Serie Leserfotografen

Sieglinde Oppermanns ständiger Begleiter ist die Fotokamera

Leserfotografin Sieglinde Oppermann macht in der Natur fast alle ihre Motive – wie dieses Eichhörnchen, das geduldig posiert. Besonders gern ist sie im Wald unterwegs. Foto:Sieglinde Oppermann

Leserfotografin Sieglinde Oppermann macht in der Natur fast alle ihre Motive – wie dieses Eichhörnchen, das geduldig posiert. Besonders gern ist sie im Wald unterwegs. Foto:Sieglinde Oppermann

Siegen.   Sieglinde Oppermann aus Siegen sieht die Welt durch die Linse ihres Fotoapparats, einem Sondermodell.

Manches Foto ergibt sich fast von selbst. So wie vor einigen Tagen im Häutebachweg, einen Steinwurf von den Redaktionsräumen unserer Zeitung entfernt, mitten in Siegen. Als Sieglinde Oppermann im Vorgarten ihres Hauses Sträucher zurückschnitt, sah sie eine gelbe Blüte, die normalerweise im August nicht mehr zu finden ist: Eine Forsythie, auch Goldglöckchen genannt. Sieglinde Oppermann wusste sofort, dass die Blüte mit ihrem markanten Gelb ein perfektes Fotomotiv darstellte. Sie zückte ihre Kamera – und wenige Tage später erfreute das Bild die Leser unserer Zeitung.

Schnappschüsse aus der Tierwelt

Auch andere ihrer oft zufällig erscheinenden Schnappschüsse sind in unmittelbarer Nähe ihres Hauses entstanden. Eines zeigt eine Rattenmutter mit ihren neun Kindern. Ein Bild, das großes Aufsehen erregte und bewies, dass diese von den meisten Menschen abgelehnten Tiere in Wirklichkeit putzige und soziale Lebewesen sind.

Doch meist findet Sieglinde Oppermann ihre Fotomotive in der freien Natur: „Wir gehen jeden Tag spazieren, und die Kamera ist immer dabei.“ Ihr Mann: „Hätte ich gewusst, wie viel meine Frau fotografiert, hätte ich ihr das Ding nicht geschenkt. Wir sind jetzt doppelt so lang im Wald.“ „Das Ding“ ist eine Canon-Digitalkamera mit großer Brennweite. Ein Sondermodell, das inzwischen nicht mehr produziert wird: „Damit kann ich den Leuten ins Fenster gucken.“ Und natürlich jedes Motiv ganz dicht an sich heranholen.

Veröffentlichung nach einem Jahr

Das Geschenk des Ehemanns war an Weihnachten 2014 und Sieglinde Oppermann ließ sich von Minute an neu vom Foto-Virus infizieren. Natürlich wollte sie auch andere Menschen an ihrer Leidenschaft teilhaben lassen und sendete fleißig Bilder an die Redaktion. Aber es dauerte genau ein Jahr, bis das erste Foto in die Zeitung kam: Am 23. Dezember 2015. Den Tag hat sie sich dick angekreuzt: Ihr Bild einer mit Äpfeln und Möhren geschmückten Tanne mitten auf der Wilnsdorfer Heide. Ein Weihnachtsbaum für Tiere.

Seitdem sind unzählige Bilder hinzugekommen, die sie akribisch gesammelt hat. Ein dicker Zeitungsstapel ist entstanden, ein Album in Planung: Tiere, Landschaften, Pflanzen: „Alles, was schön ist“. Und immer dabei als Begleiter, Ratgeber, Kritiker: Ihr Mann, den sie liebevoll „Oppi“ nennt.

Um die Welt gereist

Die in Kaan-Marienborn aufgewachsene Sieglinde Oppermann hat schon früh Fotoapparate in die Hände genommen. Zunächst beruflich als Einzelhandels-Kauffrau in einem bekannten Siegener Fotoladen. Als sie anschließend 40 Jahre als Bundeswehr-Angestellte arbeitete, wurde Fotografieren ihr wichtigstes Hobby.

Denn die Oppermanns haben viel von der Welt gesehen: Kuba, Mexiko, Venezuela, Kenia, Senegal sind nur einige ihrer Stationen. Immer im Gepäck die Kamera. Zunächst die legendäre Vogtländer, dann eine Canon AV 1, in die man die damals üblichen 36er Filmrollen einlegen musste.

„Bis 60 haben wir die Welt bereist"

Zu ihren Zukunftsplänen gefragt, sind sie sich einig: „Bis 60 haben wir die Welt bereist. Jetzt fallen wir über Deutschland her.“ Da meinen sie vor allem die Ostsee. Und eins ist klar: Auch dann wird die Kamera dabei sein, denn Sieglinde Oppermann will auch in Zukunft die Leser unserer Zeitung an ihrer Fotokunst teilhaben lassen.

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