Musik

Swing in Siegen mit Kunst von Ella Fitzgerald

Dagmar Bunde und Mario Mammone am Oberen Schloss in Siegen.

Dagmar Bunde und Mario Mammone am Oberen Schloss in Siegen.

Foto: Wolfgang Leipold

Siegen.   Ella Fitzgerald ist die Stimme des Jazz. Nun widmete ihr die Late Night Jazz Foundation im Zuge des Siegener Sommerfestivals einen Abend.

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Auch 21 Jahre nach ihrem Tod strahlt die Gesangskunst Ella Fitzgeralds heller denn je. Vor allem in diesem Jahr, in dem sie 100 Jahre alt geworden wäre.

Ihre einzigartige Karriere dauerte nahezu sieben Jahrzehnte. Sie arbeitete mit allen Jazz-Größen ihrer Zeit zusammen und gab bis kurz vor ihrem Tod noch Konzerte. Da war sie schon fast blind und musste auf dem Weg zur Bühne gestützt werden.

Vom ersten Takt an swingt es in der gewittergeladenen Abendluft im Innenhof des Oberen Schlosses. „I´m beginning to see the light“ ist der Titel des Stücks, das Ella Fitzgerald einst mit dem Big Band König Count Basie aufgenommen hat.

Und es wird hörbar, welch wunderbare Musiker die beiden Late Night- Urgesteine, Gitarrist Mario Mammone und Schlagzeuger Marco Bussi, zu diesem Abend eingeladen haben: den Kölner Martin Sasse, seit 25 Jahren einer der gefragtesten Pianisten und Keyboarder Deutschlands, dessen außerordentliche Improvisationskunst schon oft auch im Jazzclub Oase zu hören war; den Dortmunder Ingo Senst, der auf seinem Kontrabass mal einen weichen und dann wieder einen markanten Klangteppich legt und mit Marco Bussi für den rhythmischen Herzschlag des Abends sorgt; und die Rheinländerin Dagmar Bunde, die mit ihrer stimmlichen Vielseitigkeit viele Facetten der Gesangskunst von Ella Fitzgerald hörbar werden lässt. Natürlich auch den Scatgesang, bei dem Silben in freier Improvisation rhythmisch und melodisch aneinandergereiht werden und der ein Markenzeichen Ellas ist.

Musikalische Perlen

Einer ihrer häufigsten musikalischen Partner war Louis Armstrong. Ihr „Dream a little Dream“ zelebriert Dagmar Bunde in federleichtem Swing und lässt auch das Trompeten-Solo des Meisters lebendig werden. Zum Zurücklehnen schön. Auch die Piano-Legende Oscar Peterson gehörte zu Ellas Partnern, was Dagmar Bunde durch eine Blues-Ballade würdigt. Ebenso eine Komposition des großen Gitarristen Joe Pass, die sie im Duett mit Mario Mammone interpretiert.

Und so reihen die fünf Künstler eine musikalische Perle, die einst zum Repertoire Ella Fitzgerald gehörte, an die nächste. Auf Frank Sinatras „Cheek to Cheek” folgen Armstrongs „Basin Street Blues“ und der Jazz-Hit Dave Brubecks „Take the ‘A’-Train“. Bewundernswert dabei ist auch die spezielle Kommunikation der Vollblut-Jazzer untereinander.

Denn geprobt haben sie ihr Programm nicht. Das wird in den Wochen vor dem Auftrittstermin entwickelt und abgesprochen. Man trifft sich, das ist das Konzept der Late Night Jazz Foundation, einige Stunden vor Konzertbeginn. Nach dem Aufbau der Instrumente und dem Soundcheck spielen sie die vereinbarten Titel kurz an und präsentieren sie dann dem Publikum. So bleibt viel Platz für Improvisationen und auch Überraschendes.

Einzigartige Atmosphäre

Auch wenn Donnergrollen manchmal eine unwillkommene Begleitmelodie bildete und kleine Regenschauer den Abend garnierten: Es war eine grundrichtige Entscheidung der Verantwortlichen, das Konzert nicht in den Ersatzspielort Lÿz zu verlegen.

Die zahlreichen Zuhörer genossen die einzigartige Atmosphäre im Innenhof des Oberen Schlosses mit der Musik der Jazz-Königin Ella Fitzgerald, interpretiert von außergewöhnlichen Musikern der Gegenwart.

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