Bebauungsplan

Wilnsdorf: BfW und FDP kritisieren Neubau von Wohnhäusern

Die Wilnsdorfer Grundschule an der Straße Vorm Brand soll abgerissen werden.

Die Wilnsdorfer Grundschule an der Straße Vorm Brand soll abgerissen werden.

Foto: Hans Blossey

Wilnsdorf.  Mit dem Neubau der Grundschule Wilnsdorf am Ortsrand wird das alte Areal frei – CDU und Gemeinde wollen Wohnhäuser bauen. Das stößt auf Kritik.

„Solch eine Eile haben wir in Wilnsdorf noch nie erlebt“, sagt Volker Bell, Fraktion Bürger für Wilnsdorf (BfW) und FDP: Erst im Dezember habe man beschlossen, die Grundschule Wilnsdorf am Ortsrand neu zu bauen – und schon jetzt werde ein Bebauungsplan für Wohnhäuser am alten Standort aufgestellt (wir berichteten).

„In einigen anderen Ortsteilen warten Bauwillige zum Teil seit mehr als 20 Jahren auf den Abschluss von laufenden Bauplanungen“, so Bell. Seine Fraktion kritisiert zusammen mit den Wilnsdorfer Parteiunabhängigen (WPU), dass diese Entscheidung die Gemeinde teuer zu stehen kommen werde.

Alle anderen Fraktionen hätten in der vergangenen Ratssitzung kritisiert, dass keine weiteren Überlegungen zu Nutzungsalternativen angestellt werden sollen. Ein Investor könne die Gebäude, Baujahre 1968 und 1991, etwa zu Appartements für ältere und jüngere Mitbürger umbauen, so Anne Bender, WPU – diese oder andere Nutzungsvarianten zu prüfen und vorzuschlagen brauche aber Zeit.

Restwert von 1,6 Millionen verpufft

Ratsmitglieder seien verpflichtet, bei ihren Entscheidungen die finanziellen Belastungen für die Gemeinde zu berücksichtigen. Laut Horst Dieter Schmidt, BfW und FDP hätten die alten Schulgebäude im Falle eines Abrisses im Jahr 2023 noch einen Restwert von 1,6 Millionen Euro, inklusive Grundstück. Abschreibungen und Nutzungsdauern seien noch bis 2048 bzw. 2070 gelaufen.

Während die Ausgaben für Abriss, Parzellierung und Erschließung – Schmidt nennt die Summe von 800.000 Euro – durch den Verkauf der Grundstücke wieder hereingeholt werden könne, bleibe die Gemeinde auf den 1,6 Millionen Euro sitzen. Angesichts von zusätzlichen 16 Millionen Euro Schulden, so Horst Dieter Schmidt, dürfe man sich diese weitere unnötige Belastung der Gemeindefinanzen nicht leisten.

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