Bewegungspark

Wasserburg Hainchen: So sieht es auf der Baustelle aus

Paul Breuer erläutert die Baumaßnahmen: Während der Bodenarbeiten ist ein historischer Weg sichtbar geworden. Er wird in das Konzept eingearbeitet.

Paul Breuer erläutert die Baumaßnahmen: Während der Bodenarbeiten ist ein historischer Weg sichtbar geworden. Er wird in das Konzept eingearbeitet.

Foto: Jennifer Wirth

Hainchen.   Das Gelände rund um die historische Wasserburg Hainchen wird zum Bewegungspark. Rund 100 Menschen machen Rundgang über Baustelle mit.

Eine Wasserburg ohne Wasser, aber mit viel Schlamm: Diesen Anblick wollten sich rund 100 Menschen am Dienstagabend nicht entgehen lassen. Sie sind dem Angebot des Siegerländer Burgenvereins gefolgt und haben einen Blick auf die Baustelle im Außenbereich geworfen.

Der Verein bringt das 3,3 Hektar große Gelände auf Vordermann und gestaltet einen generationsübergreifenden Bewegungspark. „Wir wollen ein Umfeld schaffen, das der Burg gerecht wird“, sagt Architektin Doris Herrmann. „Das gesamte Gelände ist bezaubernd.“ Heißen soll der Bereich zukünftig „Sparkassen-Erlebnispark Wasserburg“.

Der Rundgang

„Die Burg sah nicht mehr aus wie früher“, erklärt Doris Herrmann den Besuchern. Sie sei im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert worden. Nun steht sie unter Denkmalschutz. Das Ziel der Arbeiten an der und um die Burg: Aus jeder Zeit soll ein Stück erhalten bleiben, Neues soll dazu passen, aber auch erkennbar neu sein. Doris Herrmann und der Vereinsvorsitzende Paul Breuer zeigen beim Rundgang, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind:

1. Station ist ein historischer Weg: Diesen haben die Beteiligten während der Bodenarbeiten gefunden. 400 bis 500 Jahre alt soll er sein und verläuft im hinteren Bereich des Geländes. „Das war vermutlich der ehemalige Zuweg zur Zugbrücke“, erklärt Breuer. Der Weg soll in das Wegekonzept eingebaut werden, so dass das Relikt aus Naturstein sichtbar bleibt.

2. Station ist das neue Spielgerät: Den barrierefrei zugänglichen Krämerwagen hat die Firma Kukuk aus robustem Robinienholz gebaut. „Es ist ein komprimierter Spielplatz“, sagt Utz Karl Maier von der Firma. Es gibt unterschiedliche Bereiche für Jung und Alt. „Wir haben uns vorgestellt, der Krämer kommt vorgefahren und verweilt hier“, sagt Herrmann zur Idee. Hier fehlen noch Fallschutz und Sonnensegel – der Rest steht.

3. Station ist die neue Rampe, die den möglichst barrierefreien Zugang zur Burg sicherstellen soll. Bäume sollen den Weg säumen, ein angrenzender historischer Brunnen wird gerade saniert.


4. Station ist der Graben: Der Verein hat das Wasser abgelassen. Nun muss der Schlamm trocknen und wird abgetragen. „Das ist ein Geruch wie an der Nordsee“, witzelt Breuer und erntet einige Lacher. Bald soll dann die Nordseite der Burg saniert werden – dieser Teil der Fassade bekommt in rund zwei Wochen ein Gerüst.

5. Station ist die Obstwiese, die künftig die Erholungsfunktion übernehmen wird. „Hier sollen die Gäste Ruhe finden. Wir wollen Liegebänke aufstellen“, sagt Herrmann. Vogelnester, Bäume und eine sogenannte Holländer Schale, ein Bewegungsgerät, sollen diesen Bereich abseits des Burg-Plateaus abrunden.


6. Station ist das Gelände oberhalb der Burg, wo einst die Vorburg gestanden haben soll. Hier entsteht eine Erlebniswelt: keine festen Wege, Spielgeräte, Schaukeln, ein gut erreichbarer Wasserlauf. „Wer hier rein will, wird dreckig“, so Herrmann. Kinder sollen Erfahrungen in der Natur sammeln.

7. Station ist die Remise: Die Terrasse vor dem Gebäude ist fast fertigstellt. Im hinteren Bereich fehlt noch das Geländer. Neue Beete säumen den Ort, an dem bestenfalls schon zum Osterbrunch die Außengastronomie ihren Platz finden soll. Gleichzeitig ist die Terrasse so angelegt, dass ein barrierefreier Zugang zur Remise entstanden ist.

Paul Breuer nutzt die Gelegenheit, den Rundgang mit der Vergabe der ersten Paten-Urkunde für die Burg zu beenden. Sie geht an das älteste aktive Vereinsmitglied: Der 90-jährige Bruno Meiswinkel ist ein Burg-Nachbar und engagiert sich täglich vor Ort. Er spendet 100 Euro – genau wie Bürgermeister Paul Wagener, der prompt nachzieht.

Die Finanzen

528.000 Euro sind für das Projekt angesetzt. Das Land NRW steuert 200.000 Euro bei. Doch es gibt immer wieder unvorhergesehene Kosten – so sei beispielsweise beim Ablassen des Wassers aus dem Burggraben sichtbar geworden, dass sich große Löcher im Sockel der Burg befinden. „Dem Problem muss man auf den Grund gehen“, sagt Breuer. Für die Erneuerung sei allerdings ein separates Projekt im kommenden Jahr nötig. Vorerst wird nur repariert.

Rund 100.000 Euro fehlen für dieses Jahr nach momentanem Stand, sagt Breuer. Er ist dennoch optimistisch, dass alles nach Plan laufen wird; es gibt Unterstützer und Spender. Und nicht zuletzt auch einige neue Paten.

Wer eine Patenschaft für die Burg übernehmen möchte, setzt sich mit dem Verein in Verbindung: Paul Breuer, 0271/84822.

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