Medizinische Versorgung

Uni Siegen eröffnet psychotherapeutische Hochschulambulanz

Zunächst steht die Ambulanz allen erwachsenen Personen mit psychischen Belastungen offen.

Zunächst steht die Ambulanz allen erwachsenen Personen mit psychischen Belastungen offen.

Foto: Sam Wordley / Shutterstock / Sam Wordley (Symbolbild)

Weidenau.  Die Nachfrage nach Psychotherapie in Siegen und Umgebung ist immens. Die Uni möchte ab Oktober ein Ergänzungsangebot für Betroffene schaffen.

Die Uni Siegen eröffnet eine psychotherapeutische Hochschulambulanz. Ab Donnerstag, 1. Oktober, soll die Einrichtung das „Angebot für Psychotherapie in der Region deutlich verbessern“, wie es seitens der Universität heißt.

Ziele der psychotherapeutischen Ambulanz in Siegen

„Wer Sorgen hat, braucht schnelle, professionelle Hilfe“, sagt Prof. Dr. Tim Klucken, Professor für Klinische Psychologie an der Fakultät II und künftiger Leiter der Ambulanz. Bislang jedoch müssen Patienten, die einen Termin bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten benötigen, viel Wartezeit mitbringen.

Die Nachfrage ist enorm. Im Schnitt dauert es fast fünf Monate, bis man die Chance auf eine Psychotherapie bekommt, weil viele psychotherapeutische Praxen bereits ausgelastet sind. Wartezeit, die Patientinnen und Patienten mit psychischen Belastungen nicht haben. Angestrebt werden nun „eine Reduktion der Wartezeiten“, wie der Professor betont und „das Angebot einer ausführlichen Diagnostik“.

Welche Patienten zur psychotherapeutischen Ambulanz kommen können

Zunächst steht die Ambulanz allen erwachsenen Personen mit psychischen Belastungen offen. Perspektivisch ist auch die Behandlung von Kindern und Jugendlichen geplant. Das Angebot der Hochschulambulanz ist eine kassenärztliche Leistung und setzt keine hausärztliche Überweisung voraus. „Grundsätzlich bieten wir Einzel- und Gruppentherapien sowie Sprechstundentermine für Diagnostik an; vergleichbar mit dem sehr guten Angebot von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und selbstverständlich mit derselben absoluten Vertraulichkeit“, so Professor Klucken.

Die Kosten für die Diagnostik, Sprechstunden und der Psychotherapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig übernommen. Bei privat versicherten Personen ist eine pauschale Angabe nicht möglich, weil die Verträge zu unterschiedlich sind. „Wichtig ist, dass wir nicht in Konkurrenz zu niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen gesehen werden, sondern deren Angebot sinnvoll ergänzen und den Austausch suchen.“ Die Nähe zur Uni bedeutet nicht, dass Studierende bei der Behandlung beteiligt wären, betont der Wissenschaftler. Vielmehr sollen „psychotherapeutische Methoden, die sich in der Forschung als besonders wirksam erwiesen haben, schnell in der Behandlung eingesetzt werden“.

Der erste Kontakt und das weitere Vorgehen

Drei approbierte Psychotherapeutinnen mit mehrjähriger Berufserfahrung bieten ab Oktober in der psychotherapeutischen Hochschulambulanz, Weidenauer Straße 167, Sprechstundentermine, eine ausführliche Diagnostik und Psychotherapie bei zum Beispiel depressiven Erkrankungen, Angststörungen und weiteren psychischen Problemen an. „Das Erstgespräch steht für alle betroffenen Personen offen, sofern wir Kapazitäten haben. Dann wird in mehreren Gesprächen und Diagnostikterminen gemeinsam besprochen, ob und welche Behandlung sinnvoll ist“, sagt Klucken.

„Sofern es möglich ist, versuchen wir immer, zumindest mehrere Einzelsprechstunden pro Person anzubieten. Es kann jedoch auch sein, dass wir hieraus nicht immer eine weiterführende Psychotherapie anbieten können.“ Während der telefonischen Sprechstunde werden Termine für Erstgespräche vereinbart und erste Fragen geklärt, damit sich die Psychotherapeutinnen ausreichend Zeit beim Erstgespräch nehmen können.

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