Unternehmen

UNIA in Kreuztal: Alle Arbeitsplätze nach Insolvenz erhalten

| Lesedauer: 3 Minuten
Ende Oktober hatte Unia Insolvenzantrag stellen müssen (Symbolbild)

Ende Oktober hatte Unia Insolvenzantrag stellen müssen (Symbolbild)

Foto: Alexander Heinl / dpa

Kreuztal/Siegen.  Corona und Personalmangel: Insolvenzverwalter findet Investor – Industrie-Elektronik Homuth übernimmt UNIA, der Standort Kreuztal ist gerettet.

Gute Nachrichten zum Jahresanfang für die rund 20 Mitarbeiter der UNIA (Universelle Industrie-Automatisierungs-GmbH) in Kreuztal: Ihre Arbeitsplätze und der Standort Kreuztal sind gerettet. Der vom Amtsgericht Siegen bestellte Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. jur. Philip Heinke von der Kanzlei Jaffé Rechtsanwälte Insolvenzverwalter, konnte nun einen neuen Investor für das auf die Automatisierung von Produktionsmaschinen spezialisierte Unternehmen finden. Demnach übernimmt die Industrie-Elektronik Homuth GmbH aus Siegen den Geschäftsbetrieb und führt diesen nahtlos fort.

+++Mehr Nachrichten aus Siegen und dem Siegerland finden Sie hier!+++

UNIA hatte Ende Oktober 2021 Insolvenzantrag stellen müssen, nachdem aufgrund der Corona-Pandemie ab 2020 die Umsätze stark eingebrochen waren und das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten geriet. Hinzu kamen Corona-bedingte Störungen der weltweiten Lieferketten, die zu Lieferengpässen auch bei UNIA führten.

Mit Kunden, Lieferanten und Belegschaft Geschäftsbetrieb in Kreuztal aufrecht erhalten

„Die Fortführung des Geschäftsbetriebs in der Insolvenz gestaltete sich unter diesen Bedingungen äußerst schwierig. Dennoch ist es uns gelungen, mit Unterstützung der Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter den Betrieb am Leben zu erhalten, bis wir jetzt einen Investor finden konnten. Dass dieser zudem die Arbeitsplätze und den Standort erhält, ist daher ein großer Erfolg“, so das Fazit von Insolvenzverwalter Dr. Philip Heinke.

+++Zum Thema: Rath Werkzeugbau in Kreuztal insolvent – Entlassungen befürchtet+++

Der Investor, die 1973 gegründete Industrie-Elektrik Homuth GmbH, entwickelt für und mit ihren Kunden aus der stahlverarbeitenden Industrie, dem Sondermaschinenbau sowie der Verfahrenstechnik Lösungen im Bereich der Automatisierungstechnik. Die Übernahme des Geschäftsbetriebs der UNIA sieht der Geschäftsführer Egbert Feldmann als Win-Win-Lösung, sowohl für die Kunden der beiden Unternehmen als auch für die Mitarbeiter: „Beide Unternehmen haben einen Kompetenzschwerpunkt in der Antriebstechnik und über die Jahre viel kundenspezifisches Prozesswissen aufgebaut, das sich hervorragend ergänzt. Mit nun 70 Technikern und Ingenieuren können auch große Projekte abgewickelt werden.“

Zusammenführung beider Unternehmen aus Siegen und Kreuztal bietet Synergien

Neue Geschäftsfelder, etwa die Automatisierung von Fertigungslinien für die Elektromotoren-Herstellung, führten zu einer nachhaltigen Sicherung der Arbeitsplätze und einen stetigen Ausbau der Kompetenzbereiche in innovativen neuen Technologiefeldern.“

Das Spektrum der Automatisierungstechnik sei in den letzten Jahren stetig gewachsen. Für Kunden sei es vorteilhaft, wenn komplette Gewerke vergeben werden können und Schnittstellen entfallen. Die Zusammenführung der beiden Unternehmen mache dies in Zukunft einfacher. Der Ausbau des Bereichs Roboterprogrammierung ist ein weiteres neues Geschäftsfeld, in dem aktuell eine Struktur aufgebaut werde.

+++Die Lokalredaktion Siegen ist auch bei Facebook!+++

Als größte Herausforderung sehen technischer Leiter Axel Schuhmacher und Egbert Feldmann aber in der Gewinnung neuer Mitarbeiter. „Der Fachkräftemangel ist auch im Siegener Umfeld trotz Universität und hier ansässiger Techniker-Ausbildung ein Problem und das Unternehmen ist stetig auf der Suche nach Mitarbeitern, die die Begeisterung für Technik teilen und eine Leidenschaft für innovative Lösungen haben.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Siegen und Umland

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben