Gesellschaft

Umfrage an Universität Siegen: Studenten wollen sichere Jobs

Die Studenten der Uni Siegen wollen vor allem Sicherheit.

Foto: Hans Blossey

Die Studenten der Uni Siegen wollen vor allem Sicherheit. Foto: Hans Blossey

Siegen.   Studie der IHK Siegen zeigt: Ein hohes Gehalt ist Absolventen nicht so wichtig. Sie suchen Sicherheit, Freizeit und eine sinnvolle Tätigkeit.

Die „Generation Y“ strömt auf den Arbeitsmarkt – und ist konservativer als gedacht: Mit Abstand am wichtigsten ist Studenten ein sicherer Arbeitsplatz, vor ausreichend Freizeit und Identifikation mit der Tätigkeit. Eher abgeschlagen: Ein hohes Gehalt. Das geht aus einer aktuelle Studie der IHK Siegen hervor, für die die Studenten der Uni Siegen befragt wurden.

Vor dem Hintergrund immer drängenderen Fachkräftemangels ergeben sich daraus wichtige Hinweise gerade für die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region, um im Wettbewerb um Akademiker junge, gut qualifizierte Arbeitskräfte in der Region zu halten, so IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster.

Die Ergebnisse

„Die Bezahlung muss stimmen, aber Sicherheit, Sinnhaftigkeit und Betriebsklima stehen für Studenten auf der Prioritätenliste weiter oben“, sagt Stephan Jäger, Leiter des IHK-Referats Arbeitsmarkt. Unternehmen seien gut beraten, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren, damit Nachwuchskräfte nicht abwandern. „Wir haben viel zu bieten, viele hidden Champions mit flachen Hierarchien, spannenden Produkten und Dienstleistungen“, so Jäger – das komme dem Wunsch der Studenten durchaus entgegen. Nur wüssten sie davon oft nichts. Auch weil sich viele Hochschulabsolventen vorstellen können, in der Region zu bleiben, gelte es, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.

Die Umfrage

Alle 20 000 Immatrikulierten wurden angeschrieben, knapp 9 Prozent der Studenten nahmen teil, 1738 Personen. „Über ähnliche Studien lässt sich das Ergebnis gut absichern“, sagt Dr. Stefan Metzger, der die Ergebnisse mit Dr. Uwe Hunger zusammengefasst hat.

Das wollen die Studenten

Die Generation Y ist einen Schritt weiter, sagt Klaus Fenster. Von wegen keine feste Bindung, projektorientiert arbeiten, Leben im Hier und Jetzt – die Studenten suchen nach vergleichsweise „klassischen“ Werten: Sicherheit, bescheidener Wohlstand, gutes Betriebsklima.

Die Region: „Viele Studenten der Uni Siegen kommen traditionell aus der Gegend und können sich vorstellen, auch hier zu bleiben“, sagt Jäger. Urbanität sowie Kultur- und Freizeitangebote der Ballungszentren spielen eine nachrangige Rolle.

Zufriedenheit: 84 Prozent wünschen sich einen sicheren Arbeitsplatz, Frauen (87 Prozent) noch mehr als Männer (81).

Arbeitszeit: Flexibilität ist den Studenten wichtig, die Vereinbarkeit von Freizeit und Familie mit dem Beruf. Freizeitangebote am Arbeitsplatz – Betriebssport oder Pausenraum-Kicker – sind es eher nicht.

Inhalte aus dem Studium im Beruf anzuwenden spielt keine Rolle.

Das können Arbeitgeber tun

Früher haben Studenten die Initiative ergriffen und geschaut, wo sie unterkommen können – inzwischen müssen sich die Unternehmen um Absolventen bewerben, so Klaus Fenster.

Soziale Medien nutzen: Hier sind Studenten unterwegs – und Aufmerksamkeit ist ein rares Gut. Der erste Eindruck sei wichtig.

Eigene Leistungen herausstellen: Der Siegerländer lobt eher defensiv – Stärken herausstellen sei hier gefragt, empfiehlt die IHK.

Die Firmenhomepage optimieren: Für Studenten ist sie erste Anlaufstelle, um sich ein Bild vom Unternehmen, seinen Produkten und Angeboten zu machen.

Praktika anbieten: Viele Studiengänge verlangen spezifische Praktika. Auch wenn es für Firmen Mehraufwand ist: „Die Studenten lernen Unternehmen kennen, kommen vielleicht in den Semesterferien wieder – hier investieren Firmen in potenzielle Mitarbeiter.“

Persönliche Ansprache: An der Uni präsent sein, bei Messen oder Erstsemesterbegrüßungen.

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