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Siegener Studis diskutieren Tampon-Spender

Kostenlose Tamponspender an der Uni Siegen sind in der Diskussion - und würden vielen Studis das Leben erleichtern.

Kostenlose Tamponspender an der Uni Siegen sind in der Diskussion - und würden vielen Studis das Leben erleichtern.

Foto: Kristin Scheller / WP Siegen

Siegen.  Um unangenehme Situationen zu vermeiden, könnten auf den Toiletten der Uni Siegen Tampon-Spender angebracht werden. Aber es gibt auch Kritik.

Krämpfe, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen – als menstruierende Person hat man, in vielen Fällen, einmal im Monat mit unschönen Begleiterscheinungen zu kämpfen. Meist helfen einschlägige Hausmittel wie Wärmflaschen oder Schokolade, aber leider ist es eher schwierig, sich alle drei Wochen für mehrere Tage ins Bett zu verkriechen und die Vorlesungen zu verpassen. Also ab in die Uni und durchhalten.

Tampons, Binden und Co sind teuer

Doch es gibt eine weitere Nebenwirkung, die oft ignoriert zu werden scheint: Menstruationsprodukte kosten Geld, und zwar nicht wenig. Im Schnitt bezahlt eine menstruierende Person circa 180 Euro pro Jahr für Tampons, Binden, Slipeinlagen und Schmerzmittel. Das kann, je nach Einkommen, eine nicht unerhebliche Summe sein. Unter anderem deswegen wurde schon öfter an das StuPA (Studierendenparlament) der Uni Siegen von unterschiedlichen Seiten die Bitte herangetragen, doch Tampon-Spender auf den Uni-Toiletten zur Verfügung zu stellen. Wer schon einmal in der Situation war, dass die Menstruation doch etwas früher als geplant startet, oder einfach in der Eile das entsprechende Equipment zuhause vergessen hat, kann verstehen, wie unangenehm es unterwegs oder eben in der Uni werden kann.

Tampon-Spender soll helfen

Hier können Tampon-Spender definitiv Abhilfe schaffen. Natürlich stellt sich im gleichen Zug die Frage, ob diese kostenlos sein werden oder ob die Watteröllchen, wie bei einem Getränkeautomaten, gegen einen kleineren Centbetrag angeboten werden. Letzteres hätte den Vorteil, dass der Spender nicht ausgenutzt werden könnte, um beispielsweise den eigenen Vorrat zuhause aufzustocken – denn trotz guten Willens kann so etwas sicher vorkommen.

Auch Kritiker der Idee würden sich vermutlich an einem kostenlosen Spender stören. Weitere Argumente dagegen stellen in Frage, wieso dann nicht in einem Zug auch Kopfschmerztabletten gegen den obligatorischen Kater nach dem „Spritwoch“ kostenlos wären. Selbstverständlich ist es absolut nicht gerechtfertigt, die selbst gewählten Nachwirkungen von Alkoholkonsum mit einem natürlichen und quasi unvermeidbaren Vorgang wie der Periode zu vergleichen. Auch wäre den Kritikern sicherlich entgegenzusetzen, dass Tampons, ähnlich wie Toilettenpapier, alltägliche Gebrauchsgegenstände sind – obwohl sie noch immer mit dem höchstmöglichen Steuersatz belegt werden.

Bisher keine konkreten Pläne

Eine Erleichterung würde es allemal darstellen, denn den Unannehmlichkeiten, die eine unangekündigte, verfrühte oder verspätete Menstruation mit sich bringen kann, könnte so entgegengewirkt werden. Bisher gibt es zu den Spendern noch keine konkreten Pläne und man ist auf die diskrete Hilfe von Mitstudis angewiesen.

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