Rap-Revue

„ZugZwang“ feiert Premiere im Jungen Apollo in Siegen

"ZugZwang" wird im Jungen Apollo Siegen aufgeführt. Geschrieben ist das RAP-Stück von Werner Hahn und Mohamed El-Chartouni

Foto: Flemming Krause

"ZugZwang" wird im Jungen Apollo Siegen aufgeführt. Geschrieben ist das RAP-Stück von Werner Hahn und Mohamed El-Chartouni Foto: Flemming Krause

Siegen.   Schlager versus Rap: Das Junge Theater in Siegen wartet am Donnerstagabend mit einer speziellen Premiere auf. Ihr Titel: „ZugZwang“.

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Es sind Welten, die am Donnerstag Abend auf der Bühne des Jungen Apollo aufeinandertreffen, wenn die Rap-Revue „ZugZwang“ ihre Premiere feiert. Auf der einen Seite: der erfolglose Schlagersänger und Moderator Peter von Krusefeld. Auf der anderen: der coole, lässige und emotionslose Rapper „D.K.“. Um mit seinem Schlager nicht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, veranlasst von Krusefeld ein Konzert vor jungem Publikum, in dem er seinen Musikstil mit dem des Rappers kombinieren will. Doch dieses Vorhaben droht zu scheitern – zum einen, weil altgediente Schlager und die neue Jugendkultur nicht zusammenpassen. Und zum anderen, weil beide Protagonisten mit großen Selbstzweifeln belastet sind – und sich die Frage stellen: Ist meine Musik noch zeitgemäß?

„Wir leben in einer Zeit voller Krisen“, erklärt Werner Hahn, Leiter des Jungen Theaters, der gemeinsam mit dem Siegener Mohamed El-Chartouni, der den Rapper spielt, Regie führt. „D.K.“ befinde sich in einem Spannungsfeld, seine Welt breche auseinander, weil er nicht mehr einzuschätzen vermag, ob seine Texte noch ankommen oder ob er für die Jugend von heute zu alt sei. Themen und Probleme wie Anerkennung, Asyl und Beziehungen spiegeln sich ebenso in der Theaterinszenierung wieder.

Ernsthafte Themen

„Es kommen sehr ernsthafte Themen zu Tage“, betont Hahn, der ergänzt, dass „wir viel reden und texten“, in der Musik allerdings eine Zukunftschance liege. Dessen wird sich am Ende auch das ungleiche Duo bewusst – sie versuchen alles, um ihre so unterschiedlichen Stilformen doch noch zusammenzuführen.

RAP-Revue "ZugZwang" am Jungen Apollo Siegen

Die RAP-Revue "ZugZwang" am Jungen Apollo Siegen feiert Premiere. Hauptprotagonist Karsten Burkhardt bei der Generalprobe. Video: Flemmung Krause
RAP-Revue "ZugZwang" am Jungen Apollo Siegen

„In diesem Stück steckt so viel drin, so viele Schichten und Ebenen, da kann sich jeder etwas mitnehmen“, ist sich Mohamed El-Chartouni, dessen Beruf Sozialarbeiter ist, sicher. Seine Leidenschaft für den markanten Sprechgesang begann vor etlichen Jahren, und zwar mit dem Rapper Eminem. „Seitdem bin ich hängengeblieben“, gibt der gebürtige Kreuztaler zu.

Unterstützung durch eigene Band

Die Songtexte in „ZugZwang“ stammen von ihm, Parallelen zur Figur des Rappers „D.K.“ gibt es jedoch nur wenige. Unterstützung auf der Bühne erhält El-Chartouni nicht nur von Karsten Burkhardt, der den erfolglosen Schlagersänger spielt und dem die behandelten Themen als Mitarbeiter beim Kommunalen Integrationszentrum nur allzu bekannt sind, sondern auch von seiner Band „Fläshmob“. Die Zusammensetzung der Band, die dank ihrer Mitglieder mehr als nur Rap zu bieten hat und auch mit Rock- und Jazz-Elementen daherkommt, sei dabei von besonderer Bedeutung, so Hahn.

Ursprünglich aufgeführt werden sollte das Stück im Lokschuppen am Bahnhof, „wegen seiner abgefahrenen Lokalität“, so Werner Hahn. Allerdings ist dieser Schuppen für öffentliche Veranstaltungen gesperrt, sodass das Ensemble nun doch im neuen Jugendtheater auftritt. „Immerhin ist der Titel geblieben“, scherzt Hahn.

Info: Die Premiere startet heute Abend um 20 Uhr. Die nächsten Schulvorstellungen sind am 28. November (20 Uhr) und tags drauf um 10 Uhr. Werner Hahn und Mohamed El-Chartouni haben bereits bei der Apollo-Premiere von „Fahr deinen Film“ zusammengearbeitet.

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