Verkehr

Streit unter Anwohnern wegen Sattelweg in Unglinghausen

Diese Kreuzung ist das Streitobjekt. Der Sattelweg ist sehr schmal. Damit Fahrzeuge dennoch durchfahren können, stellten Anwohner damals Teile ihrer Grundstücke.

Foto: Jennifer Wirth

Diese Kreuzung ist das Streitobjekt. Der Sattelweg ist sehr schmal. Damit Fahrzeuge dennoch durchfahren können, stellten Anwohner damals Teile ihrer Grundstücke. Foto: Jennifer Wirth

Unglinghausen.   In der engen Anliegerstraße gibt es Ärger: Ein Streit unter den Anwohnern droht zu eskalieren und die Sicherheit zu gefährden.

Der Sattelweg in Unglinghausen ist eng – seit jeher. Der Anliegerweg schafft eine Verbindung zwischen der Hüttentaler Straße und der Wolfsbornstraße. Quasi trichterförmig wird er Richtung Wolfsbornstraße immer enger. Kurven erschweren das Durchfahren zusätzlich. Doch nun soll er auch an der Einmündung zur Hüttentaler Straße ebenfalls schmaler werden – zumindest, wenn es nach Anwohner Andreas Henk geht. Denn seine Grundstücksgrenzen verlaufen auf der Straße. Das heißt, dass er Teile zur Verfügung stellt, damit der Weg breiter ist. Ähnlich machen es auch die anderen Anwohner. Doch ein Nachbarschaftsstreit droht nun zu eskalieren.

Das sagt die Anwohnerin

Ärger gibt es in dem Weg schon seit einigen Jahren. Andreas Henk und seine Nachbarin Daniela Leschinski wohnen direkt an der Einmündung jeweils in einer Doppelhaushälfte. Doch jetzt hat Daniela Leschinski genug und einen Anwalt eingeschaltet. Das Problem: Der Nachbar parke in der – sowieso schon engen – Straße so, dass für Rettungswagen, Feuerwehr oder auch Lieferanten kein Durchkommen mehr möglich sei.

Der Großbrand in Netphen habe Daniela Leschinski sensibilisiert. Nun sei die Angst da, dass ihrer Familie im Ernstfall nicht geholfen werden könnte. „Ich bin auf die Willkür meines Nachbarn angewiesen. Das kann doch nicht sein“, sagt sie aufgebracht. „Er steht da, wo nicht sein Grundstück ist. Wenn er nur dort stehen würde, dann wäre es okay.“ Gespräche mit dem Mann hätten nicht gefruchtet. „Er ist aufbrausend und will nicht reden.“

Seit mehreren Monaten stehe sie deshalb in Kontakt mit der Stadt. „Die haben ein Vermessungsbüro hergeschickt und sind sehr bemüht. Aber sie wissen nicht weiter“, so Leschinski. Auch Knöllchen vom Ordnungsamt hätten an der Situation nichts geändert. „Wenn er nicht dort steht, dann kommt alles durch.“ Von unten sei der Weg für große Fahrzeuge nicht passierbar – das sei also keine Alternative. Doch es ginge nicht nur um sie, auch die anderen Bewohner der Straße seien potenziell gefährdet.

Das sagt der Nachbar

Nachbar Andreas Henk hat seine ganz eigene Meinung. „Das ärgert mich. Früher haben wir damit nie ein Problem gehabt.“ Er habe „aus Prinzip“ seine Autos dort stehen – „schon immer“. Und das wolle er auch jetzt nicht ändern. „Ich überlege, einen Zaun bauen zu lassen um mein Grundstück“, sagt er und zeigt auf die Markierungen am Boden. Pinke Streifen deuten an, wo die Grenzen verlaufen. Dadurch würde der Sattelweg an der Einmündung etwa 1,5 bis zwei Meter schmaler werden. Dass er dann aber auch selbst nicht mehr dort parken könnte, ist ihm egal. Er zeigt auf sein Grundstück und sagt: „Ich habe da oben genug Platz.“

Das sagt die Stadt

Das Problem ist der Stadt bekannt. Auf Nachfrage erklärt Baudezernent Erwin Rahrbach: „Wir sind da relativ hilflos in so einer Situation. Eigentum hat im Grundgesetz einen hohen Stellenwert.“ Ein Enteignungsverfahren sei nicht so einfach möglich. Grundsätzlich sei es möglich, die Grenzen herzustellen – auch mit einem Zaun und auch, wenn der Weg dadurch schmaler werde.

Es sei denn, es gebe ein lange verankertes Gewohnheitsrecht. Entscheidend sei, dass für die Straße die Mindestbreite von drei Metern gegeben ist. Und das sei im Sattelweg der Fall. „Ein Fahrzeug ist in der Regel 2,3 Meter breit. Ein Weg von drei Metern reicht zum Befahren generell – auch für Rettungsfahrzeuge“, sagt Rahrbach. „Das ist natürlich eng und für die Feuerwehr nahezu unmöglich, aber genehmigt.“ Da die Hüttentaler Straße recht breit ist, sei es möglich, rechtwinklig in den Sattelweg einzufahren. „Grundsätzlich ist sie also befahrbar, aber es wird eng. Rettungsfahrzeuge müssten den Weg auch rückwärts wieder verlassen, wegen der engen Kurven.

Im Zweifel handle es sich um einen heftigen Nachbarschaftsstreit. Um die Rettung müssten sich die Anwohner keine Sorgen machen: „Die Menschenrettung geht vor. Deshalb dürfen Hindernisse im Ernstfall entfernt werden“, sagt Rahrbach. Das wär’s dann mit dem Zaun.

>>>> INFO: Eigentum ist besonders geschützt

Das Eigentum wird in Deutschland durch Art. 14 im Grundgesetz besonders geschützt und bezeichnet die Herrschaft einer Person über eine konkrete Sache. Damit stellt das Eigentum ein dingliches Recht dar. Der Eigentumsschutz wird für jeden Bürger der Bundesrepublik Deutschland sichergestellt.

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