Comedy

Warum Carolin Kebekus Helene Fischer nicht leiden kann

AlphaPussy – Carolin Kebekus feiert mit neuem Programm Premiere in Siegen.

AlphaPussy – Carolin Kebekus feiert mit neuem Programm Premiere in Siegen.

Foto: Ilka Wiese

Siegen.   Fans von Helene Fischer werden das neue Programm "AlphaPussy" von Carolin Kebekus eher nicht mögen. Alle anderen schon. Premiere war nun in Siegen.

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Sie gehört zu den Frauen, bei denen Fürze nicht nach Blümchen, sondern nach Chemieunfall riechen. Diesen Satz möchten jetzt nicht so viele Frauen über sich in der Zeitung lesen. Aber bei Carolin Kebekus (35) geht das, über sie wurden schon viel schlimmere Dinge geschrieben. Dass sie Helene Fischer hasst, zum Beispiel.

Mit ihrem Programm AlphaPussy feierte Carolin Kebekus in der Siegerlandhalle in Siegen Premiere – vor ausverkauftem Haus, wie die meisten ihrer Auftritte in den nächsten Wochen.

Das Publikum feiert die Komikerin, kreischt, wischt sich verheulte Wimperntusche aus den Augenwinkeln, weil Kebekus mit sämtlichen Alltagsphänomenen abrechnet. Ohne Rücksicht, mit allen Folgen. Doch damit kann die Kölnerin um, sie ist quasi der personifizierte Shitstorm-Auslöser. Wer es nicht glaubt, muss sich nur die Kommentare unter ihren Fotos bei Facebook durchlesen. Egal, was sie postet, einer stänkert immer. „Aber schlimm wird’s erst“, so Kebekus, „wenn die Leute anfangen, gegenseitig die Rechtschreibung zu korrigieren“.

Zorn der Helene-Fischer-Ultras

Die Komikerin rennt im schwarzen Overall auf die Bühne. Mit wehender Mähne zur hämmernden Musik von Rage Against the Machine. Hacken, Glitzergürtel, roter Nagellack. Sie freut sich, dass so viele Leute im Publikum sitzen. Auch weil viele nach den Attentaten in Paris Großveranstaltungen meiden. „Ich gehe jetzt sogar extra auf Weihnachtsmärkte. Für die Freiheit“, sagt Weihnachtsmarkthasserin Kebekus, und macht sich lustig über die wenig beruhigenden Worte des Innenministers nach der Spielabsage in Hannover. „Oder wie wäre es, wenn der Typ nach dem Sex fragt: Und wie war ich? Und ich sage: Naja, Teile meiner Antwort würden dich verunsichern.“

Helene Fischer ist der Teufel, findet sie. „Die ist einfach überall. Sie verfolgt mich.“ Von der Butterwerbung bis zum Tchibo-Schlüpper. „Überall.“ Und dann auch noch so perfekt. So glatt. So niedlich. Und dann diese „Frisösen-Disko-Bumsmusik“. Und warum überhaupt hören junge Leute Schlager? Sogar die Nationalmannschaft! Kebekus kriegt sich gar nicht mehr ein und gibt schlussendlich Tipps: „Leute, was ist denn mit den Drogen?“

Und dann dieses Meine-Mutter-ist-meine-beste-Freundin-Ding! „Man muss sich doch mit der Mutter streiten! Was soll denn aus den Leuten werden?“ Auch wenn man mit der 16-jährigen Carolin, damals in den wilden 90ern, wohl nicht wirklich hätte streiten können. Da sich ihr Wortschatz auf das Wörtchen „Pech“ beschränkte.

Wolken und Harfen

Als Carolin Kebekus von ihrer Oma erzählt, wird sie kurz ernst. Nicht bloß wütend. Sie löste gern Kreuzworträtsel, sagte der Pfarrer im Trauergottesdienst. „Sie war der wunderbarste Mensch auf der Erde“, dachte Kebekus in der Kirchenbank. Ihre Oma war strenge Katholikin und glaubte an das Leben nach dem Tod. Daran, dass man seine Verwandten im Himmel wieder trifft. „Ich glaube nicht daran“, sagt sie. „Aber ich wünsche meine Oma, dass es wahr ist.“ Und damit wäre Kebekus ja wieder an Bord und muss selbst darüber lachen. „Da ist deine Wolke, da ist deine Harfe.“

Was noch?

Carolin Kebekus ist am Tag vor ihrem Auftritt in Siegen mit der 1Live-Krone in der Kategorie Comedy ausgezeichnet worden. Ein reiner Prublikumspreis. Außerdem gewann sie in 2015 den Deutschen Comedypreis.

Am Freitag, 8. April 2016, gibt es einen Zusatzauftritt in Siegen.

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