Deuz.

Widerstand gegen Gießerei an der Waldstraße

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Deuz.  Walzen Irle will bauen – und das schon seit geraumer Zeit. Das „Werk 2“ an der Waldstraße, 1903 als Mahlmühle gekauft und zur Kraftstation umgebaut, wurde in den 1950er Jahren komplett neu gebaut und seither mehrfach umgebaut und erweitert. Nun steht der Neubau des Schmelzbetriebs an, der vom Rand in die Mitte des Hallenkomplexes wandert; auch die letzten Ziegelbauten aus den 1920er Jahren werden dann verschwinden. Im Februar 2011 hatte der Stadtentwicklungsausschuss zum ersten Mal über die Konzeption des Bebauungsplans „In der großen Wiese 2“ beraten. Jetzt steht der Satzungsbeschluss an.

„Es spricht sehr viel dafür, dass wir das hinkriegen“, hatte Bau-Fachbereichsleiter Erwin Rahrbach im Sommer 2011 bei einem Ortstermin geäußert. Wenn das Baurecht nicht geschaffen werde, „hätten wir ein großes Problem“, sagte damals Walzen-Irle-Geschäftsführer Dr. Jaxa von Schweinichen. Das Problem scheint sich nun zu nähern. Rahrbach rechnet mit einer Normenkontrollklage, sobald der Rat den Satzungsbeschluss gefasst hat. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß.“ Um beim Oberverwaltungsgericht nicht direkt wegen eines Formfehlers zu scheitern, hat der Stadtentwicklungsausschuss jetzt auch den Aufstellungsbeschluss, also den ersten Verfahrensschritt, noch einmal neu gefasst.

Anlieger fordert Lärmschutzwall

Bereits von einem Rechtsanwalt vertreten lässt sich ein Anwohner aus der Kölner Straße, der die Einstellung oder Aufhebung des Planverfahrens verlangt. Durch Hallenneubauten und die Verlegung der Werkszufahrt im Jahre 2006 hätten sich die Wohnbedingungen, die er sieben Jahr zuvor beim Kauf des Doppelhauses vorgefunden habe, grundlegend geändert. „Auf der Seite zur Kölner Straße war es auf dem Werksgelände damals so leise, dass man glaubte, es würde in dem Betrieb gar nicht gearbeitet.“ Nach der Umstrukturierung, so das Schreiben des Anwaltes, hätten die Anwohner aber „keine ruhige Minute mehr“. Die seither geforderte Lärmschutzwand wolle das Unternehmen nicht bauen.

Iris Cremer (CDU) sprach sich im für den Bebauungsplan aus: „Wir wollen, dass die Firma sich weiter entwickeln kann.“ „Die Firma muss sich modernisieren können“, pflichtete Manfred Heinz (SPD) bei, sah aber auch kein Versäumnis bei der Stadt. Für das Werk 1 „haben wir schon das halbe Siegtal bis Grissenbach baureif gemacht.“ Den „relativ harten Vorwürfen“ zur Lärmbelastung müsste nachgegangen werden, „auch wenn es nur ein Einwender ist“.

Helmut Buttler (UWG) sah das anders: In Richtung Tannenstraße habe die Firma für den Lärmschutz „alles getan, was getan werden kann“. Es sei „unverständlich, dass das Unternehmen jetzt jahrelang hingehalten wird“. Diesen Eindruck teilt Bau-Fachbereichsleiter Rahrbach nicht. Die Dauer des Verfahrens, an dem mehrere Gutachter beteiligt seien, sei „eigentlich normal“. Zudem habe Walzen Irle keine Eile signalisiert, „es handelt sich um eine Vorratsplanung“.

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