Hospiztag

Theaterstück zum Tabuthema Tod in der Weißen Villa

Lars Dettmer, Gabriele Brede, Miriam Schleifenbaum und Willi Brase (von links) freuen sich auf das Theaterstück in der Weißen Villa.

Foto: Laura Handke

Lars Dettmer, Gabriele Brede, Miriam Schleifenbaum und Willi Brase (von links) freuen sich auf das Theaterstück in der Weißen Villa. Foto: Laura Handke

Kreuztal.   „Drama statt Siegen“ zeigt das Stück „Herbst – ein Stück über das Sterben“ . Die Einnahmen gehen an die Ambulante Hospizhilfe.

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Die Ambulante Hospizhilfe der Stiftung Diakoniestation Kreuztal beteiligt sich an den erstmals stattfindenden Hospiz- und Palliativtagen NRW: Mit dem Theaterstück „Herbst – ein Stück über das Sterben“. Die Aufführung findet am Freitag, 20. Oktober, ab 19.30 Uhr in der Weißen Villa in Dreslers Park statt, die Einnahmen gehen an die Ambulante Hospizhilfe.

Das Stück

Elf Darsteller des Ensembles von „Drama statt Siegen“, in dieser Zusammensetzung seit 2016 aktiv, spielen in dem Theaterstück mit – die jüngste ist 13, der älteste 37 Jahre alt. Regisseur ist Lars Dettmer. In dem Stück sprechen die Macher das schwierige Thema Tod an: „Ich wollte mich mit diesem Thema auseinandersetzen, um einen Zugang zu bekommen“, sagt Lars Dettmer. Die Erfahrungen jedes Schauspielers mit dem Tod, mit dem Sterben, sind in „Herbst – ein Stück über das Sterben“ eingeflossen. „Es ist ein sehr persönliches Stück“, sagt Dettmer.

Ziel sei es, Menschen dazu zu ermutigen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Denn: Der Tod und die Endlichkeit des Lebens seien wichtige Bestandteile menschlichen Daseins. Das Stück soll auch dazu anregen, die eigene Lebenszeit bestmöglich zu nutzen. In Gesprächen mit Krankenpflegern, Ärzten, Bestattern, aber auch Sterbenden und ihren Angehörigen wurde herausgearbeitet, was der Tod für Menschen bedeutet – und das soll für die Zuschauer sichtbar werden. „Drama statt Siegen“ gibt es übrigens seit mehr als 20 Jahren. Die Gruppe führt „Herbst“ bereits zum sechsten Mal auf.

Der Hintergrund

Die Ambulante Hospizhilfe will mit dem Stück auf das schwierige Thema Palliativmedizin aufmerksam machen und den Dialog darüber in der Gesellschaft fördern – viele scheuen sich, über das Sterben zu sprechen. Willi Brase ist Förderer, die Unterstützung für ihn eine persönliche Herzensangelegenheit: „Viele Menschen sind alleine mit dem Tod. Hilfe leisten, Betroffenen und Angehörigen in dieser Zeit beistehen, ist wichtig.“

Auch politisch gebe es hier noch einiges zu tun, etwa wenn es um die Erstattung der Kosten an die ehrenamtlichen Helfer gehe, die nicht unbeträchtlichen Aufwand in Kauf nähmen. Aktuell engagieren sich 23 Ehrenamtliche bei der Ambulanten Hospizhilfe, darunter Miriam Schleifenbaum, die mittlerweile seit mehr als zehn Jahren hier tätig ist. Die Motivation sich zu engagieren sei generell hoch – allerdings zeitlich befristet.

„Wir brauchen dringend neue ehrenamtliche Helfer“, sagt Gabriele Brede, Leiterin der ambulanten Hospizhilfe. „Viele haben berufliche Verpflichtungen, daher fehlt einigen die Zeit.“ Und trotzdem sei es noch nie vorgekommen, dass ein Hilferuf abgelehnt wurde, betont Gabriele Brede.

>>>> INFO: Die Karten kosten 7 Euro und sind bei der Stiftung Diakoniestation Kreuztal erhältlich.

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