Wirtschaft

Stellenstreichungen bei Krombach Armaturen in Kredenbach

Neuer Aderlass: Krombach Armaturen in Kredenbach.

Neuer Aderlass: Krombach Armaturen in Kredenbach.

Foto: Manfred Dornseifer

Kredenbach.   70 von noch 200 Mitarbeitern müssen gehen: IG Metall sieht unternehmerische Fehlentscheidungen als Grund, nicht die schwierige Marktsituation.

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Krombach Armaturen entlässt 70 seiner noch rund 200 Mitarbeiter. Betroffen ist vor allem die Verwaltung. Das hat IG-Metall-Geschäftsführer Andrée Jorgella dieser Zeitung auf Anfrage bestätigt.

2012 erlitt der Standort den ersten großen Aderlass. 65 von damals noch 330 Stellen sollten gestrichen werden, drei Jahre später ging es um 28 von noch 280 Mitarbeitern. Damals wies die Geschäftsleitung auf die Konkurrenz in China und im mittleren Osten hin, während die Belegschaftsvertretung hausgemachte Fehler sah: Die Zusage, dass durch die Übernahme dem mittelständischen Unternehmen neue Märkte erschlossen würden, sei nicht eingehalten worden; vor Ort in Kredenbach gebe es keine entscheidungsbefugte Leitungsebene mehr.

Zulieferer für den Anlagenbau

„Wir sorgen uns, ob der Betrieb in Zukunft überhaupt noch handlungsfähig ist“, sagt IG-Metall-Geschäftsführer Jorgella. Nach wie vor sieht die Gewerkschaft die Ursache für die schlechten Nachrichten nicht in einem schwierigen Marktumfeld, sondern in unternehmerischen Fehlentscheidungen. Die IG Metall werde versuchen, über einen Sozialplan einen Interessenausgleich auszuhandeln. Skeptisch zeigte sich Jorgella, ob das Ausmaß des Stellenabbaus noch abzuwenden sei — die Erfahrung mit dem amerikanischen Management spreche dagegen.

Krombach Armaturen wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Das Unternehmen wurde in Hilchenbach gegründet und zog 1957 nach Kredenbach um. Kunden sind Anlagenbauer für die Chemie- und Erdölindustrie.

Die Geschäftsführung des seit 2008 zu der amerikanischen Crane-Gruppe gehörenden Unternehmens äußerte sich erst am Donnerstag, ohne die Zahl von 70 gestrichenen Stellen zu bestätigen. Es handele sich um eine „Reaktion auf die Verschlechterung in der Kraftwerksindustrie“. Die Fertigungskapazität werde reduziert, „um die Zukunft des Standorts Kreuztal zu sichern“. In einer Betriebsversammlung wurde allerdings angekündigt, dass weitere Teile der Produktion an die Standorte in Slowenien verlagert werden.

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