Energie

Strom aus eigener Anlage: Lohnt sich das?

„Jede einzelne Anlage muss sorgfältig und individuell geplant werden, damit sie zum voraussichtlichen Stromverbrauch passt“, sagen Experten.

„Jede einzelne Anlage muss sorgfältig und individuell geplant werden, damit sie zum voraussichtlichen Stromverbrauch passt“, sagen Experten.

Foto: Peter Endig

Siegen.   Warum sich Solarzellen auf dem Dach lohnen können, erklärt Experte Joachim Weid von der Energieberatung der Verbraucherzentrale in Siegen.

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Strom aus einer privaten Solarstromanlage – das bedeutet Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen und ein gutes Klimagewissen. Allerdings sind viele Verbraucher unsicher, ob sich eine Photovoltaikanlage noch rentiert. Joachim Weid, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale in Siegen, erläutert die Voraussetzungen für eine lohnende Investition.

„Ausgangspunkt für eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist zunächst der Anschaffungspreis der Anlage“, erklärt Weid. Die Solarstromanlagen seien in den vergangenen zwölf Monaten nochmals günstiger geworden. So sind die Großhandelspreise für Solarmodule 2016 um etwa 15 Prozent gesunken. Ebenso ist zu klären, wie viel Geld sich mit der Anlage sparen lässt. In einem typischen Haushalt können zumeist 20 bis 30 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbraucht werden. „Dieser Anteil lässt sich deutlich erhöhen, wenn die Anlage mit einem Batteriespeicher ausgestattet wird“, ergänzt Weid. Auch nachts und an wolkigen Tagen wäre damit Sonnenstrom verfügbar.

Die Preise für Batteriespeicher sind 2016 ebenfalls gesunken. Zudem gibt es für Anlagen mit Batteriespeicher zinsgünstige Darlehen mit Tilgungszuschuss bei der Kfw. Den Tilgungszuschuss kann auch erhalten, wer bei einer bereits vorhandenen Solaranlage einen Batteriespeicher nachrüstet.

Vergütung kann steigen

Dennoch, so Weid, sollte immer im Einzelfall geprüft werden, ob sich die Anschaffung eines Speichers lohnt. Ein weiterer Faktor hinsichtlich der Rentabilität der Solarstromanlage ist der Verdienst durch den nicht selbst verbrauchten Strom. Die Vergütung für ins Netz eingespeisten Strom liegt im Februar 2017 bei 12,3 Cent pro Kilowattstunde für Anlagen bis 10 Kilowatt. Im ersten Halbjahr 2017 darf sogar mit einer leichten Erhöhung gerechnet werden.

Ob eine Photovoltaikanlage sinnvoll sein kann, hängt nicht zuletzt von den Standortgegebenheiten ab. Vor der Anschaffung sollte daher laut Verbraucherzentrale genau geprüft werden, ob die Dachfläche in Bezug auf Ausrichtung, Neigung, Verschattungsfreiheit und Tragfähigkeit überhaupt für das geplante Vorhaben geeignet ist.

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