Schulung

Tag der Notfallseelsorge in Kaan-Marienborn

Pfarrer Ralf Radix und Professor Harald Karutz von der Medical School Hamburg (von links).

Foto: Peter Dietermann

Pfarrer Ralf Radix und Professor Harald Karutz von der Medical School Hamburg (von links). Foto: Peter Dietermann

Kaan-Marienborn.   Wie können Notfallseelsorger angemessen mit Kindern umgehen, die von sogenannten Großschadenslagen, beispielsweise einem Amoklauf an Schulen mit vielen Toten und Verletzten, betroffen sind? Diesem Thema widmete sich der 14. Tag der Notfallseelsorge Siegerland, der kürzlich im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Kaan-Marienborn stattfand.

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Wie können Notfallseelsorger angemessen mit Kindern umgehen, die von sogenannten Großschadenslagen, beispielsweise einem Amoklauf an Schulen mit vielen Toten und Verletzten, betroffen sind? Diesem Thema widmete sich der 14. Tag der Notfallseelsorge Siegerland, der kürzlich im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Kaan-Marienborn stattfand.

67 Personen aus den Hilfsorganisationen im Kreis Siegen-Wittgenstein wie Polizei, DRK, Rettungsdienst und Notfallseelsorge, aber auch aus Schulen und anderen Einrichtungen für Kinder nutzen die Gelegenheit der besonderen Einsatzschulung.

Familien auch betroffen

Professor Harald Karutz von der Medical School Hamburg referierte bei der Veranstaltung. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Psychosoziale Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen.

In einem ersten Teil schilderte Karutz die besondere Wirkung von Unfällen, Gewaltverbrechen und anderen Schadensereignissen auf Kinder und ihre Familien. Deutlich wurde, dass Jugendliche auf solche Ereignisse anders reagieren als Erwachsene. Zudem können Kinder sich weniger selbst schützen. Bei allen Notfällen, von denen Kinder und Jugendliche betroffen sind, betrifft es immer auch deren Familien.

Das stellt die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Sie sind bei solchen Einsätzen sehr motiviert und wollen alles richtig machen. Genau dies erzeuge auch großen Stress.

Reflexion der Arbeit

Am Beispiel des Amoklaufs am 11. März 2009 an der Albertville-Realschule in Winnenden stellte der Referent anschließend die Wirkung Psychosozialer Notfallversorgung dar. Unter den vielen Einsatzkräften war auch die Psychosoziale Notfallversorgung tätig. Im Abstand von einigen Jahren hat der Wissenschaftler mit seinem Team nun untersucht, wie die Beteiligten heute über ihre damalige Arbeit denken. Was ist gut gelaufen, was weniger gut? Und was können Hilfskräfte und Betroffene aus solchen schrecklichen Ereignissen lernen?

Forschung soll helfen

Abschließend berichtete der Professor der Medical School Hamburg über weitere Forschungsprojekte zu diesem Thema. Sie alle verbindet das gemeinsame Anliegen, die Gesellschaft besser auf Notfälle mit Kindern und Jugendlichen vorzubereiten. Dazu können alle Institutionen, Schulen, Tageseinrichtungen, Heime und Familien beitragen.

Der 14. Tag der Notfallseelsorge wurde vom Team der Notfallseelsorge unter der Leitung von Ralf Radix, Landespfarrer für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche von Westfalen, organisiert.

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