Eisenbahnunglück vor 100 Jahren

Wie durch ein Wunder überlebten alle

Foto: Jochen Krause

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Vormwald. (jk) Vor 100 Jahren ereignete sich beim Bahnhof Vormwald ein Eisenbahnunglück, das den Insassen in den Waggons für immer im Gedächtnis bleiben sollte.

So geschehen am 9. Dezember 1907. Die Hilchenbacher Zeitung - Allgemeiner Anzeiger für das Ferndorftal - berichtete gleich am anderen Tag: „Eine Schreckensnachricht verbreitete sich gestern beim Dunkelwerden mit Sturmeseile durch unsere Stadt und brachte große Aufregung hervor. Der vor 6 Uhr hier fällige zu Tal kommende Personenzug ist unweit der Station Vormwald nach Hilchenbach, da, wo der Tannenwald nach Grund hinunter beginnt, entgleist, umgeschlagen und ein Stück die Böschung hinab gerutscht. Zum Glück sind Menschenleben nicht zu beklagen. Unter den 10 oder mehr Verletzten ist nur einer durch Bruch des Armgelenkes schwer verletzt worden, die übrigen haben durch den Sturz Kopfwunden und Quetschungen durch Glassplitter davongetragen. Die erste Hülfe leistete Herr Dr. Müller, der gleichfalls die Unglücksfahrt mitgemacht und Schnittwunden davon getragen hatte.” Der Arzt leistete erste Hilfe. Am Bahnhof Hilchenbach wurden die Verletzten später weiter behandelt, fünf Verletzte kamen ins Berleburger Krankenhaus. „Schier als ein Wunder muss man es betrachten”, so der Reporter, „dass es keine Tote oder noch mehr Schwerverletzte gegeben hat, wenn man die Reihe Wagen - vier an der Zahl - die zum Teil dicht mit Männern, Frauen und Kindern besetzt waren, teils meterweit von den Schienen abwärts geschleudert, auf der Böschung hängen sieht. Die Wagen lagen kopfüber, die Räder schräg nach oben am dunklen Waldesrand und gaben gestern Abend beim Schein der Acetylenlaternen und sonstigen Lichtern ein Bild großer Verwüstung.” Der aus Dahlbruch kommende Arbeitszug fuhr durch bis zur Unglücksstelle und holte die Reisenden, sofern sie nicht zu Fuß nach Hilchenbach abgewandert waren, ab. Manche auf's Äußerte erschreckte Mitfahrer zauderten, als sie sich gleich wieder einem Zug anvertrauen sollten, die Kinder schrien heftig. Das Unglück sei dadurch entstanden, dass eine Güterzuglokomotive den vorbeifahrenden Personenzug in die Flanke stieß, mit fortzog und vier Wagen von den Gleisen kippten. „Die Reisenden sind durch die Fenster nach außen geklettert, wo sie in der dunklen Nacht nicht weiter konnten und nach Licht riefen. Ein weiteres großes Glück ist es, dass die Beleuchtung intakt blieb und keine Explosion erfolgte. Ausbrechendes Feuer hätte großes Unheil anrichten können.”

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben