Ratsfraktionen fast geschlossen für Offenlegung der Sieg

Siegplatte vor dem Aus

Foto: WP

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Siegen. In der Siegener Lokalpolitik gibt es keinen Pfeiler mehr, der die Siegplatte noch stützt.

Nachdem Bürgermeister Steffen Mues gestern bei der Vorstellung der Gutachten zur Siegplatte hatte durchblicken lassen, dass er Sympathien für eine Offenlegung der Sieg hegt, sprechen sich auch die Ratsfraktionen für einen Abriss der Siegplatte aus.

Nach 40 Jahren steht das Bauwerk vor dem Aus. Die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FDP und Grüne befürworten eine Offenlegung der Sieg. Die UWG äußerte sich zwar noch verhalten, signalisierte aber bei einem entsprechenden Konzept, das sicherstellt, dass die Oberstadt nicht von der Unterstadt abgebunden wird, sich einem Abriss der Siegplatte nicht verweigern zu wollen.

Sozialdemokraten und Grüne frohlocken. Beide Fraktionen kündigten gegenüber unserer Zeitung an den Prozess beschleunigen zu wollen. „Wir brauchen jetzt schnell eine Grundsatzentscheidung”, so Detlef Rujanski (SPD). Grünen-Fraktionschef Michael Groß forderte das Thema „nicht elegant aus dem Kommunalwahlkampf herauszuhalten, sondern dem Bürger jetzt zu sagen, was man will”. Beide Fraktionen wollen mit Anträgen erreichen, dass der Abriss der Siegplatte grundsätzlich schon bald beschlossen wird.

Union und Liberale reagierten zwar verhaltener. Die Fraktionschef Ute Höpfner-Diezemann (CDU) und Klaus Volker Walter (FDP) sagten aber, einen Abriss vor dem Hintergrund der gutachterlichen Ergebnisse mittragen zu wollen. Vor einem Beschluss müsse aber ein Gesamtplan für die Innenstadt erarbeitet werden. „Da gibt es sicherlich noch Diskussionsbedarf”, sagte Frau Höpfner Diezemann.

Bürgermeister Steffen Mues und die Universität Siegen hatten am Dienstag die Ergebnisse mehrere Gutachten vorgestellt, die sich mit der Siegpaltte befassen. Die Siegplatte ist dringend sanierungsbedürftig. Eine Inastandsetzung würde 6,2 Millionen Euro kosten. Ein Abriss mit Neugestaltung des Siegufers zwischen 7,6 und 8,2 Millionen Euro. Bei einem Abriss würde das Land bis zu 70 Prozent der Kosten übernehmen, bei einer Sanierung müsste die Stadt sämtliche Kosten tragen.Einzelhandel profitiert

Ein weiteres Gutachten kommt zu dem Schluss, dass ein Abriss der Siegplatte positive Auswirkungen auf den Einzelhandel in Siegen hätte. Viele Händler hatte wegen dem Wegfall der beliebten Parkfläche Umsatzeinbußen befürchtet. Die Gutachter kommen zu einem gegenteiligen Ergebnis. Das Umfeld werde durch eine Renaturierung der Sieg insgesamt sogar stark aufgewertet, die Innenstadt gewinne an Attraktivität.

Bei einem Abriss der Siegplatte würden 140 Parkplätze wegfallen. Die drei kommunalen Parkhäuser - Apollo, Hindenburgstraße und Löhrtor/Altstadt - bieten zusammen fast 1500 Stellplätze. Hinzu kommt einige hundert Plätze in der Tiefgarage Karstadt. Bei einem Wegfallen der Siegplatte würde also nur rund fünf Prozent des Parkraums in Siegen entfallen.

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