Veranstaltung

Wissenschaftler treten beim Siegener Science Slam an

| Lesedauer: 3 Minuten
Sascha Vogel erklärte, welche Phänomene in Hollywood-Blockbustern aus physikalischer Sicht realistisch sind.

Sascha Vogel erklärte, welche Phänomene in Hollywood-Blockbustern aus physikalischer Sicht realistisch sind.

Siegen.   Mit amüsanten Vorträgen stellen die fünf Teilnehmer im Audimax der Uni Siegen Forschungsprojekte vor. Das Publikum bestimmt den Gewinner.

Zahlreiche Zuhörer strömen ins Audimax der Uni, um den Siegener Science Slam zu verfolgen. Dabei treten Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen gegeneinander an, um ein Forschungsprojekt vorzustellen.

Moderatorin Insina Lüschen führt charmant durch den Abend und holt das Publikum ins Boot: „Ohne euch wäre es ein zäher Abend“, sagt sie und animiert die Zuhörer mitzumachen.

Denn das Konzept des Science Slams besteht darin, dass das Publikum per Punktesystem entscheidet, welcher Wissenschaftler am besten war.

Lilith Diringer

Den Anfang macht die erst 18-jährige Lilith Diringer aus Waldbronn, die Romane veröffentlicht und für den WWF bloggt. Sie forscht im Rahmen der Schülerakademie „2° Grad Campus“ im Bereich Elektromobilität.

In ihrem Vortrag „Was haben Zuckerrüben in E-Autos zu suchen?“ plädiert sie für die schnellere Umsetzung umweltfreundlicher Mobilität. „Aber E-Autos laufen so langsam an wie unsere Regierungsbildung“, sagt sie. Anhand chemischer Prozesse erklärt Diringer, dass man mit Zuckerrübenabfällen Autobatterien nachhaltig herstellen könne.

Charlotte Wermser

Charlotte Wermser ist Biologie-Doktorandin an der Uni Würzburg und im Bereich der Infektionsforschung tätig. Mit dem Vortragstitel „Bakterien auf Wohnungssuche“ nimmt sie insbesondere Wohngemeinschaften ins Visier und untersucht dort die Lebensbedingungen von Bakterien.

Dazu präsentiert sie Bilder von Speiseresten oder Wohnzimmern mit Bergen von Bierflaschen. Vor allem bei den Studenten sorgt das für Lacher.

Dr. Sascha Vogel

Der Doktor der theoretischen Physik aus Frankfurt, Sascha Vogel, ist mit seinem lebhaften Vortrag sofort Publikumsliebling. Er versteht es, die Bühne für sich einzunehmen. Im Vortrag „Physik in Hollywood“ stellt er Filmausschnitte vor – in „Iron Man 2“ baut zum Beispiel die Hauptfigur einen Teilchenbeschleuniger.

„Er baut ihn alleine“, ruft Dr. Sascha Vogel. „Alleine! An einem Nachmittag!“ Dann kommt er auf Spiderman zu sprechen und sagt, dass ein Spinnenfaden „das widerstandsfähigste Material“ sei, was es überhaupt gebe.

Sein Fazit: Die „Physik in Hollywood ist irgendwie anders“. Das Publikum kürt ihn zum glänzenden Sieger.

Thora Schubert

Die Geologie-Studentin Thora Schubert aus Göttingen betreibt Image-Pflege und räumt mit Vorurteilen auf. Geologen seien weder „Vulkanfanatiker“ noch Geographen.

Mit dem Vortragstitel „Warum es manchmal gut ist, auf Geowissenschaftler zu hören“ führt sie auf unterhaltsame Weise aus, was so alles schief gehen kann, wenn Politiker oder Architekten den Rat von Geologen in den Wind schlagen.

Dr. Ilja Kogan

Der letzte der fünf Science Slamer ist Dr. Ilja Kogan. Er arbeitet an der TU Bergakademie Freiburg als Paläoichthyologe und stellt beim Science Slam seine Fachrichtung vor. „Ich kann den Namen meines Berufs selbst nicht aussprechen“, sagt er.

„Es handelt sich dabei um die Lehre von fossilen Fischen. Ich finde tote Fische toll. Die stinken nicht, beißen nicht, schwimmen nicht davon.“ Das Publikum reagiert verhalten.

>>>> INFO: Der Ablauf

Der Vortrag, der auf zehn Minuten beschränkt ist, muss verständlich, anschaulich und amüsant sein. Einziges Hilfsmittel ist eine möglichst bildhafte Power-Point-Präsentation.

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