Stadtentwicklung

Stadt Kreuztal schmiedet Pläne für Bahnhof und Buschhütten

Direkt gegenüber dem Bahnhof, aber nur mit einem Umweg erreichbar: Thema wird die direkte Anbindung des Lokschuppens.

Direkt gegenüber dem Bahnhof, aber nur mit einem Umweg erreichbar: Thema wird die direkte Anbindung des Lokschuppens.

Foto: Steffen Schwab

Kreuztal.  Kreuztal nähert sich neuen Projekten: Es geht um einen kurzen Weg zum Lokschuppen (Café Basico) und eine neue Dorfmittte für Buschhütten.

Die Stadt Kreuztal nimmt sich – nach der Planung von Bildungscampus, Marburger Straße und Stadthallen-Erweiterung – die nächsten großen Stadtentwicklungsprojekte vor. Der Infrastrukturausschuss wird am Montag, 1. Juli, die ersten Weichen für die weitere Planung am Bahnhof und in der Buschhüttener Ortsmitte stellen. Die Sitzung in der Weißen Villa in Dreslers Park beginnt um 17 Uhr.

Bahnhof

Bahnüberquerung zum Lokschuppen: Im Blickfeld steht der Lokschuppen, der als Café Basico seit 2014 Veranstaltungsort ist. Wer dorthin will, muss den zwei Kilometer langen Weg über die Langenauer Brücke nehmen: 25 Meter Laufzeit für Fußgänger seien zu viel, die Strecke sei zudem schlecht ausgebaut, die Umgebung vorbei an Bahngleisen und Gewerbebetrieben sei unattraktiv, heißt es in der Vorlage. Die Machbarkeitsstudie, die der Ausschuss in Auftrag geben soll, könnte verschiedene Möglichkeiten untersuchen, wie die Bahngleise überquert werden können. Ergebnis wäre dann eine direkte Verbindung zwischen Lokschuppen, Bahnhof und Innenstadt.

Neue Ufer an Ferndorf und Littfe: Fortgesetzt werden könnte auch die ökologische Aufwertung des Bereichs: Derzeit laufen am Heugraben die Arbeiten an dem neuen Ferndorf-Ufer, das nach dem Abbau des Blefa-Wehrs angelegt wird. Möglich wurde die Planung, nachdem die Wasserrechte der Blefa erloschen sind. Das Wehr war eines der letzten Hindernisse für Wanderfische auf dem Heimweg zu ihren Herkunftsgewässern im oberen Ferndorftal. 238.000 Euro investiert die Stadt dort, bis zu 80 Prozent übernimmt das Land, im Herbst werden abschließende Bepflanzungsarbeiten ausgeführt. Vorgeschlagen wird nun, auch auf der anderen Seite der Gleise den Mündungsbereich von Ferndorf und Littfe zu öffnen, Aufenthaltsorte zu schaffen und die Flusskreuzung „erlebbar“ zu machen. Vorangehen muss allerdings eine Altlastenuntersuchung.

P+R-Anlage: Ebenfalls angehen möchte die Stadt mit der Studie, die 195.000 Euro kosten wird und für die Kreuztal sich um einen 50-Prozent-Zuschuss aus Städtebauförderungsmitteln des Landes bemühen wird, das Parkplatz-Problem: Die neue Park-and-Ride-Anlage neben dem Bahnhof werde „stark frequentiert“. Geprüft werden soll, ob auf dem Lokschuppengelände ein weiterer P+R-Platz gebaut werden kann.

Buschhütten

Vorgestellt werden am Montag erste Planskizzen für eine neue Buschhüttener Dorfmitte, die – angrenzend an die Turn- und Festhalle – auf dem Sportplatz entstehen soll, der „derzeit kaum noch genutzt“ werde und „sich mittlerweile in einem schlechten Zustand“ befinde. Realisieren will die Stadt damit ein Projekt aus ihrem integrierten Entwicklungskonzept (IKEK) und einen Vorschlag aus ihrem Wohnbaulandkonzept:

Mit der Nähe zu Kita, Jugendtreff, Schule und Einkaufszentrum sei der Standort „prädestiniert für die Entwicklung neuer Wohnbauflächen“. Konkret sollen Mietwohnungen „insbesondere im unteren Mietpreissegment“ entstehen. Gedacht ist an 50 bis 60 Wohneinheiten auf der 7000 Quadratmeter großen Fläche. Bei der Vergabe der Grundstücke könnte die Stadt soziale, ökologische und städtebauliche Kriterien anlegen. Angestrebt werde ein Mix aus etwa 30 Wohnungen zu niedrigen Mietpreisen und weiteren 20 bis 30 Miet- oder Eigentumswohnungen, „um insgesamt eine rentierliche Investition zu ermöglichen“. Für Schule und Turnverein soll eine Kleinsportanlage an den Bahngleisen vorgesehen werden, für die Bürgerbeteiligung vorschlagen will die Stadt auch einen Bolzplatz an der Mattenbachstraße.

Ihren Dorfplatz rund um eine über 100 Jahre alte Kastanie haben die Buschhüttener – unter Protest – 2007 beim Neubau des Aldi-Marktes verloren. „Um für die Bürgerinnen und Bürger wieder einen Treffpunkt und einen Ort der Identifikation zu schaffen, soll in unmittelbarer Nähe zur ursprünglichen Dorfmitte ein neuer Platz entstehen.“ Ersatz könnte nun zwischen der künftigen Wohnbebauung und der Turn- und Festhalle geschaffen werden, wo noch ein 3400 Quadratmeter großes Gelände zur Verfügung steht. Für die Finanzierung will sich die Stadt um einen 90-Prozent-Zuschuss aus dem, Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ bemühen; die Bezirksregierung habe diese Fördermöglichkeit „in Aussicht gestellt“. Die Gestaltung will die Verwaltung gemeinsam mit den Buschhüttenern erarbeiten. „Insgesamt soll eine harmonische Ortsmitte entstehen“, heißt es in der Vorlage, mit einer „modernen, gestalterisch ansprechenden und funktionalen Wohnbebauung“ und einem „attraktiven Wohnumfeld mit einer hohen Aufenthaltsqualität sowie vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für die Bewohner“.

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