Gewerkschaft

Tag der Arbeit: Mai-Kundgebung in Siegen auf der Siegbrücke

Von links: Svenja Thelen, Mechthild Boller-Winkel, Mina Schellschläger und Ingo Degenhardt

Von links: Svenja Thelen, Mechthild Boller-Winkel, Mina Schellschläger und Ingo Degenhardt

Foto: Ina Carolin Lisiewicz

Siegen.   DGB Siegen-Wittgenstein ruft dazu auf, sich am 1. Mai für gerechtes und soziales Europa einzusetzen. „Heraus zum Roten 1. Mai“ ab Siegerlandhalle

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft dazu auf, sich am 1. Mai für ein gerechtes und soziales Europa einzusetzen. Der Tag der Arbeit steht beim DGB in diesem Jahr unter dem Motto „Europa. Jetzt aber richtig“. Wegen der Baumaßnahmen auf dem Kornmarkt findet die Maikundgebung dieses Jahr auf der Siegbrücke und in der Bahnhofstraße statt.

Europa

„Die EU hat dafür gesorgt, dass wir in Europa seit Jahrzehnten in Frieden leben. Und sie hat für die Menschen in Deutschland und europaweit erhebliche Vorteile gebracht“, sagt Siegen-Wittgensteins DGB-Chef Ingo Degenhardt. So schütze und erweitere die EU die Rechte von Arbeitnehmern bei der Arbeitszeit, dem Mutterschutz und in vielen anderen Bereichen. Dennoch müsse man das Interesse der Arbeitnehmer noch stärker in den Vordergrund stellen. Als Beispiel nennt Ingo Degenhardt den Mindestlohn: „Die Bandbreite ist in der EU sehr groß.“ In Bulgarien beträgt er 1,72 Euro. In Deutschland bekommen die Arbeitnehmer mindestens 9,19 Euro pro Stunde. Die Lohn- und Gehaltsstrukturen müssten in der EU angeglichen werden, so Ingo Degenhardt. „Beim Mindestlohn ist noch Luft nach oben.“

Die Gewerkschaftsjugend wird sich im Rahmen eines „Jugendblocks“ ebenfalls mit der Europäischen Union beschäftigen. Yannik Steinseifer und Yasmine Boubaous sprechen in ihren Redebeiträgen über die Europawahl am 26. Mai; Jonathan Oerter wird sich mit dem Berufsbildungsgesetz auseinandersetzen. „Wir als Gewerkschaftsjugend setzen uns für eine Mindestausbildungsvergütung, die zum Leben reicht, ein“, sagt Svenja Thelen, Jugendbildungsreferentin in der DGB-Region Südwestfalen. Das Berufsbildungsgesetz soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Populismus

Der DGB nutzt die Maikundgebung auch, um „klare Kante gegen Rechts und alle, die das Land und Europa spalten wollen“, zu zeigen.

„Rechtspopulisten bieten keine Lösungen an. Sie schüren nur Ängste“, so Ingo Degenhardt. „Wir sagen Nein zu Intoleranz, Nationalismus, Rassismus und Rechtspopulismus.“

Pflege

Die Mairede hält in diesem Jahr Wolfgang Cremer, Fachbereichsleiter Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen im Verdi-Landesbezirk NRW. „Das Pflegethema ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Boller-Winkel. Die Gewerkschaft macht sich für mehr Personal in Krankenhäusern und Altenheimen stark. „Dafür tun wir uns mit dem DGB am 1. Mai zusammen“, sagt Mechthild Boller-Winkel. Im Demonstrationszug werde es daher einen eigenen „weißen Pflegeblock“ des Siegener Pflegebündnisses geben.

„Heraus zum Roten 1. Mai“ ab Siegerlandhalle 

Zum dritten Mal nutzen der DGB und der „Rote 1. Mai“ eine gemeinsame Infrastruktur mit jeweils eigenständigen Kundgebungen. Die Veranstaltung des „Roten 1. Mai“ beginnt am 1. Mai um 13 Uhr und führt dann von der Siegerlandhalle zur Siegbrücke.

Spitzenkandidatin zu Gast

Özlem Alev Demirel, Spitzenkandidatin der Linken bei der Europawahl, und der Autor Dietmar Dath werden um 14 Uhr Grußworte auf der Siegbrücke sprechen. Özlem Alev Demirel hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und setzt sich unter anderem für gute und faire Arbeitsbedingungen, Friedenspolitik, soziale Mindeststandards und eine ökologische Wende ein. Dietmar Dath schreibt für den Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ist Autor zahlreicher Romane.

Die Bands „The Movement“ und „Rogue steady orchestra“ sorgen für die musikalische Unterhaltung. Beide spielen unter anderem Punk- und Rockmusik. Den ganzen Tag über gibt es Infostände, Essen und Getränke und eine Hüpfburg für Kinder. Zudem ist ein kurdisches Kulturprogramm vorgesehen. In diesem Jahr soll es auch eine Zeitung zum Roten 1. Mai geben, die am Tag der Arbeit erscheint.

Der „Rote 1. Mai“ findet bereits seit 26 Jahren in Siegen statt. Diesmal rufen rund 30 Organisationen dazu auf, sich an der Demo zu beteiligen.

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