Bildung

Tagung an der Uni Siegen: Prägen „biografische Erbschaften“?

Universität Siegen: Im September startet die Tagung.

Foto: Hans Blossey

Universität Siegen: Im September startet die Tagung. Foto: Hans Blossey

Siegen.   Wissenschaftler laden Experten und Laien zur Tagung ein. Sie diskutieren, wie sich Erfahrungen auf nachfolgende Generationen auswirken.

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Wie wirken sich die NS-Zeit, Krieg oder Fluchterfahrungen auf nachfolgende Generationen aus? Mit Fragen wie dieser beschäftigen sich Experten und Praktiker an der Universität Siegen am Freitag und Samstag, 22. und 23. September, auf der Tagung „Biografische Erbschaften: Transgenerationale Perspektiven in der Biografiearbeit“. Die Wissenschaftler diskutieren unter anderem mit Sozialpädagogen, Ärzten, Psychologen, Psychotherapeuten, Pflegekräften, Journalisten und Soziologen sowie interessierten Laien.

Flucht, Pflege und Adoption

„Biografische oder emotionale Erbschaften betreffen nicht nur einzelne Personen, sondern auch ganze Familien oder sogar ganze Gesellschaften. Jede Generation gibt der nächsten ihre emotionalen Erfahrungen weiter, die negativen und die positiven“, erklärt Professor Dr. Simon Forstmeier von der Uni Siegen. Er ist Organisator der Veranstaltung.

Die Tagung behandelt in dem Zusammenhang drei Schwerpunkte: Krieg und Nachkriegszeit, Flüchtlinge und Flucht sowie Pflege- und Adoptivkinder.

Das Flüchtlings- und Fluchtthema ist das aktuellste der Tagung. „Es kommen viele junge Flüchtlinge zu uns, die auf der Flucht Missbrauch und Leid erfahren. Das hat langfristige Folgen“, sagt Prof. Forstmeier. Nicht behandelte Traumata könnten zu psychischen Problemen führen, zum Beispiel zu Beziehungsunfähigkeit oder Angststörungen, die sich auch auf die Kinder der Flüchtlinge und deren Kinder auswirken können, sagt der Experte. Und das verbreitet sich in der Gesellschaft.

In Workshops diskutieren die Teilnehmer, wie sie heute eingreifen können, um Nachfolge-Generationen der Flüchtlinge zu schützen.

Prävention ist wichtig

Das Thema Prävention und Intervention zieht sich durch die gesamte Tagung. Wie kann man zum Beispiel mit Pflege- und Adoptivkindern umgehen, damit sich ihre schwierigen Startbedingungen nicht auf folgende Generationen auswirken? Wie können Kinder und Enkelkinder mit den Folgen der Vergangenheit ihrer Eltern als Opfer oder Täter in der NS-Zeit umgehen? Wie kann Biografiearbeit mit älteren Menschen im pflegerischen und psychotherapeutischen Kontext aussehen – speziell im Hinblick auf Traumatisierungen?

Die Workshops und Symposien finden am Campus Unteres Schloss statt. Die Plenumsveranstaltung, das Mittagessen und das kulturelle Programm sind im Haus der Wirtschaft, Spandauer Straße 25. Für die Tagung kooperiert der Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie der Uni Siegen mit dem Fachverband für Biografiearbeit FaBia.

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