Konjunkturkrise

Suche nach Investor: Rudolf Flender Rohr erneut in Insolvenz

Das Siegener Werk der Rudolf Flender Rohr an der Eiserfelder Straße.

Das Siegener Werk der Rudolf Flender Rohr an der Eiserfelder Straße.

Foto: Hans Blossey

Siegen.  147 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs: Von US-Präsident Donald Trump verhängte Schutzzölle lassen das Siegener Traditionsunternehmen straucheln.

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Die Rudolf Flender Rohr GmbH hat am Montag beim Amtsgericht Siegen Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde erneut Rechtsanwalt Martin Buchheister aus Lüdenscheid bestellt, dem es bereits 2016 gelungen war, nach erfolgter Sanierung mit einem Investor Flender Rohr wieder in einen normalen Geschäftsbetrieb zu führen.

„Die Geschäftsführung und 147 hoch motivierte Mitarbeiter arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, Produktion und Auslieferung trotz der schwierigen Lage möglichst uneingeschränkt aufrecht zu erhalten“, teilte das Unternehmen am Montagnachmittag mit. Ziel aller Anstrengungen ist die Fortführung der Stahlrohrfertigung des seit 1910 tätigen Traditionsunternehmens.

Innovative Produkte im Profilrohrgeschäft

Am Werksstandort Siegen werden Stahlrohre und -profile von höchster Präzision gefertigt. Flender Rohr sei es insbesondere im Profilrohrgeschäft gelungen, mit neuen innovativen Produkten nachhaltig Wachstum zu generieren und Erträge zu erzielen, heißt es in der Mitteilung. „Leider verlief die Geschäftsentwicklung im Bereich der Rundrohre, dem zweiten Standbein bei Flender Rohr, deutlich negativer.“

Die Einführung von US-Schutzzöllen durch Präsident Trump machte eine gerade erfolgreich installierte Marktentwicklung im Bereich Öl- und Gasfeldrohre in Nordamerika zunichte. Bedeutende Preisunterschiede in Europa im Bereich des Vormaterials und neue Wettbewerber aus Osteuropa verhinderten eine Weiterentwicklung dieses Bereiches.

Gesicherter Auftragsbestand und moderne Produktionsmittel

Nachdem der Verlust von Aufträgen bereits 2018 zu einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung geführt habe, sorgte die Krise der Stahlindustrie im laufenden Geschäftsjahr für einen Zusammenbruch der Nachfrage im Bereich Rundrohre. Die fehlende Auslastung der Fertigung führte zu Verlusten, die durch die anderen Geschäftsbereiche nicht aufgefangen werden konnten.

„Das Insolvenzverfahren eröffnet die Chance, das Unternehmen für die Herausforderungen des europäischen Rohrmarktes neu aufzustellen“, heißt es weiter. Der Insolvenzverwalter könne auf moderne Produktionsmittel und einen gesicherten Auftragsbestand zurückgreifen.

„Flender Rohr muss es gelingen, neue Märkte zu gewinnen, um langfristig wirtschaftlich erfolgreich und weniger abhängig von den Marktentwicklungen zu sein“. Der Fokus liegt darauf, zügig einen neuen Investor zu finden. Gespräche mit einem international agierenden Unternehmen wurden bereits begonnen.

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