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Uni Siegen: So ist es als Wahlhelfer

Tierische Unterstützung gab es bei dem Wahlstand am Emmy-Noether-Campus.

Tierische Unterstützung gab es bei dem Wahlstand am Emmy-Noether-Campus.

Foto: Elisa Osoria

Weidenau.   Die meiste Zeit besteht aus Warten, aber es kommen auch angenehme Gespräche zustande. Die Wahlmotivation lässt allerdings zu wünschen übrig.

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Warten, warten, warten: Als Helfer bei der Wahl des Studierendenparlaments der Uni Siegen hat man eigentlich einen einfachen Job. Aufgrund der eher geringen Wahlbeteiligung rennen die Studis nicht gerade das „Wahlbüro“ – bestehend aus einem Tisch mit Wahlkabinen und einem voller Wahlzettel und einem Laptop (das Revier der Wahlhelfer) – ein. Einen wahlwilligen Studi erkennt man daran, dass er mit zielstrebigem Schritt und mit Studiausweis und Perso bewaffnet auf den Wahlstand zukommt und sagt: „Hier kann ich wählen!?“ – Ja, sehr gern. Dann haben wir auch wieder was zu tun. Das ist der zweite Bestandteil der Arbeit.

W as hat man eigentlich für Aufgaben?

Damit die Wahl auch korrekt abläuft und später nicht ungültig ist, muss der Studierenden- mit dem Personalausweis abgeglichen werden. Schließlich sind nur eingeschriebene Studierende der Universität Siegen wahlberechtigt. Während der Wähler dann in der Kabine verschwindet und seine Kreuzchen macht, vermerken wir die Stimme im Wählerverzeichnis und kennzeichnen den Studiausweis mit einem kleinen „W“ bzw. schneiden eine Ecke ab, falls er einlaminiert ist.

W ie werde ich Wahlhelfer?

Ein paar Wochen vor der Wahl schickte der Ausschuss, der alles organisiert und betreut, eine Rundmail mit dem Aufruf, dass sich Interessierte als Wahlhelfer melden können. Im Gegensatz zu den letzten Jahren, in denen man in Form eines Mensagutscheins vergütet wurde, lockte dieses Mal eine Aufwandsentschädigung von fünfzehn Euro pro Schicht potenzielle Wahlhelfer an. Diese Neuregelung wurde „in Hinblick darauf, dass man im vergangenen Jahr nicht alle Wahlstände besetzen konnte“ eingeführt, heißt es im Protokoll einer Sitzung des Studierendenparlaments.

W arum ist es cool, Wahlhelfer zu sein?

Neben der Aufwandsentschädi-gung hat das Wahlhelfen weitere Vorzüge: Man kommt mit Kommilitonen ins Gespräch und lernt auch mal die Leute von einem anderen Campus kennen, zumindest flüchtig, und wenn man am Emmy-Noether-Campus sitzt und sich mit den „Locals“ dort gut versteht, bekommt man sogar noch Waffeln und Club Mate an den Stand geliefert. Eine Wahlhelferin hatte sogar ihren Hund mitgebracht, der sich die Zeit sabbernd und schlafend unter dem Wahlstand gemütlich gemacht hat.

W arum ist es manchmal auch nicht so cool?

Dass die Wahl den meisten Studis am Allerwertesten vorbei geht, ist bekannt. Als Wahlhelfer bekommt man das leider oft zu spüren. „Hey, hast du schon gewählt?“, war mein meistgerufener Satz in der vergangenen Woche. Die Reaktionen darauf reichten von einem ignoranten Weiterhuschen über ein entschiedenes „Nö!“ bis zu einem „Ähhhh... sagen wir mal... JA!“. Kein Wunder, dass mir irgendwann Folterfantasien kamen. „Wie wäre es“, überlegte ich am vierten Tag mit meiner Komplizin, „wenn wir uns eine Fernbedienung basteln würden, mit der man alle Türen und Fenster verschließen könnte und die Leute erst wieder rauslässt, wenn sie gewählt haben.“ Zumindest würde dann die Wahlbeteiligung steigen.

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