Politik

Willi Brase kandidiert nicht mehr für den Bundestag

Während fünf Legislaturperioden in Folge saß Willi Brase für die SPD im Bundestag. Bei der nächsten Wahl im September 2017 wird der 64-Jährige nicht mehr antreten: „Die Jüngeren müssen die Zukunft gestalten.“

Während fünf Legislaturperioden in Folge saß Willi Brase für die SPD im Bundestag. Bei der nächsten Wahl im September 2017 wird der 64-Jährige nicht mehr antreten: „Die Jüngeren müssen die Zukunft gestalten.“

Foto: WP

Siegen.   Der SPD-Politiker wird 2017 nicht noch einmal bei der Bundestagswahl antreten. Bis dahin hat er aber noch Einiges vor.

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Willi Brase wird bei der Bundestagswahl im September 2017 nicht noch einmal antreten. „Die Jüngeren müssen die Zukunft gestalten“, sagt der 64-Jährige, der in der fünften Amtsperiode seit 1998 für die SPD im Bundestag sitzt. Seine Entscheidung habe auch familiäre Gründe: „Ich möchte noch eine schöne Zeit mit meiner Frau verbringen, die mir immer den Rücken freigehalten hat.“

Kandidatensuche läuft

Zu Nachfolgern äußert Brase sich nicht. Kandidaten müsse die Partei finden. Im Kreis Siegen-Wittgenstein habe die SPD in den letzten Jahren „sehr gute Erfahrungen mit den Jüngeren gemacht“, betont der Abgeordnete. Namen nennt er nicht: „Ich bin kein Königsmacher – das ist auch gar nicht mein Job.“

Die Entscheidung für die Nicht-Verlängerung habe auf seinen Ehrgeiz für die restliche Zeit keine Auswirkungen, betont Brase: „Ich will noch einiges bewegen.“ Gerade im Zusammenhang mit dem Bundesverkehrswegeplan, den Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vor Ostern veröffentlichen wolle, gebe es wichtige Baustellen: die Ruhr-Sieg-Strecke, die „Herzensangelegenheit Route 57“ und die Schwerlastverkehr-Problematik.

Um letztere habe es in Berlin mehrfach „schwierige Gespräche“ gegeben. Auch, wenn die maroden Brücken entlang der A 45 als Problem bestehen blieben – „der Brückenbau wird nicht schneller gehen“ –, bleibe für die Schwertransporte seitens der Wirtschaft „der Wunsch, mal einigermaßen feste Routen zu haben“. Regionale Unternehmen wiesen insbesondere in den vergangenen Monaten auf massive Schwierigkeiten in diesem Bereich hin (wir berichteten). Auf politischer Ebene tut sich aber bisher weder in Düsseldorf noch in Berlin viel in dieser Angelegenheit. „Wir müssen noch mehr Druck machen“, sagt Brase. „Da gebe ich die Hoffnung nicht auf.“

Eine deutliche Absage erteilt er Befürwortern einer Unterschreitung des Mindestlohns. Unternehmen, auch aus der Region, hätten ihn gebeten, sich für entsprechende Möglichkeiten stark zu machen. „Das lehne ich ab. Ein Arbeitnehmer ist keine Kostenstelle – er schafft Werte.“

Integration als Chance

Wichtig bleibe auch die Integration. Der Zuzug an Flüchtlingen dürfe nicht ausschließlich als Belastung betrachtet werden. Gerade die demografischen Probleme, vor denen Südwestfalen stehe, „könnten wir auch mit den Menschen lösen, die zu uns kommen.“ Wesentlicher Aspekt sei vor allem die junge Generation der Flüchtlinge: „Wir müssen sie unterstützen mit Bildung, Bildung, Bildung.“

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