Handwerksbetrieb

Steigende Preise: Bäckerei Hampe droht Zahlungsunfähigkeit:

| Lesedauer: 2 Minuten
Gestiegene Rohstoff- und Energiepreise machen der Bäckerei Hampe zu schaffen (Symbolbild).

Gestiegene Rohstoff- und Energiepreise machen der Bäckerei Hampe zu schaffen (Symbolbild).

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Neunkirchen/Köln.  Familienbetrieb Hampe aus Neunkirchen im Insolvenzverfahren: Was das für Beschäftigte, Kunden und Großhandel bedeutet.

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Die Bäckerei Hampe GmbH mit Sitz in Neunkirchen hat am 13. Juni aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Siegen einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht hat laut einer Pressemitteilung Rechtsanwalt Jens Lieser von der Kanzlei Lieser Rechtsanwälte aus Köln zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

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Der Familienbetrieb stellt in Neunkirchen Brot- und Backwaren her, die in 19 Filialen im Siegerland sowie an regionale Wiederverkäufer und Großkunden verkauft werden. Die Löhne und Gehälter aller rund 160 Mitarbeiter sind bis Ende Juli 2022 über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert, so Lieser. Die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes wurde bei der Behörde bereits beantragt.

Alle Filialen der Bäckerei Hampe geöffnet, Belieferung von Großkunden gesichert

Der vorläufige Insolvenzverwalter Jens Lieser und die Geschäftsführung haben die Beschäftigten in einer Betriebsversammlung über die Insolvenz und die weiteren Schritte informiert. Oberstes Ziel sei die Fortführung des Unternehmens und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze. „Wir haben eine gute Auslastung und planen deswegen keine Kündigungen, denn wir brauchen unsere motivierten Mitarbeiter. Sie sorgen dafür, dass unsere täglich frische Backware an unsere Kunden geht“, sagt Geschäftsführer Eckhardt Hampe.

Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter. Alle Filialen sind geöffnet. Außerdem ist die Belieferung der Wiederverkäufer und der Großkunden mit tagesfrischen Backwaren gesichert. Erhebliche Preissteigerungen bei den Rohstoffen, wie etwa Mehl sowie ein hoher Margen- und Wettbewerbsdruck sowie die gestiegenen Energiepreise haben die Großbäckerei Hampe in die Liquiditätskrise geführt. Als nun die Rückzahlung der aufgrund der Corona-Pandemie gewährten KfW-Kredite hinzukam, konnte das Unternehmen die finanziellen Belastungen nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen und musste einen Insolvenzantrag stellen.

Insolvenzverfahren als Chance für Bäckerei Hampe: Sanierungsprozess begrüßt

„Ich sehe gute Chancen für das Bäckereiunternehmen Hampe, denn eine Insolvenz bedeutet nicht immer das Aus, sondern kann durchaus der Start für einen Neuanfang sein“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Jens Lieser. „Wir werden alles tun, um eine Sanierung zu erreichen“, so Lieser weiter.

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Inzwischen liegen bereits erste positive Signale von Kunden und Lieferanten vor, die den Sanierungsprozess begrüßen und mittragen wollen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Jens Lieser hat bereits Gespräche mit Interessenten aufgenommen, mit denen eine Zukunftslösung möglich sein könnte.

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