Stadtentwicklung

Dorfplatz und Wohnmobile: Kreuztal macht sich schön

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Vor der „Arena“ wird in Eichen ein Dorfplatz angelegt: mit Spielplatzt, Boulebahn und Bewegungsparcours.

Vor der „Arena“ wird in Eichen ein Dorfplatz angelegt: mit Spielplatzt, Boulebahn und Bewegungsparcours.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Kreuztal.  Am Dorfplatz Eichen sollen sich Generationen treffen. Zum Plan gehören auch Wohnmobilplätze – die allerdings woanders ebenfalls angelegt werden.

2024 oder 2025 soll es so weit sein: Dann hat Eichen einen richtigen Dorfplatz, den Arne Siebel (CDU) allerdings viel lieber „Park“ nennen würde. Im September wird eine Bürgerversammlung stattfinden, dann wird die Stadt Fördermittel für das Vorhaben beantragen. „Wir wollen einen Ort schaffen,d er Nutzer zusammenführt“, sagt Johanna Müller vom städtischen Tiefbauamt, „generationenübergreifend und naturnah“.

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Das Gelände grenzt an den Sportplatz an, auf der anderen Seite stehen die Garagen des DRK und de, mittendrin noch die Pavillons der Kita Löwenzahn, die weiter unten, an der Ecke Am Sportplatz/Stendenbacher Weg, einen Neubau bekommt. Kinder und Jugendliche werden auf dem Gelände Platz finden, ein Bewegungsparcours für junge und alte Nutzer werden den Spielplatz und das vom Dorfgemeinschaftsverein angelegte Boulefeld ergänzen. „Der Radverkehr spielt die erste Geige“, betont Johanna Müller im Infrastrukturausschuss.

Fahrradstraße, aber auch 53 Parkplätze für Autos

Die Straße Am Sportplatz wird als Fahrradstraße ausgewiesen, der Gehweg bleibt für die Fußgänger. Ausschussvorsitzender Andreas Müller (SPD) regt an, an E-Ladesäulen und Fahrradständer zu denken – „und den Platz, so gut es geht, autofrei zu halten.“ Dennoch: 53 Stellplätze für Autos will die Stadt in dem Bereich ebenfalls unterbringen. Schließlich muss der Sportplatz angedient werden, und am Anfang der Straße sollen neben dem Kindergarten auch noch zwei Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Arne Siebel (CDU) drängt darauf, an die Erschließung der Fußball- und Leichtathletikanlage zu denken: „Busse müssen die Chance haben, an das Gelände heranzukommen.“ Stellplätze für Autos seien wichtig, damit nicht Zufahrten zu privaten Garagen zugeparkt werden. Als „besonders schön“ lobt Jochen Schreiber (SPD) die Idee einer Streuobstwiese an der Littfe.

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Zwei Wohnmobil-Stellplätze in Osthelden

Auch Stellplätze für Wohnmobile bringt Andreas Müller (SPD) für Eichen ins Gespräch. Erste Adresse dafür wird aber – nach dem Heugraben in der Stadtmitte – nun erst einmal der Robertsweiher in Osthelden. Zwei – statt ursprünglich geplanten drei - Stellplätze wird die Stadt dort nun am Wanderparkplatz anlegen und dafür rund 75.000 Euro investieren. Allein die Versorgungsstation mit einer Strom- und Frischwassersäule, einer automatischen Abwassersäule für fäkalienhaltiges Abwasser und einer Abflussrinne für Grauwasser zum Beispiel aus der Dusche schlägt mit rund 30.000 Euro zu Buche. Die Nutzung bezahlen die Wohnmobilisten mit Kredit-oder EC-Karte; für dieses bargeldlose Verfahren entscheidet sich die Stadt, um Vandalismus vorzubeugen.

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Fischereiverein fürchtet badende Wohnmobilisten

Gegen die Planung, die vom Bürgerverein Osthelden angeregt worden war, hatte es auch Widerspruch vor allem von Anwohnern gegeben. Bereits Spaziergänger stellten „eine enorme Belastung“ für den Ortsteil dars.. Durch die Spaziergänger komme es zu Lärm, Parkdruck, Verunreinigungen des Robertsweihers sowie Problemen mit Hunden und Hundehaltern. Der Kreisfischereiverein Siegerland habe die Sorge geäußert, dass Wohnmobilisten bei Defekt der Entsorgungsanlage Abwässer in den Robertsweiher verklappen könnten, am Weiher verweilen, darin baden oder andere Sportarten ausüben würden. Die Verwaltung teilt diese Bedenken nicht. Der Robertsweiher sei weit genug von der Ortslage entfernt, bei Wohnmobilisten handele es sich um „einen verantwortungsbewussten Personenkreis.“. Der Standort sei zudem auch wegen des nahen Golfplatzes attraktiv.

Wohnmobilisten allenfalls auf der Durchreise

Weitere mögliche Standorte für Wohnmobile könnten an den Freibadparkplätzen und Eichen, Krombach und Buschhütten oder am Wanderparkplatz Mattenbachtal in Buschhütten sein, sagt Stadtbaurätin Christina Eckstein. Das erweiterte Angebot, für dessen Planung und Umsetzung im nächsten Jahr 100.000 Euro bereitgestellt werden sollen, könne bisherige Wildcamper auf öffentliche Flächen zurückholen, hofft Anke Hachtmann (UWG). Dieter Gebauer (Grüne) regt an, mit einer Höchstaufenthaltsdauer dem Dauercampen entgegenzuwirken. Das sei nicht nötig, erwidert Tiefbauamtsleiter Roland Jarzina. Länger als zwei bis drei Tage bleibe sowieso niemand, Wohnmobilisten seien in Kreuztal in der Regel auf der Durchreise: „Viel Tourismus kommt dadurch nicht in die Stadt.“

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