Forschungsprojekt

Studenten der Uni Siegen analysieren und beraten Unternehmen

Die studentischen Projektteams begegnen den Unternehmen im Forschungsprojekt als Partner – und damit in einer anderen Rolle als beispielsweise in Praktika.

Foto: Uni Siegen

Die studentischen Projektteams begegnen den Unternehmen im Forschungsprojekt als Partner – und damit in einer anderen Rolle als beispielsweise in Praktika. Foto: Uni Siegen

Siegen.   Im Forschungsprojekt „Finanzkommunikation“ analysieren Studenten regionale mittelständische Unternehmen und beraten sie anschließend.

Die Leitlinie „Über Geld spricht man nicht“ gilt in der Wirtschaft nur bedingt. Im Forschungsprojekt „Finanzkommunikation“ haben Studenten der Universität Siegen mittelständische Unternehmen aus der Region diesbezüglich analysiert und beraten.

Das Thema

Eine durchdachte Kommunikation über die finanzielle Lage hat für Unternehmen große Vorteile, wie aus einer Mitteilung der Uni hervorgeht. Einerseits lässt sich Kunden zeigen, dass es dem Unternehmen gut geht, andererseits lässt sich Kapitalgebern vermitteln, dass ihr Geld in guten Händen ist. „Bei der Finanzkommunikation geht es im Grunde darum, transparent zu zeigen: Wir haben bei unseren Finanzen nichts zu verbergen“, erklärt Projektteilnehmer Patrick Hertrampf.

Das Projekt

Ein Semester lang haben neun Masterstudenten in Teams drei Unternehmen analysiert: Die Büdenbender Dachtechnik GmbH aus Siegen, die „dokuteam Südwest GmbH“ aus Weidenau und die Reinhard Krückemeyer GmbH & Co. KG aus Wilnsdorf. Profitieren sollen beide Seiten, wie es seitens der Uni heißt: Die Studenten werden an praxisnahe Probleme herangeführt, die Mittelständler sollen Chancen und Potenziale erkennen.

Patrick Hertrampf arbeitete mit zwei Kommilitonen für die Firma Krückemeyer. Sein Team analysierte die nationale und internationale Wettbewerbersituation, um herauszufinden, wie Krückemeyer sich im Vergleich zu den direkten Konkurrenten entwickelt. Die Erkenntnisse seien wichtig, um Banken, Kapitalgebern oder Mitarbeitern ein realistisches Bild der Marktsituation zu vermitteln.

Die Studenten

„An der Uni lernen wir viel Theorie und rechnen viel“, sagt Hertrampf. „In diesem Projekt konnten wir überprüfen, wie wir das Wissen in der Praxis tatsächlich anwenden können.“ In Praktika ginge das zwar auch, aber der 26-Jährige sieht einen entscheidenden Unterschied: „Im Praktikum wird man angelernt und ist in einer Bittsteller-Position. Im Projekt ‚Finanzkommunikation‘ sind wir gleichwertige Partner des Unternehmens.“

Besonders wichtig findet der Student der Fakultät III (Wirtschaftswissenschaften – Wirtschaftsinformatik – Wirtschaftsrecht), dass er sich außer neuem Fach- und Praxiswissen auch so genannte Soft Skills aneignen konnte: „Wir mussten vor Menschen präsentieren, uns vor dem Geschäftsführer beweisen, selbstständig arbeiten und waren für unsere Ergebnisse eigenverantwortlich.“

Die Unternehmen

Die Firmen ziehen in mehrererlei Hinsicht Nutzen aus dem Projekt. „Die Studenten gehen ganz ohne Scheuklappen und ohne Beeinflussung an die Sache ran“, sagt Geschäftsführer Jan Krückemeyer. „Das kann sehr wertvoll sein, um uns strategisch weiterzubringen.“ Außerdem sei das Projekt ideal geeignet, um Nachwuchskräfte zu finden.

Die Uni

Professor Arnd Wiedemann und Natalie Schmücker vom Lehrstuhl für Finanz- und Bankmanagement an der Uni Siegen haben das Projekt Finanzkommunikation initiiert. Es lief in diesem Jahr zum zweiten Mal und „soll die Verknüpfung und Akzeptanz der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in der Region Südwestfalen stärken und ausbauen“, wie die Uni schreibt.

>> WEITERE UNTERNEHMEN GESUCHT

  • Für kommendes Jahr ist ein Folgeprojekt geplant. Interessierte Unternehmen können sich an den Lehrstuhl für Finanz- und Bankmanagement wenden.
  • Ansprechpartner bei allen Fragen ist Prof. Dr. Arnd Wiedemann; E-Mail: wiedemann@bank.wiwi.uni-siegen.de, Telefon: 0271/740-2664.
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