen sowie für das frühe Hüttenwesen Mitteleuropas. Durch diese Arbeit ist das Siegerland als größte urgeschichtliche Eisenproduktionsregion in Mitteleuropa jetzt auch die am besten erforschte“, so die LWL-Kulturdezernentin weiter.

„Menic war während ihrer gesamten Studien- und Examenszeit dem Thema Eisenwirtschaft im Siegerland während der vorrömischen Eisenzeit eng verbunden und hat sich wie keine Zweite eine große Kenntnis darüber angeeignet. In Fragen der Eisenverhüttung vor über 2000 Jahren macht ihr keiner etwas vor“, sagte Dr. Johann-Sebastian Kühlborn, stellvertretender Vorsitzender der Altertumskommission für Westfalen, in seiner Laudatio. „Nach über 100 Jahren archäologischer Forschung zur eisenzeitlichen Montanlandschaft Siegerland stellt die Dissertation von Dr. Stephanie Menic nun erstmals die gesamte Produktionskette vom Erz zum Eisen für diese bedeutende Montanregion dar. Erstmals gelang so auch eine Schätzung der immensen Stahlproduktion sowie der Nachweis von Töpfereitätigkeiten im Umfeld der Betriebe der Eisenverarbeitung“, so Kühlborn weiter. Beispielsweise sei Menic in einer Analyse von Verhüttungsschlacken und der Auswertung zahlreicher Ofenbefunde zu dem Ergebnis gekommen, dass pro Verhüttung über 100 Kilogramm Schmiedeeisen produziert werden konnten – eine Menge, die erst 2300 Jahre später übertroffen werden sollte.

Nach der Preisübergabe gab die Preisträgerin in dem Vortrag „Die eisenzeitliche Montanlandschaft Siegerland“ einen Einblick in ihre Arbeit. Stephanie Menic 2015 promovierte 2015 mit der Arbeit „Latènezeitliche Eisenproduktion im Siegerland“. Die Arbeit von Menic war auch eine wichtige Basis für das archäologische Verhüttungsexperiment zur Siegerländer Stahlerzeugung im LWL-Freilichtmuseum Hagen, das in diesem Jahr fortgeführt wird.

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